Plüderhausen

Schon wieder! Badeverbot am kompletten Plüderhäuser See wegen Blaualgen

WarnungBadesee
Der Nichtschwimmer-Bereich wurde bereits Anfang der Woche vorsorglich gesperrt. © Gaby Schneider

Bereits zu Beginn dieser Woche musste die Gemeinde Plüderhausen den Nichtschwimmerbereich im Badesee sperren. Es waren Blaualgen entdeckt worden, das Gesundheitsamt entnahm an mehreren Stellen des Sees Wasserproben. Jetzt steht fest: Die Gemeinde muss ein Badeverbot für den kompletten See aussprechen.

Die Ergebnisse der Wasserproben liegen nun vor: "Die einschlägigen Empfehlungen für Handlungsweisen bei dem Vorkommen von Cyanobakterien in Badeseen empfehlen ein vorübergehendes Badeverbot ab einem Mikrocystinwert von über 100 Mikrogramm pro Liter zu erlassen", so Bürgermeister Benjamin Treiber. Der vom Labor analysierte Wert des Cyanotoxins Mikrocystin liege für den Plüderhäuser See deutlich über dieser Zahl.

"Nach Aussage des Gesundheitsamtes kann bei der hohen Konzentration von Mikrocystin eine Gesundheitsgefährdung beim Baden und Schwimmen im See angenommen werden, weswegen ein vorübergehendes Badeverbot für die Badestelle dringend empfohlen wird", so Treiber weiter. Die Gemeinde kommt dem also nach und spricht ein Badeverbot für den gesamten See aus.

Niemand wird aus dem See gezogen

Das Gesundheitsamt habe laut Treiber darauf hingewiesen, dass der See in Bezug auf die mikrobiologischen Parameter ansonsten von sehr guter Qualität ist, das helfe der Gemeinde aber leider nicht weiter. Die Entwicklung im Hinblick auf die Blaualgenbelastung am See werde nun weiter beobachtet. Sofern deutliche Verbesserungen festzustellen sind, kann laut Treiber eine erneute Untersuchung erfolgen. Der Bürgermeister betont: "Es gibt auch eine Eigenverantwortung der Menschen."  Ihm sei wichtig, dass alle Besucher Kenntnis von dem Blaualgenvorkommen und den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken haben, was die Gemeinde durch Schilder und die Absperrung des Kinderbereiches sicherstelle. "Wie erwachsene Menschen mit dieser Information umgehen, ist sehr unterschiedlich", weiß der Bürgermeister. Die Gemeindeverwaltung werde, sagte er wie auch schon in der Badesaison 2021, niemanden aus dem See ziehen.

Schon in den vergangenen Jahren musste die Gemeinde immer wieder Warnungen aussprechen, teilweise musste der See komplett gesperrt werden. Das hat allerdings viele Besucherinnen und Besucher an heißen Sommertagen trotzdem nicht vom Baden abgehalten. Die Cyanobakterien können allerdings durchaus schädlich für Menschen sein, besonders wenn diese - wie zum Beispiel kleine Kinder beim Spielen im See - viel Wasser verschlucken oder den Blaualgen für längere Zeit ausgesetzt sind.

Wie wirken die Bakterien sich auf Menschen aus?

Jennifer Lloyd Pippich, die sich im vergangenen Jahr als Masterandin mit dem Plüderhäuser See beschäftigte, erklärte die Auswirkung der Bakterien in einem früheren Artikel wie folgt: Der Verlauf der Toxinaufnahme kann schädlich bis toxisch sein - dies hängt vom Eintrittsweg und der Dauer ab. Bei einmaligem Kontakt kann es zu Haut- und Schleimhautreizungen sowie Bindehautentzündungen und Ohrenschmerzen kommen. Beim Verschlucken können Durchfall und Fieber eintreten.

Sollten die Toxine über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden, kommt es zur Schädigung der Leberzellen und weißen Blutkörperchen, was einen schweren Krankheitsverlauf verursachen und im schlimmsten Fall auch tödlich enden kann. Zu der Hauptrisikogruppe zählen Schwimmer und Taucher sowie insbesondere Kleinkinder, da diese Wasser verschlucken können.

 

Bereits zu Beginn dieser Woche musste die Gemeinde Plüderhausen den Nichtschwimmerbereich im Badesee sperren. Es waren Blaualgen entdeckt worden, das Gesundheitsamt entnahm an mehreren Stellen des Sees Wasserproben. Jetzt steht fest: Die Gemeinde muss ein Badeverbot für den kompletten See aussprechen.

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Die Ergebnisse der Wasserproben liegen nun vor: "Die einschlägigen Empfehlungen für Handlungsweisen bei dem Vorkommen von Cyanobakterien in Badeseen empfehlen ein

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