Plüderhausen

Was Benjamin Treiber als Erstes angehen will, wenn er sein Amt als Plüderhäuser Bürgermeister antritt

BM Kanditatenvorstellung
Benjamin Treiber: „Das Schlimmste wäre, wenn das Gefühl aufkommt, der Bürgermeister schließt sich ein.“ © Benjamin Büttner

Einen Monat ist es nun her, dass Benjamin Treiber im ersten Wahlgang zum Nachfolger von Andreas Schaffer gewählt wurde. „Wir können es immer noch kaum glauben“, sagt der 28-Jährige über sich und seine Frau Jasmin zu den knapp 75 Prozent der Stimmen, die er bei der Bürgermeisterwahl erhalten hat – und die ihn mit viel Rückenwind, aber auch hohen Erwartungen ins neue Amt tragen werden.

Längst ist Treiber wieder zurück in seinem normalen Job als Sachgebietsleiter Personal und Ordnung bei der Stadt Plochingen. So richtig Zeit zur Erholung nach den spannenden, aber auch anstrengenden Wochen des Wahlkampfs hatte er noch nicht. „Es ging gleich am Montag danach weiter mit der Arbeit.“ Und fast jeden Tag sei er in Plüderhausen unterwegs, wo er in den vergangenen Wochen viele Gespräche geführt habe. Etwa mit Gemeinderäten, darunter auch jenen, die sich im Wahlkampf für andere Kandidaten engagiert haben. „Dabei habe ich viele Gemeinsamkeiten und ähnliche Wünsche herausgelesen.“

Eine gute Übergabe

Das Interesse an seiner Person sei groß – und Treiber möchte den Gremiumsmitgliedern jetzt möglichst auf Augenhöhe begegnen. „Ich bin ja ein Teil des Gemeinderats“, sagt er, „und wir sind demnächst Kollegen.“ Auch mit Bürgermeister Andreas Schaffer habe er bereits Gespräche geführt. „Ihm ist es wichtig, eine gute Übergabe zu machen. Und mir ist es wichtig, zumindest einen Teil seines umfangreichen Wissens übertragen zu bekommen. Ich freue mich, dass er dazu bereit ist.“

Bis zum 25. Juni wird Benjamin Treiber noch im Plochinger Rathaus tätig sein. Zum 1. Juli übernimmt er dann die Aufgaben von Schaffer in Plüderhausen. Bis dahin werde er keinerlei inhaltliche Einmischungen oder Positionierungen zu aktuellen Themen vornehmen. „Da halte ich mich komplett raus. Bis dahin habe ich ja auch noch kein Mandat und Schaffer ist Bürgermeister.“

Wird wieder Thema: Nachnutzung der Schlossgartenschule

Einen Ausblick auf die Zeit nach der Amtsübernahme kann Treiber aber bereits geben. In den ersten Wochen werde er im Rathaus selbst zunächst einmal alle Mitarbeiter kennenlernen und mit jedem einzelnen ins Gespräch gehen. Er möchte das Team und die Aufgabenverteilung kennenlernen, um zu sehen, was gut läuft und was verbesserungswürdig ist.

Auch inhaltlich will der neue Bürgermeister erste Schwerpunkte setzen. Allen voran beim Thema Kinderbetreuung. Treiber hat bereits im Wahlkampf angekündigt, die Zukunft der Schlossgartenschule noch einmal in den Gemeinderat zu bringen. Dabei geht es nicht um die Schulfusion selbst, sondern um die Frage der Nachnutzung als fünfgruppiges Kinderhaus. Im Gremium wurde diese schließlich mit nur einer Stimme Mehrheit beschlossen. Der künftige Bürgermeister will Überlegungen aus dem Gemeinderat aufgreifen.

Strenge Vorschriften für Umnutzung

Für eine Umnutzung gebe es bei einem so alten Gebäude strenge Vorschriften. „Bislang liegt nur eine grobe Kostenschätzung vor. Wir müssen das noch mal ganz genau anschauen und die Vor- und Nachteile der Alternativen aufzeigen.“

Diesen Wunsch habe er aus vielen Gesprächen herausgehört. Die Idee, gleichzeitig andere Nutzungsmöglichkeiten (für Vereine oder als Begegnungszentrum) zu ermöglichen, will Treiber im Gremium noch einmal diskutieren. Auch das geplante Kinderhaus im neuen Baugebiet Hohrain/Gländ sowie der Vorschlag der SPD mit einem Neubau in der Schulstraße soll noch einmal auf den Tisch kommen. Eine eindeutige Präferenz hat Treiber indes nicht. „Es kann deshalb sein, dass nachher die bisherige Lösung am Ende als sinnvollste herauskommt.“

Aufbruchsstimmung mitnehmen und Bürgerideen miteinbinden

Die bestehenden provisorischen Lösungen will sich Benjamin Treiber ebenfalls genauer anschauen und gemeinsam mit dem Gemeinderat nach kurzfristigen Lösungen für den Mangel an Kitaplätzen suchen. Hochwertige Container möchte er als eine Möglichkeit explizit nicht ausschließen. Gleichzeitig ist er sich bewusst, dass die Suche nach qualifiziertem Personal eine mindestens genauso große Herausforderung sein wird.

Eine große Rolle von Tag eins an wird für Treiber auch das Thema Finanzen spielen. „Die Situation in Plüderhausen ist ohnehin schwer. Die Corona-Pandemie hat das noch einmal verschärft.“ Dazu werde es viele Gespräche geben müssen. Treiber will zeitnah den Gemeinderat einbinden.

Auf die Bürgerschaft zugehen

Der neue Bürgermeister will aber nicht nur diese schwierigen Themen angehen. Benjamin Treiber möchte auch die Aufbruchsstimmung, die er im Wahlkampf wahrgenommen hat, ins Amt mitnehmen. „Es gibt ein riesengroßes Interesse an den Themen in der Kommune und eine Bereitschaft, sich einzubringen, das muss man natürlich nutzen.“ Dazu will er auf die Bürger zugehen und deren Ideen aufgreifen. „Das Schlimmste wäre, wenn das Gefühl aufkommt, der Bürgermeister schließt sich ein“, findet Treiber.

Zugehen will der 28-Jährige auch auf die Jugendlichen im Ort. „Auf Instagram war es unglaublich, wie viele mir dort gefolgt sind, mir Nachrichten geschrieben haben“, berichtet der 28-Jährige. Wohl auch, weil die gefühlte Distanz zu ihnen durch sein Alter nicht so groß sei. „Es wäre fahrlässig, das jetzt nicht zu nutzen.“ Er kann sich daher vorstellen, seine geplante Bürgersprechstunde etwa durch eine Whatsapp-Sprechstunde zu ergänzen.

Einen Monat ist es nun her, dass Benjamin Treiber im ersten Wahlgang zum Nachfolger von Andreas Schaffer gewählt wurde. „Wir können es immer noch kaum glauben“, sagt der 28-Jährige über sich und seine Frau Jasmin zu den knapp 75 Prozent der Stimmen, die er bei der Bürgermeisterwahl erhalten hat – und die ihn mit viel Rückenwind, aber auch hohen Erwartungen ins neue Amt tragen werden.

Längst ist Treiber wieder zurück in seinem normalen Job als Sachgebietsleiter Personal und Ordnung bei

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