Plüderhausen

So liefen die Plüderhäuser Festtage 2019

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Zog auch dieses Jahr wieder viele nach Plüderhausen: Der Rummel auf den Festtagen, nächstes Jahr vielleicht wieder mit Riesenrad. © ZVW/Benjamin Büttner

Plüderhausen. Fünf Tage lang wurde in Plüderhausen gefeiert, musiziert und gespielt. Mit einem großen Feuerwerk wurden am Montagabend die Festtage beendet. Gemeinde, Veranstalter und Polizei ziehen eine positive Bilanz. Der Mega-Festumzug und der Auftritt von rund 1400 Musikern kamen gut an.

„Es war wirklich super“, sagt Hartmut Bay, bei der Festtags-Arbeitsgemeinschaft für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Ein echt tolles Fest“ hätten die Ehrenamtlichen da wieder auf die Beine gestellt. Eines, das wegen des 50-Jahr-Jubiläums des Musikvereins Hohberg noch einmal den Rahmen des ohnehin nicht kleinen Volksfestes sprengte: Mit 68 statt der sonst üblichen gut 35 Zügen beim Festumzug – und mit insgesamt rund 1400 Musikern, die zum Jubiläums-Sonntag gemeinsam aufspielten.



Festumzug: Fast doppelt so groß wie sonst, aber perfekt organisiert

„Das war wirklich perfekt“, sagt Bay zur Organisation des Ablaufs, den der Musikverein und Sarah Raeder von der Arbeitsgemeinschaft koordinierten. Mit gerade mal einer knappen Viertelstunde Verspätung sei der Festzug auf dem Festgelände eingetroffen – und damit im Grunde noch pünktlich.

Glück hatten die Organisatoren dabei auch mit dem Wetter. Gegen halb zwölf, und damit kurz vor dem Start in den Festtagssonntag, hat es in Plüderhausen noch geschüttet, der Festzug wäre also beinahe ins Wasser gefallen. So aber konnte das Vereinsjubiläum bei bestem Wetter mit einem Zug durch den Ort begangen werden. (Auch Thomas Hornauer ließ sich, nebenbei bemerkt, nicht bitten und verfolgte den Zug auf einem goldenen Thron sitzend vom Vorplatz seines Kristallzentrums aus.)

Auch wenn Bay zu den Besuchern am Dienstag noch keine konkreten Zahlen liefern kann: Gut besucht waren die Festtage zweifellos. Insgesamt 500 Schichten waren an den fünf Tagen zu besetzen, allesamt ehrenamtlich. Dafür habe es von den Musikvereinen, die am Sonntag zu Gast zu waren, viel Respekt gegeben, denn „so was ist nicht selbstverständlich“.

Das Entenrennen findet immer noch Anklang

Sehr gut angenommen worden seien auch die Partyfürsten, die am Samstagabend das Festzelt bespielten. „Die haben perfekt zu uns gepasst.“ Nicht vielen Bands gelinge es, über sechs Stunden ein Publikum zwischen 20 und 60 Jahren gleichermaßen glücklich zu machen.

Etwas Bammel hätten die Festtage-Macher, ob das mittlerweile zum 18. Mal ausgetragene Entenrennen noch genügend Anklang finden wird. Solche Rennen gebe es ja inzwischen an vielen Orten im Remstal. Doch die Sorge blieb unbegründet: Fast alle der tausend Enten, die zum Verkauf standen, gingen am Samstag auch an den Start.

Zufrieden blickt Bay auch auf das Blasmusikfestival zurück, das er als eines der stimmungsvollsten der letzten Jahre beschreibt. Dass es bereits jetzt mehrere Bewerber für das kommende Jahr gebe, zeuge von der Qualität der Veranstaltung.

„Gut, dass die Hitzewelle erst jetzt kommt“, sagt der Bürgermeister

Zur Qualität zählt für Bay auch immer die Sauberkeit – und da im vergangenen Jahr der eine oder andere Bierkrug auf dem Rummel zu Bruch gegangen war, durften Besucher diesmal ihre Gläser nicht aus dem Festzelt nach draußen nehmen. Mit dem Effekt, dass es diesmal keine Scherben gegeben habe. Eine Maßnahme, die von der Security kontrolliert wurde und mehrheitlich auf Zustimmung gestoßen sei.

Ausdrückliches Lob für diese Maßnahme gibt es auch von Bürgermeister Andreas Schaffer: „Das hat sich bewährt.“ Kaum Beschwerden habe es deswegen von den Besuchern gegeben. Wie überhaupt es an den Festtagen diesmal aus seiner Sicht keine nennenswerten Probleme gab: Und das, obwohl der Besucherandrang groß gewesen sei. Teilweise hätten die Ehrenamtlichen Schwerstarbeit leisten müssen. Auch die vielen Feste in der Umgebung hätten dem keinen Abbruch getan. „Wir haben eben unser Genre mit Blasmusik und Partybands“, sagt Schaffer. Und zudem ein treues, sehr lokales Publikum, das vor allem aus Plüderhausen und den Nachbarorten Jahr für Jahr die Festtage besuche. Diesmal habe man obendrein auch noch Glück mit dem Wetter gehabt. „Gut, dass die Hitzewelle erst jetzt kommt“, sagt Schaffer.

Das sagt die Polizei

Auch die Polizei zieht eine positive Bilanz von den Festtagen. Von Donnerstag bis Montag waren Beamte vor Ort im Einsatz. Zu außergewöhnlichen Einsätzen sei es dabei nicht gekommen, sagt Polizei-Pressesprecher Holger Bienert. Am Samstagabend hätten sie bei einer Auseinandersetzung eingreifen müssen. Sieben Personen seien bei einem Vorfall verletzt worden, als jemand Reizgas versprüht hatte. Es habe mehrere kleinere Schlägereien gegeben. Was eben so passiere, wenn viele Menschen und Alkohol aufeinandertreffen, „aber nichts, was aus dem Rahmen fällt“. Immerhin Sachschaden in Höhe von rund 1000 Euro entstand an einem hinter dem Festzelt geparkten Mercedes, bei dem die Frontscheibe eingeschlagen wurde. Die Polizei Plüderhausen sucht unter 071 81/8 13 44 nach Zeugen.


Ausblick

Ganz so groß wie in diesem Jahr werden die Festtage 2020 zwar nicht ausfallen, Harald Bay verspricht aber jetzt schon den „normalen Wahnsinn“, was er natürlich im positiven Sinne verstanden wissen möchte.

Alle Bands, die 2019 auftraten, seien für das kommende Jahr bereits wieder reserviert.

Und vielleicht gelinge es dann ja auch wieder, ein Riesenrad nach Plüderhausen zu holen und die beliebte Riesenradweinprobe anzubieten.