Plüderhausen

Starkregen in Plüderhausen: Feuerwehr war bis in die Morgenstunden im Einsatz

Unwetter 20210623
Zeitweise staute sich das Wasser auf den Straßen, hier bei der Adlerbrücke. © privat

Einen Starkregen wie am Mittwochabend hat es in Plüderhausen schon längere Zeit nicht mehr gegeben. Gegen 19.15 Uhr begann es so heftig zu regnen, und zeitweise auch zu hageln, dass die Kanäle die Wassermassen nicht mehr halten konnten. Im Bereich der Birkenallee war der Druck so stark, dass es die Gullydeckel aus der Verankerung lupfte. Die Straße war zeitweise überflutet, den Autos stand das Wasser bis zur Höhe der Tür. Ähnlich sah es für einige Zeit in der Gmünder Straße auf Höhe der Gaststätte Adler aus.

„Gestern war es einfach zu viel“, sagt Bürgermeister Andreas Schaffer, der, nachdem die Feuerwehr alarmiert wurde, sich auch ein Bild von der Lage verschaffte. Der Druck auf die Kanäle sei deshalb so groß gewesen, erklärt Schaffer, weil die Wassermassen vom Südhang der Gemeinde hier mit den Kanälen in der Ortsdurchfahrt zusammenfließen.

Fahrzeug bleibt in Bahnunterführung stecken

In der Bahnunterführung bei der Birkenallee musste die Feuerwehr deshalb schon bei deutlich schwächeren Regengüssen des Öfteren ausrücken. Um diesen Bereich (und auch die Feuerwehr) zu entlasten, hat die Gemeinde zwei neue Pumpen angeschafft. Doch auch die hielten den Wassermassen am Mittwochabend nicht mehr stand. Die Einsatzkräfte der Plüderhäuser Feuerwehr mussten mit Muskelkraft ein Fahrzeug aus der Unterführung befreien, das dort im Hochwasser feststeckte. Auch ein Fahrzeug des Bauhofs war an dem Abend mit einer Pumpe im Einsatz, um die Feuerwehr zu unterstützen.

Insgesamt, so der stellvertretende Kommandant Dominic Ströhlein, hatte die Plüderhäuser Wehr einen sehr arbeitsreichen Abend. Der erste Anruf in der Leitstelle sei gegen 19.45 Uhr eingegangen. Danach ging es Schlag auf Schlag. Insgesamt waren 53 Kameraden mit sieben Fahrzeugen im Laufe des Abends dann zu 48 Einsätzen ausgerückt, in den meisten Fällen waren Kellerräume überflutet. Zum Glück wurde niemand verletzt.

Einsatz im Industriegebiet bis in die frühen Morgenstunden

„Die Dunkelziffer dürfte aber recht hoch sein“, sagt Ströhlein. Soll heißen: Viele Plüderhäuser dürften sich selbst um ihre überfluteten Keller gekümmert haben. „Kurzzeitig war das Kanalnetz überlastet, was eine Gefahr für den Verkehr sein kann“, wenn etwa Gullydeckel abgingen und jemand in das Loch hineinfahre. Kritisch sei auch, wenn sich in überfluteten Kellerräumen Elektronik wie Serverräume befinden. Deshalb habe die Feuerwehr trotz voller Mannschaftsstärke priorisieren müssen, wo sie zuerst ausrückt. Besonders lange seien die Kameraden dann schließlich auf einem Firmengelände im Industriegebiet Birkenallee im Einsatz gewesen, nämlich bis in die frühen Morgenstunden.

Zwar sei man durch die Rückhaltebecken an der Rems vor Überflutungen gut geschützt. Starkregenereignisse wie diese und damit einhergehend kurzfristige Überlastungen des Kanalnetzes würden aber künftig zunehmen, befürchtet Ströhlein. Und sie sind für die Feuerwehr besonders schwer zu handhaben. Auch sei es für die Einsatzkräfte schwierig, sich im konkreten Fall darauf vorzubereiten. So gebe es zwar Unwetterwarnungen vom Deutschen Wetterdienst, aber wo genau diese auftreten, lässt sich nicht genau vorhersagen. Der Nachbarort Urbach etwa blieb von vergleichbarem Starkregen am Mittwoch verschont.

Zuletzt gab es 2018 so heftigen Starkregen

Zum Alltag gehören diese in Plüderhausen aber zum Glück noch nicht. Ziemlich genau drei Jahre ist es nämlich her, dass es dort ein ähnlich heftiges Starkregen-Ereignis gab. Am Abend des 11. Juni 2018 regnete es so stark, dass die Bahn die Zugstrecke Richtung Gmünd kurzzeitig sperren musste. 40 Passagiere strandeten damals in Plüderhausen – und kamen nicht weiter, da in der Unterführung Wasser stand. In Abstimmung mit dem Fahrdienstleiter begleitete die Plüderhäuser Feuerwehr alle Passagiere sicher über die Gleise ins Bahnhofsgebäude. Unter ihnen befanden sich eine schwangere Frau, Reisende mit Gepäck sowie eine Schulklasse. Das Rote Kreuz bewirtete die Passagiere mit Kaffee, kalten Getränken und Keksen.

Ein Bus aus Schorndorf sollte die Fahrgäste eigentlich abholen, kam aber nicht durch. Etliche Fahrgäste behalfen sich selbst und riefen Verwandte an. Auch von Seiten der Bürger gab es damals spontan Hilfe beim Weitertransport.

Einen Starkregen wie am Mittwochabend hat es in Plüderhausen schon längere Zeit nicht mehr gegeben. Gegen 19.15 Uhr begann es so heftig zu regnen, und zeitweise auch zu hageln, dass die Kanäle die Wassermassen nicht mehr halten konnten. Im Bereich der Birkenallee war der Druck so stark, dass es die Gullydeckel aus der Verankerung lupfte. Die Straße war zeitweise überflutet, den Autos stand das Wasser bis zur Höhe der Tür. Ähnlich sah es für einige Zeit in der Gmünder Straße auf Höhe der

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