Plüderhausen

Vom Sportmuffel zur Fitness-Influencerin

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Julia Dazer beim Training im Fitnessstudio Fit for less in Urbach. Fünfmal in der Woche kommt die Studentin hierher. © Laura Edenberger
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Fitnessinfluencerin
Ohne eine Miene zu verziehen, macht die 27-jährige Studentin einen Klimmzug nach dem anderen. Die durchtrainierte Plüderhäuserin dokumentiert ihre Fortschritte auf Instagram, wo ihr inzwischen über 10 000 Menschen dabei zusehen. © ALEXANDRA PALMIZI

Urbach.
Wenn Julia Dazer das Fitnessstudio in Urbach betritt, wird sie dort mit ihrem Namen begrüßt. Kein Wunder, sie verbringt hier viele Stunden in der Woche. Auf Instagram verfolgen über 10 000 Follower ihre Fortschritte. Im Fitnessstudio Fit for less hat die junge Frau über ihr Hobby gesprochen und verraten, welchem für Frauen eher ungewöhnlichen Nebenjob sie nachgeht.

„Früher war ich der Auffassung, Sport ist Mord“, erzählt Julia Dazer, die von den meisten Jule genannt wird. Damals habe sie viele Vorurteile gegenüber Fitnessstudios gehabt. Unter anderem, dass es nur darum gehe, dort seinen Körper zur Schau zu stellen. Doch so richtig wohl habe sie sich in ihrem Körper damals nicht gefühlt. „Ich wollte ein paar Kilo loswerden“, sagt die 27-Jährige. Schließlich fing sie mit einer Ernährungsumstellung an. „Den Klick hat es bei mir schließlich vor drei Jahren auf der Fitnessmesse Fibo gemacht“, sagt sie. Dort habe sie viele muskulöse Frauen gesehen. „Ich fand sie einfach wunderschön und habe gesehen, dass es auch Frauen möglich ist, ihre Muskeln so zu trainieren“, sagt Dazer. Die Plüderhäuserin findet durchtrainierte Körper nicht nur ästhetisch, es sei auch einfach toll, viel Kraft zu haben. „Ich habe durch den Sport eine viel bessere Haltung bekommen und fühle mich viel selbstbewusster“, sagt Dazer. Bei Umzügen sei sie inzwischen äußerst gefragt, erzählt sie mit einem Lachen.

Doch aus ihrem privaten Umfeld habe sie auch schon negative Kommentare zu ihrem Äußeren bekommen. Vor allem manche Männer seien der Auffassung, durchtrainierte Frauenkörper seien nicht schön. Doch davon lässt sich Dazer nicht beirren. Von ihrer eigenen Online-Community bekomme sie ausschließlich positive Rückmeldung.

Die Plüderhäuserin spricht über ihr Training

Ihr typisches Training beginnt Julia Dazer mit zehn Minuten auf dem Stepper, um sich aufzuwärmen. Dann folgt eine Stunde Krafttraining. Klassisches Hanteltraining, Hantelbankdrücken, aber auch Klimmzüge gehören beispielsweise zu ihrem Programm. Zum Schluss geht es dann noch eine halbe Stunde aufs Laufband. Fünfmal in der Woche mache sie dieses Training. Frauen, die einen „definierten Körper“, wie Dazer sagt, haben wollen, müssten eben auch mit Gewichten trainieren, das typische Bauch-Beine-Po-Training reiche da nicht aus, erklärt die 27-Jährige im Studio zwischen den Spiegeln und Geräten, die für Nicht-Sportler wohl eher wie kleine Folterinstrumente aussehen.

Für all jene, die sich kaum zu einer kleinen Runde Sport aufraffen können, hat Dazer einen Tipp. Wer es gezielt angehen wolle, solle die Zeit beim Sport zu seiner Quality-Time machen und sich gezielt Zeit für sich nehmen, rät die Plüderhäuserin. „Das soll sich schließlich nicht wie ein zweiter Job anfühlen“, sagt sie. Doch wer sich im Fitnessstudio nicht wohlfühle, der sollte sich einen anderen Sport suchen.Im Dezember gewann die Sportlerin einen internen Fitnessstudio-Wettbewerb im Bankdrücken. Beteiligt waren daran alle drei Fitnessstudios von Fit for less in Urbach, Waiblingen und Weinstadt. Bei dem Wettbewerb ging es darum, die Hälfte des eigenen Körpergewichtes so oft wie möglich von sich selbst wegdrücken. Die Plüderhäuserin stemmte 30 Kilogramm 35-mal und gewann damit als stärkste Frau.

Mit 19 Jahren startete sie auf Youtube ihren ersten Social-Media-Kanal, damals noch mit Beauty-Videos. Später begann sie auch über das Thema Minimalismus und ihren eigenen Konsum zu sprechen. Aber auch ihre Brustvergrößerung macht die Studentin dort zum Thema. Inzwischen hat sie auf Youtube fast 70 000 Follower. Mehrere ihrer Videos dort wurden über 100 000-mal aufgerufen. Nicht nur privat beschäftigt sich die junge Frau mit Medien. Auf der Hochschule für Medien studiert Dazer Medienmanagement.

Wie viel verdient die Sportlerin mit der Werbung auf ihren Kanälen?

Auf ihrem Instagram-Kanal (@diiiejule) dokumentiert sie ihre Trainingsfortschritte, zeigt ihre Katze, Fotos aus dem Urlaub oder ihre Beauty-Tipps. Aber auch Produktwerbung betreibt sie dort, etwa für ein Nahrungsergänzungsmittel. Dazer bezeichnet das als Kooperationen. Finanziell sei das, was sie dabei einnimmt, vergleichbar mit einem Mini-Job. Reich werde sie damit nicht. Überprüfen lässt sich die Angabe nicht, die Branche ist schweigsam. Dazer erzählt, dass sie sehr viel mehr Werbung auf ihrem Kanal machen könnte. Doch weil sie ihre Follower damit nicht nerven wolle, bewerbe sie nur wenige Produkte. Doch das ist nicht der einzige Nebenjob, den Dazer neben ihrem Studium macht, sie arbeitet auch bei einer Security-Firma, wo sie etwa im Bereich des Werkschutzes tätig ist. Nur wenige Frauen arbeiten dort, erzählt sie. Auf die Frage, ob sie da nicht manchmal Angst habe, antwortet Dazer nur: „Gefährlich wird es nur sehr selten.“ Am liebsten würde sie sich gerne mal als Türsteherin ausprobieren, erzählt sie.

Urbach.
Wenn Julia Dazer das Fitnessstudio in Urbach betritt, wird sie dort mit ihrem Namen begrüßt. Kein Wunder, sie verbringt hier viele Stunden in der Woche. Auf Instagram verfolgen über 10 000 Follower ihre Fortschritte. Im Fitnessstudio Fit for less hat die junge Frau über ihr Hobby gesprochen und verraten, welchem für Frauen eher ungewöhnlichen Nebenjob sie nachgeht.

„Früher war ich der Auffassung, Sport ist Mord“, erzählt Julia Dazer,

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