Plüderhausen

Viel Vorschusslorbeeren für Benjamin Treiber, den neuen Bürgermeister von Plüderhausen

Vereidigung  Benjamin Treiber
Der neue Bürgermeister Benjamin Treiber (links) erhält vom stellvertretenden Bürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Scheurer den symbolischen Schlüssel zum Rathaus. © Gabriel Habermann

„Bienenfleißig, ehrlich, sympathisch, intelligent, verbunden mit einem klaren Wertekompass“: So beschrieb Ulrich Scheurer den neuen Plüderhäuser Bürgermeister Benjamin Treiber in seiner Rede zu dessen feierlicher Amtseinsetzung. Der stellvertretende Bürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzende bezeichnete Treiber, der rund sieben Jahre Mitglied des Kernener Gemeinderats war, als „kommunalpolitisch versiert“. Durch diese Erfahrungen könne er „als Bürgermeister auch leichter Verständnis für die Sichtweise der anderen Seite aufbringen“, so Scheurers Hoffnung.

Scheurer: Offenheit, Transparenz und Sachlichkeit im Amt

Der Gemeinderat von Plüderhausen, der an diesem Abend mit nur einem Tagesordnungspunkt, nämlich der Einsetzung Treibers, tagte, werde „künftig geprägt von unserem Bürgermeister mit jugendlichem Elan und großer Fachkompetenz sowie der langjährigen Erfahrung der Rätinnen und Räte“. Dabei könne es nicht ausbleiben, dass Kompromisse geschlossen werden. „Hier werden Sie als Mann der Ausgleiches und kommunalpolitischen Geschicks besonders gefragt und gefordert sein“.

Offenheit, Transparenz und Sachlichkeit sei der beste Weg für einen guten und gelingenden Umgang – das gelte für das Verhältnis von Verwaltung und Gemeinderat, aber auch für den Umgang mit den Bürgern der Gemeinde. Diese sollten „wissen, wie es um die Belange der Gemeinde steht, was sie erwarten können, aber auch, was von ihnen im Interesse einer zukünftigen Entwicklung erwartet wird“. Im Vordergrund sollten dabei in erster Linie die Chancen und weniger die Risiken stehen, meinte Scheurer, dem an diesem Abend, die ehrenvolle Aufgabe zufiel, Benjamin Treiber in sein neues Amt zu vereidigen.

Nachdem der 29-Jährige gelobt hatte, die Rechte der Gemeinde gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern, wünschte Ulrich Scheurer dem neuen Schultes „eine glückliche Hand, Kraft, Ausdauer, Diplomatie, Sensibilität, Durchsetzungsvermögen und nicht zuletzt viel Spaß und Freude, aber auch Mut. Denn es sind mitunter schwierige Entscheidungen zu treffen.“

"Das ist jetzt Ihr persönlicher Iron Man“, sagte Landrat Sigel zu Treiber

Mit Benjamin Treiber bekomme Plüderhausen „einen Fachmann, einen, der trotz jugendlichen Alters schon einige berufliche Stationen durchlaufen und Erfahrung gesammelt hat“, betonte der Landrat in seinem Grußwort. Richard Sigel sagte: „Wir haben uns kennen und schätzen gelernt, als Sie bei unserer Kreisbaugruppe tätig waren.“ Das Rüstzeug für den Chefposten in einem Rathaus haben er sich aber andernorts erarbeitet. „Durch ihre beruflichen Stationen in der Gemeinde Vellberg im Landkreis Schwäbisch Hall und zuletzt bei der Stadt Plochingen im Landkreis Esslingen kennen Sie die Herausforderungen einer Verwaltung.“

Als ehemaliger Gemeinderat wisse er aber auch, „dass Kommunalpolitik ein Mannschaftssport ist und, dass das Hauptorgan einer Gemeinde eingebunden sein will.“ Als aktiver Feuerwehrmann (der kürzlich noch einen Atemschutzlehrgang absolviert hat) und engagiertes Kirchenmitglied wisse er zugleich, wie prägend das Vereinsleben für eine Gemeinde sei.

Und als Triathlet wisse er auch, dass man sich Kräfte einteilen müsse, um im Ziel anzukommen. „Das Amt des Bürgermeisters in Plüderhausen ist jetzt Ihr persönlicher „Iron Man“, sagte der Landrat. Dabei warteten einige Herausforderungen auf den neuen Bürgermeister. „Die Berührungspunkte mit dem Landratsamt lassen bei diesen Themen nicht lange auf sich warten. Auf diese Zusammenarbeit mit Ihnen, auf unser Miteinander in neuer Funktion freue ich mich.“

"Es gibt sie noch, die sogenannten Idealkandidaten", sagte Bernlöhr

Eine künftig gute Zusammenarbeit und ein kollegiales Miteinander bekräftige auch der Welzheimer Bürgermeister Thomas Bernlöhr, der bei dem Festakt als Vorsitzender der Bürgermeister-Kreisversammlung sprach. Bernlöhr erinnerte daran, dass die Plüderhäuser im April eine echte Wahl hatten – mit gleich mehreren ernst zu nehmenden Kandidaten. Die Kollegen aus der Nachbarschaft und im Kreis hätten mit Spannung und Wohlwollen beobachtet: „Es gibt sie noch, die sogenannten Idealkandidaten.“ Die knapp 75 Prozent, mit denen Treiber im ersten Wahlgang siegte, seien ein „Vertrauensvorschuss der Plüderhäuser Bürgerschaft“ und „eine echte Bank“.

Er selbst sei 2010 auch als Nachfolger eines Kollegen zur Wahl gestanden, der mehr als 30 Jahre die Amtsgeschäfte geleitet habe. „Insofern weiß ich, welch große Sache ein solcher Wechsel nach dieser langen Zeit für die Menschen vor Ort ist.“ Bernlöhr sagte, er sei sicher, dass ganz Plüderhausen begierig und gespannt auf „den Neuen“ sei. Bernlöhr wünschte Treiber ein gutes Ankommen in der neuen Rolle und gab ihm noch den Rat, sich nicht zu schnell zu verausgaben, sondern die Kräfte einzuteilen und immer wieder zwischendrin aufzutanken. Denn „acht Jahre Amtszeit sind die Marathondistanz“.

„Der König ist tot. Es lebe der König.“ (Klaus Harald Kelemen)

Für die CDU-Fraktion sprach Markus Proschka das Grußwort. Er attestierte Treiber einen engagierten Wahlkampf. Er bringe zudem „die erforderlichen persönlichen und fachlichen Voraussetzungen für dieses Amt“ mit und zeichne sich durch „hohe Einsatzbereitschaft und Empathie“ aus. Die Plüderhäuser hätten ihm im Wahlkampf abgenommen, dass die Gemeinde und ihre Bürger ihm am Herzen liegen. „Ihr Engagement und Ihr Interesse haben seit der Wahl nicht nachgelassen und ich bin sicher, nach der offiziellen Vereidigung und Verpflichtung heute Abend werden Sie durchstarten“.

Die CDU-Fraktion freue sich auf die Zusammenarbeit und wünsche dem neuen Schultes 8 G für die kommenden acht Jahr: „Das wären Gelingen, Glück, Gesundheit, Gelassenheit, Geschick, Geistesblitze, der CDU gewogen – und zu guter Letzt für Plüderhausen Geld.“

„Der König ist tot. Es lebe der König“, rief Klaus Harald Kelemen in den Festsaal der Staufenhalle, die alte französische Heroldsformel zitierend, mit der einst die Könige ausgerufen wurden – und die er bereits bei der Amtseinsetzung von Andreas Schaffer vor 35 Jahren verwendete. „Wir freuen uns auf viele spannende Diskussionen die zu guten Ergebnissen für Plüderhausen und seine Bürgerschaft führen mögen.“ Dabei dürfe man sich gerne gegenseitig auf die Finger schauen. „Aber man sollte sich nicht wie beim beliebten bayerischen Fingerhakeln gegenseitig über den Tisch ziehen.“

Dem neuen Bürgermeister und den Plüderhäusern sicherte er seitens der SPD-Fraktion „ein engagiertes und kooperatives Mitwirken an der Zukunft von Plüderhausen“ zu, „eine Zusammenarbeit mit offenem Visier, fair im Ton, klar in der Sache und offen für Argumente.“

"Sie sind geschaffen für das Amt eines Bürgermeisters", meinte Claudia Jensen

Claudia Jensen (FW-FD) sagte, dass Treiber nach den jahrzehntelangen Amtszeiten seiner beiden Vorgänger Willi Roos und Andreas Schaffer nun „das Buch neu“ öffne. „Sie haben die Möglichkeit, den seit Jahrzehnten gewohnten Fußstapfen zu folgen oder Neues zu gestalten.“ Egal, wie er es angehe: „Die Aufgaben sind groß. Sie müssen den Spagat zwischen Pflichtaufgaben, Sanierungen, Investitionen und innovativen Weiterentwicklungen schaffen – und auf der anderen Seite den Ergebnishaushalt nicht aus den Augen verlieren, um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben.“ Hierbei lägen unternehmerisches Denken und kommunale Aufgabenerfüllung sehr nahe beieinander. Die Freien Wähler würden ihm hierbei „eine konstruktive und fruchtbare Zusammenarbeit“ zusichern. „Irgendwie denke ich, Sie sind geschaffen für das Amt eines Bürgermeisters“, meinte Jensen.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, sagte Erich Wägner (GLU), Hermann Hesse zitierend. „Wir sind jedenfalls in gespannter Erwartung, was wir mit dem neu vereidigten Bürgermeister erleben dürfen, und sind uns sicher, dass er die Chancen nutzen wird.“ Seine Fraktion werde die Zusammenarbeit getreu ihrem Motto „streitbar, ehrlich, unentbehrlich“ gestalten. Streitbar, das bedeute, „mit sachlichen Argumenten nach Lösungen zu suchen“. Und unter „ehrlich“ verstehe seine Fraktion „mit offenem Visier, aufrichtig, anständig, geradlinig, redlich, wahrhaftig. Wir sagen, was wir meinen. Geraderaus und zuverlässig.“ Ob die GLU unentbehrlich sei, „das dürfen bei der nächsten Wahl die Wählerinnen und Wähler entscheiden.“ Bis dahin sei man aber „bereit für eine gute und konstruktive Zusammenarbeit“.

„Wichtig, dass wir in Plüderhausen an einem Strang ziehen“ (Treiber)

Der neue Bürgermeister selbst fasste sich schließlich denkbar kurz. Benjamin Treiber verzichtete auf einen politischen Ausblick. Er betonte aber, dass es ihm wichtig sei, „dass wir in Plüderhausen an einem Strang ziehen, gemeinsam mit Gemeinderat, mit der Bürgerschaft, Vereinen, Organisationen und Kirchen in eine Richtung laufen.“ Was mitunter harte Diskussionen in der Sache aber nicht ausschließe. Dass dieses Miteinander gelingen werde, „davon bin ich nach den vergangenen Wochen und den vielen Gesprächen seit der Wahl wirklich überzeugt.“ Gerade mit denjenigen, die sich einen anderen Ausgang der Wahl gewünscht hätten, habe er von großer Offenheit und Respekt geprägte Gespräche geführt.

Seinem Vorgänger Andreas Schaffer dankte er für die reibungslose Amtsübergabe und das gut aufgestellte Rathausteam, das er als „motiviert, freundlich, ausgesprochen kompetent“ bezeichnete. Das habe ihm den Einstieg wirklich leicht gemacht – und werde ihm auch künftig vieles erleichtern. Er dankte den Musikerinnen Marie Wiedenmann, Sophia Dietrich und Madlen Kasper für die musikalische Gestaltung des Abends, dem Gemeinderat für die Durchführung der Einsetzung und den Verwaltungskollegen, die an diesem Abend aktiv war. Mit dem Festakt sei nun offiziell die Übergangsphase vorbei und man könne sich „ganz auf die Aufgaben und Zukunftsthemen konzentrieren“, sagte Treiber.

„Bienenfleißig, ehrlich, sympathisch, intelligent, verbunden mit einem klaren Wertekompass“: So beschrieb Ulrich Scheurer den neuen Plüderhäuser Bürgermeister Benjamin Treiber in seiner Rede zu dessen feierlicher Amtseinsetzung. Der stellvertretende Bürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzende bezeichnete Treiber, der rund sieben Jahre Mitglied des Kernener Gemeinderats war, als „kommunalpolitisch versiert“. Durch diese Erfahrungen könne er „als Bürgermeister auch leichter Verständnis für die

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