Plüderhausen

Soll Walkersbach wachsen? Zwei neue Baugebiete stehen zur Diskussion

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Hinterm Bürgerhaus in Walkersbach könnten bald neue Häuser entstehen. © Gaby Schneider

120 Bürger hat der Walkersbacher Ortswart René Schuppert gefragt, was sie von neuen Baugebieten im Ort halten. Und „es gibt Stimmen dagegen, die sind auch laut, das sind aber keine zehn, die große Masse ist still, nimmt das gleichgültig wahr“, berichtete er kürzlich dem Plüderhäuser Gemeinderat. Andererseits kenne er auch Ur-Walkersbacher, die sich über einen Bauplatz in der Plüderhäuser Exklave freuen würden.

Hinterm Bürgerhaus könnten Häuser gebaut werden

Von Widerstand bis Vorfreude reichte dann auch das Spektrum der Meinungen im Gremium zu möglichen Baugebieten in Walkersbach. Zwei davon hatte die Verwaltung auf die Tagesordnung gesetzt: ein Gebiet in der Sonnehalde hinter dem Bürgerhaus und eines im Haseläcker oberhalb der Sonnenhalde. Für beide hätte die Gemeinde gerne noch dieses Jahr ein Bebauungsplanverfahren begonnen. Und zwar in einem vereinfachten Verfahren, das noch bis Ende des Jahres für Gebiete im Außenbereich möglich ist. Dabei ist es gerade mal zwei Jahre her, dass das Gremium drei Baugebiete in dem Teilort mehrheitlich abgelehnt hatte.

Bürgermeister Benjamin Treiber betonte: „Ich würde nicht befürworten, dass man beide Gebiete entwickelt, das würde auch nicht der Stimmung in Walkersbach entsprechen“, was Ortswart René Schuppert bestätigte. Um die Chancen zu erhöhen, dass eines der beiden Gebiete künftig tatsächlich erschlossen wird, sollten beide aus Sicht der Verwaltung jetzt aber zumindest angegangen werden.

Was für und gegen das Baugebiet spricht

Klaus Harald Kelemen (SPD) positionierte sich im Gremium dann als Fürsprecher von weiteren Baugebieten in dem Teilort. Er plädierte für eine „mutige Herangehensweise“. Ein wichtiger Punkt sei der Verhandlungsspielraum, der dazu führen könnte, dass etwas kommt. „Wir sollten bald damit beginnen.“ Sein Fraktionskollege Marcel Schindler unterstützte das. Er finde es richtig, beide Gebiete im Schnellverfahren voranzutreiben, „das gibt uns die Möglichkeit, beides schnell zu machen“.

Er habe nichts gegen eine sanfte Weiterentwicklung von Walkersbach, betonte Erich Wägner (GLU). Die zwei Baugebiete im vereinfachten Verfahren lehnte er jedoch ab. Sein Fraktionskollege Uwe Härer-Schurr meinte, „dass wir da plötzlich so ein Riesengebirge machen und aufblähen, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen“. Angesichts der Größe des geplanten Baugebiets in der Sonnenhalde (zu dem 18 Grundstücke gehören) drohe hier eine „Flächenversiegelung ohne Ende“. Außerdem könne man hier auch nur mit dem Paragrafen 13b, der zum Ende des Jahres ausläuft, ein Baugebiet erschließen. Im Flächennutzungsplan seien die Flächen nämlich gar nicht als Bauland ausgewiesen. Und dessen Änderung wäre mit einem ziemlich aufwendigen Verfahren verbunden.

Können sich die Menschen das Bauen überhaupt noch leisten?

Auch Reiner Schiek (CDU) meinte, „die Baugebiete sind viel zu groß für Walkersbach. Das geht mir deutlich zu weit.“ Ulrich Scheurer (ebenfalls CDU) fand, „es ist notwendig, dass man für Walkersbachs Infrastruktur etwas macht“. Er befürchtete indes, dass sich mit Blick auf die Entwicklung der Zinsen künftig viele das Bauen gar nicht mehr leisten können. Jetzt erst einmal ein Gebiet zu erschließen sei aus seiner Sicht völlig ausreichend.

Eine Ansicht, die Claudia Jensen (FW-FD) teilte: „Ich würde auch die Haseläcker weglassen, das ist meiner Meinung nach im Moment nicht notwendig.“

Zwei Gebiete würden die Chance erhöhen, dass gebaut werden kann

Bürgermeister Benjamin Treiber gab zu bedenken: „Wir erhöhen die Chance deutlich, ein Baugebiet zu realisieren, wenn wir zwei Verfahren starten.“ Im Moment sei die Gemeinde noch in Grundstücksverhandlungen. Beide Bebauungspläne aufzustellen, hieße daher noch lange nicht, dass beide am Ende auch gebaut werden.

Bauamtsleiter Ludwig Kern sagte, bei der Bauleitplanung lohne sich der Blick auf die nächsten Jahrzehnte, und meinte zum Gremium: „Walkersbach braucht auch in 15 oder 20 Jahren noch einen Bauplatz für eine Familie. Lassen Sie uns daher einen gewissen Vorrat anschaffen“. Der Gemeinderat sei dabei ständig Herr des Verfahrens, bestimme die Geschwindigkeit. Aber „wenn wir nicht in eine Richtung laufen, können wir nie Bauplätze schaffen für die Einwohner“. Ein Aufstellungsbeschluss sei noch keine endgültige Entscheidung, „da geht nichts kaputt, aber es hilft in den Gesprächen“, so Kern.

Was der Gemeinderat für Walkersbach beschlossen hat

Ein Gemeinderatsbeschluss für die nächsten 20 oder 30 Jahre? Das ging Teilen des Gremiums zu weit. Das vorgeschlagene Baugebiet Haseläcker wurde von einer Mehrheit des Gremiums dann auch mehrheitlich abgelehnt. Die Aufstellung des Bebauungsplans für die Erweiterung der Sonnenhalde fand mit 13 zu sieben Stimmen dann aber eine deutliche Zustimmung.

Das Verfahren kann also gestartet werden. In einem nächsten Schritt werden die Pläne konkretisiert sowie die Öffentlichkeit und die Behörden beteiligt.

Der Gemeinderat wird sich dann erneut damit befassen.

120 Bürger hat der Walkersbacher Ortswart René Schuppert gefragt, was sie von neuen Baugebieten im Ort halten. Und „es gibt Stimmen dagegen, die sind auch laut, das sind aber keine zehn, die große Masse ist still, nimmt das gleichgültig wahr“, berichtete er kürzlich dem Plüderhäuser Gemeinderat. Andererseits kenne er auch Ur-Walkersbacher, die sich über einen Bauplatz in der Plüderhäuser Exklave freuen würden.

Hinterm Bürgerhaus könnten Häuser gebaut werden

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