Plüderhausen

Sicherheit auf dem Schulhof: Poller gegen Elterntaxis

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Das geht künftig nicht mehr: Ein Absperrpoller soll während des Schulbetriebs die Zufahrt von der Bushaltestelle an der Kantstraße hinauf zum Schulgelände der Hohbergschule verhindern. © Markus Metzger

Plüderhausen. Auf den Schulhof hinaufkurvende Eltern, gefährliche Situationen für die Kinder: Solche Szenen sollen der Vergangenheit angehören. Poller sollen künftig sicherstellen, dass das Gelände der Hohbergschule in den Schulzeiten nicht mehr befahren wird. Ein entsprechendes Konzept hat der Gemeinderat nun beschlossen. Die Mittel dafür sollen aber erst im Haushalt 2019 eingestellt werden.

Hier muss etwas getan werden: Das hatte die CDU-Gemeinderatsfraktion befunden und mit einem Haushaltsantrag die Verwaltung beauftragt, ein Verkehrs- und Fahrkonzept für die Hohbergschule zu entwickeln.

In den Schulzeiten soll das Gelände nicht mehr befahren werden

Das hat das Rathausteam den Gemeinderäten nun vorgelegt und dabei den Schulbetrieb und separat Sport- und Freizeitveranstaltungen betrachtet. Während der Schulzeiten soll das Schulgrundstück künftig nicht mehr befahren werden. Die Zufahrten erhalten dann Absperrpoller. Gedacht ist zum einen an einen mechanischen Poller, der an der Zufahrt am Sportplatz platziert werden soll. Im Fall der Fälle kann er vom Hausmeister oder von Rettungsdienstmitarbeitern entfernt werden. Dazu kommen Poller, die elektronisch steuerbar sind. Sie werden an der Zufahrt von der Bushaltestelle an der Kantstraße hinauf zum Schulgelände sowie an der oberhalb der Schule gelegenen Zufahrt in Richtung Schulleitungsgebäude unweit des Lehrerparkplatzes aufgestellt. Man kann sie mit Fernbedienungen, einem Schlüsselschalter oder einem Zeitprogramm öffnen. Während des Schulbetriebs sollen die Poller verschlossen sein.

Neue Parkplätze müssen her

Das bedeutet aber auch, dass damit die Parkplätze vor den Räumen der Jugendsozialarbeit wegfallen. Neue Parkplätze entstehen zwischen der Schule und dem Lehrerparkplatz, dort, wo momentan der Fahrradstellplatz ist. Der wiederum wandert ein Stück weiter in Richtung Schulleitungsgebäude. Lehrer und Besucher gelangen künftig bis zu den Parkplätzen. Der neue Fahrradstellplatz befindet sich dann aber schon im zufahrtgeschützten Bereich.

So ist’s für den Schulbetrieb gedacht und auch für Sport- und Freizeitveranstaltungen. Für diese allerdings wird der Poller im Bereich der hinteren Zufahrt abgesenkt, damit die Besucher und Sportler auf den Pausenhöfen sowie vor der Sporthalle neben dem Sportplatz parken können.

Ulrich Scheurer: „Jeder ist da raufgefahren, wie er’s braucht“

Mit diesen Maßnahmen gehen Kosten von rund 60 000 Euro einher.

Im Gemeinderat fand das Konzept Anklang, wenngleich die Kosten teils hinterfragt wurden.

CDU-Rat Ulrich Scheurer hieß das Vorhaben gut. „Jeder ist da raufgefahren, wie er’s braucht“, sagte er. Nun komme Ordnung hinein. Scheurer machte zwar hohe Kosten, aber eine gute Lösung aus. „Es wäre mit der Kinderkrippe gar nicht mehr gegangen“, bezog er auch künftige Entwicklungen mit ein.

Erich Wägner: „Schlüssig, aber teuer“

„Die Situation an der Hohbergschule war schon lange Zeit unbefriedigend“, befand auch Klaus Harald Kelemen. „Jeder fuhr da, wie er wollte.“ Der SPD-Rat würdigte auch den „sensiblen Bereich des Campus“.

Silvan Vollmar (FW-FD) berichtete von einem Wunsch von Jugendlichen, dass der Schulhof autofrei werden solle, und sprach von einem „guten und richtigen Konzept“. Er beantragte darüber hinaus einen zusätzlichen Poller auf dem Weg vom unteren Pausenhof zur Sporthalle.

„Schlüssig, aber teuer“, meinte GLU-Rat Erich Wägner zum Konzept. Er sprach sich für eine preiswertere Lösung aus. „Traurig, dass wir das überhaupt ausweisen müssen. Das sollte selbstverständlich sein.“

„Wenn kein Schulbetrieb ist, stehen die teuren Gebäude zur Nutzung frei“

„Die Zeiten sind vorbei, wo man mit Schildern etwas regeln konnte“, warf Bürgermeister Andreas Schaffer ein. Er war der Ansicht: „Wenn wir etwas machen, sollten wir es richtig machen.“

„Man kann nicht damit rechnen, dass sich alle daran halten“, stellte Klaus Harald Kelemen zu Schildern fest. Er gab zu bedenken: „Wenn kein Schulbetrieb ist, stehen die teuren Gebäude zur Nutzung frei. Wir sollten dann auch die Zuwegung ermöglichen.“ Er bezeichnete das Konzept als „guten Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der verschiedenen Altersschichten“.

Nur eine Stimme fand sich schließlich für den Antrag von Silvan Vollmar, noch einen zusätzlichen Poller aufzustellen. Drei Räte enthielten sich. Das vorgestellte Konzept an sich verabschiedeten die Gemeinderäte dann einstimmig.

Im Haushalt 2019

Der Gemeinderat hat das Verkehrskonzept zwar nun beschlossen. Im gemeindlichen Haushalt für dieses Jahr wurden aber keine Mittel dafür eingestellt. Sie sollen im Haushalt 2019 berücksichtigt werden.