Plüderhausen

Trotz deutlich höherer Kosten: Untere Mühlstraße in Plüderhausen wird demnächst saniert

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Straßenschäden in der unteren Mühlstraße. © Gaby Schneider

Nachdem der obere Bereich der Mühlstraße in Plüderhausen bereits saniert ist, folgt jetzt der untere Teil von der Mittleren Brücke bis zur Einmündung in die Rosenstraße. Knapp 700.000 Euro wird diese Maßnahme kosten. Das Land fördert dieses Projekt im Rahmen der Ortskernsanierung.

Die Sanierung wird 37 Prozent teurer als geplant

Eigentlich hatte der Gemeinderat vor der Sommerpause Bürgermeister Benjamin Treiber bereits dazu ermächtigt, den Zuschlag für das günstigste Angebot zu erteilen. Doch weil die Kosten hier 37 Prozent höher als bei der Ausschreibung lagen, musste sich das Gremium jetzt noch einmal mit der Maßnahme befassen.

„Das ist die letzte Maßnahme, die wir mit Fördermitteln im Sanierungsgebiet noch vorhaben“, erklärte Bauamtsleiter Ludwig Kern. Denn Anfang 2022 läuft diese Fördermaßnahme des Landes aus. Die Fördermittel müssen also zeitnah abgerufen werden. Die zu erwartende Summe liegt laut Verwaltung bei rund 300 000 Euro.

Auch wenn die Kosten nun über der Planung liegen, könne die Gemeinde das Projekt aufgrund der Fördermittel aber dennoch finanzieren. Und „wenn wir es jetzt nicht machen, dann machen wir es für Jahrzehnte nicht mehr“, so Kerns Befürchtung.

Im Zuge der Maßnahme sollen in einem Abschnitt der nahe gelegenen Gleisstraße außerdem Trinkwasserleitungen und Kanalisation erneuert werden. Beides habe die Verwaltung gemeinsam ausgeschrieben, um es im Bündel für die Bewerber wirtschaftlicher und attraktiver zu machen. „Wenn wir uns in der Mühlstraße nicht entscheiden können, würde das heißen, dass wir in der Gleisstraße neu beginnen müssen.“

Kelemen (SPD) lehnt die Sanierung ab

Klaus Harald Kelemen (SPD) sagte, seine Fraktion bleibe bei der Ablehnung der Maßnahme. „Wir haben das von Anfang an nicht für politisch richtig gehalten.“ Zum einen mit Blick auf die prekäre Finanzlage wegen der Kosten. Zum anderen, weil die SPD diese Sanierung zum jetzigen Zeitpunkt für noch nicht notwendig erachtet.

„Wir haben Pech, dass wir in eine Hochpreisphase gefallen sind“, meinte Silvan Vollmar (FW-FD). Aber die Gemeinde habe nun mal bereits Geld für Planungsleistungen erbracht, die weg wären, wenn das Projekt jetzt zurückgestellt würde.

„Klar ist auch, dass wir die Förderung später nicht mehr erhalten werden“, ergänzte Bürgermeister Treiber.

„Dicker Batzen“ oder normale Steigerung?

Thomas Reißig (SPD) hingegen sagte, er sei „erschrocken, mit welcher Selbstverständlichkeit wir diesen Betrag ausgeben wollen“. Im Bereich Wasser und Abwasser läge schließlich sehr vieles im Argen. Hinzu komme, dass das Gremium einen Beschluss gefasst habe: Nämlich, dass die Steigerung bei den Kosten lediglich bis zu 120 Prozent betragen dürfe. Jetzt beläuft sich diese aber auf 137, „das ist ein richtig dicker Batzen“.

Für Peik Reitler (FW-FD), der lange Zeit selbst im Tiefbau tätig war, liegt diese Kostensteigerung indes auf einem „normalen Niveau“. Die Mehrkosten seien ja vor allem auf die seit Anfang des Jahres gestiegenen Energiekosten zurückzuführen – „und Tiefbau ist pure Energie“. Außerdem meinte er zur Ausschreibung: „Wir müssen mehr bündeln, größere Lose machen und damit einer Firma mehr Auslastung über einen größeren Zeitraum geben.“ So könnte man die Kosten im Bereich Tiefbau wieder senken.

Ulrich Scheurer (CDU) meinte, Fördermittel seien immer ein gutes Zeichen, „da ist man als Gemeinde immer positiv gefahren“. Trotz der Mehrkosten könne seine Fraktion der Maßnahme, wenn auch zähneknirschend, zustimmen.

Bürgermeister Treiber sprach sich für die Sanierung aus, denn „wir glauben, dass die Straße ohnehin gerichtet werden muss – und jetzt bekommen wir dafür eine Förderung.“

Dies stellte auch CDU-Rat Andreas Theinert heraus: „Wir bekommen 300 000 Euro Förderung, die kriegen wir später nicht mehr.“ Deshalb sollte die Sanierung aus seiner Sicht kommen. Trotz Kostensteigerungen mache die Gemeinde schließlich unterm Strich ja immer noch etwas gut.

Das sah auch die Mehrheit des Gemeinderats so. Reiner Schiek (CDU) sowie die SPD-Räte Klaus Harald Kelemen, Thomas Reißig und Marcel Schindler lehnten die Sanierung hingegen ab.

Nachdem der obere Bereich der Mühlstraße in Plüderhausen bereits saniert ist, folgt jetzt der untere Teil von der Mittleren Brücke bis zur Einmündung in die Rosenstraße. Knapp 700.000 Euro wird diese Maßnahme kosten. Das Land fördert dieses Projekt im Rahmen der Ortskernsanierung.

Die Sanierung wird 37 Prozent teurer als geplant

Eigentlich hatte der Gemeinderat vor der Sommerpause Bürgermeister Benjamin Treiber bereits dazu ermächtigt, den Zuschlag für das günstigste Angebot

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