Plüderhausen

Siebtklässler der Hohbergschule Plüderhausen gründen Kiosk und verkaufen Aktien

Schülerfirma
Mädchen und Jungen der Klasse 7 b an dem künftigen Verkaufstresen ihres Schülerkiosks. © Gabriel Habermann

Max ist zwölf Jahre alt und seit kurzem Geschäftsführer. Der Schüler aus Plüderhausen führt die Aktiengesellschaft „HBS Kiosk“. 71 Aktionäre haben bereits einen Anteil in Höhe von zehn Euro erworben. Diesen Mittwoch soll der Betrieb starten. Dann wird der Schülerkiosk an der Hohbergschule zum ersten Mal probeweise öffnen.

„Ziemlich cool“ sei das, erzählt Max Ortlieb, der bei einer demokratischen Abstimmung zusammen mit Tom Werner (12) zum Geschäftsführer der Firma gewählt wurde und bei dem Projekt der Klasse 7 b Wirtschaft praxisnah erleben darf. Doch was macht eigentlich so ein Geschäftsführer? „Ich muss schauen, dass auch alle immer etwas zu tun haben“, sagt der Zwölfjährige.

Unterstützung von der Seniorenwerkstatt, Edeka Mangold und Andreas Schaffer

Zu tun gibt es im Moment eine ganze Menge. Der Raum im ehemaligen Schülercafé muss noch hergerichtet werden. Dabei wird die Klasse von der Seniorenwerkstatt unterstützt. Thomas Küstner und Klaus Meissner haben mit den Mädchen und Jungen gemeinsam ein Wandregal gebaut – als Stauraum und Präsentationsfläche für die Waren, die dort angeboten werden.

Dafür war eine Projektgruppe der Firma bereits bei Edeka Mangold, wo Produkte ausgesucht, Preise kalkuliert und mit dem Lebensmittelhändler verhandelt wurden. Alexander Mangold unterstützt die Schülerfirma, indem er ihr die Waren zum Einkaufspreis verkauft.

Vor dem Einkauf habe es übrigens eine Marktanalyse an der Schule gegeben. Die Nachfrage nach Lebensmitteln und Getränken sei dabei am höchsten gewesen, berichtet Altbürgermeister Andreas Schaffer. Das und Schulbedarf soll der Kiosk anbieten.

Alt-Bürgermeister Andreas Schaffer unterstützt die Schülerfirma

Gemeinsam mit Klassenlehrerin Michelle Haffner unterstützt er die Schülerfirma bei den Vorbereitungen, stellt Kontakte her und kommt regelmäßig in die Klasse. Mit Begeisterung erzählt er davon, wie das Projekt inzwischen wächst und gedeiht.

Die Idee dafür entstand übrigens im Rahmen des Schulfachs Wirtschaftskunde und Berufsorientierung, berichtet Klassenlehrerin Haffner. Ursprünglich sei es darum gegangen, Geld fürs Sommerschullandheim im Fichtelgebirge zu sammeln, wo ein Sportcamp geplant ist. Statt eines Kuchenverkaufs sei dann aber „völlig unverhofft“ diese Projektarbeit entstanden.

Bei späteren Bewerbungen können die Schüler damit punkten

Die Schule arbeitet hierbei zusammen mit dem gemeinnützigen Junior-Programm, das Schülerinnen und Schülern bei der Gründung von Start-ups unterstützt (Näheres zum Konzept dahinter gibt es hier auf der Homepage von "Junior"). Am Ende erhalten alle Teilnehmer ein „Junior“-Zertifikat. „Bei späteren Bewerbungen ist das ein Jackpot“, sagt Haffner.

Ziel des Projektes ist es nämlich, den Mädchen und Jungen Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln, die sie auf das Berufsleben vorbereiten.„Wir geben dabei nur den groben Rahmen vor“, sagt Haffner, „die Umsetzung müssen sie selber machen.“

Aufgeteilt ist die Klasse dafür in Projektgruppen, die sich mit den Produkten, der Organisation und dem Personal oder mit Werbung und dem sozialen Netzwerk Instagram beschäftigen. Auf dem Kanal @hbs_kiosk haben sie zum Beispiel ein zweiminütiges Werbevideo erstellt.

Kiosk soll sich selbst tragen – Aktien sind nur als Starthilfe gedacht

Außerdem gibt es einen Vorstand sowie einen Aufsichtsrat. Einmal im Jahr soll auch eine Aktionärsversammlung stattfinden, bei der mögliche Gewinne ausgeschüttet werden. „Wir hoffen aber, dass sich das Projekt irgendwann selbst trägt“, sagt Haffner. Dann könnten die Aktien, von denen nur noch wenige zum Verkauf stehen, wieder zurückgekauft werden. Diese seien ja nur als Starthilfe gedacht, „wir wollten keine Schulden aufnehmen“. Angedacht ist auch, dass dieses Klassenprojekt am Ende des Schuljahres in eine Arbeitsgemeinschaft (AG) übergehen wird, an der dann Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen teilnehmen können – sofern es erfolgreich ist und die Corona-Regeln klassenübergreifende AGs wieder ermöglichen.

Was die Klasse 7 b von dem Projekt hält

Bereits jetzt, kurz vor dem Start, haben die Mädchen und Jungen bei dem Projekt einiges gelernt: Etwa, „wie man Verantwortung übernimmt“, sagt die zwölfjährige Lisa. „Ich habe gelernt, wie man ein Geschäft aufbaut", berichtet Alea, (12), „da hängt ganz viel dahinter.“ Die 13-jährige Kim sagt, das Projekt sei „cool, interessant und macht Spaß“ – und sie habe dabei gelernt, „wie Aktien funktionieren“.

Auch darüber hinaus hat das Projekt die Klasse bereichert. Der 14-jährige Benny fand es „sehr krass, wie viel man als Klasse bewegen kann“. Es habe ihn vor allem gewundert, „wie schnell das alles gegangen ist“, und das sei „cool“. Ece (13) berichtet: „Die Klasse ist sich dabei nähergekommen, wir verstehen uns jetzt besser.“ Das findet auch die 13-jährige Jana: „Die Klasse ist zusammengewachsen, das hat sehr viel Spaß gemacht.“

Die eigentliche Arbeit, der Betrieb des Kiosks, beginnt aber erst noch. Dann wird sich zeigen, ob die Jungunternehmer von Plüderhausen mit ihrem Projekt erfolgreich sind. Nach diesem furiosen Start spricht aber alles dafür.

Max ist zwölf Jahre alt und seit kurzem Geschäftsführer. Der Schüler aus Plüderhausen führt die Aktiengesellschaft „HBS Kiosk“. 71 Aktionäre haben bereits einen Anteil in Höhe von zehn Euro erworben. Diesen Mittwoch soll der Betrieb starten. Dann wird der Schülerkiosk an der Hohbergschule zum ersten Mal probeweise öffnen.

„Ziemlich cool“ sei das, erzählt Max Ortlieb, der bei einer demokratischen Abstimmung zusammen mit Tom Werner (12) zum Geschäftsführer der Firma gewählt wurde und

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