Plüderhausen

Wie die Plüderhäuser Festtage auch künftig attraktiv bleiben können

Festage
2019 war ein Höhepunkt in der Geschichte der Festtage, als 1400 Musiker aus 35 Kapellen gemeinsam in Plüderhausen musizierten. © Reinhold Manz

Wenn es eine Veranstaltung in Plüderhausen gibt, auf die sich alle einigen können, dann sind es die Festtage. Vor 58 Jahren wurde das Volksfest vom damaligen Bürgermeister Willi Roos ins Leben gerufen. Und es sollte fortan die Gemeinde prägen, vereinen und repräsentieren. Die Festtage, sie sind das Aushängeschild von Plüderhausen.

Eines aber, das coronabedingt nun bereits das zweite Jahr in Folge abgesagt werden musste. Dass ein alternatives Festkomitee trotz Corona einen Umzug organisiert hat, zeigt, wie verbunden die Plüderhäuser ihrem Fest nach wie vor sind.

Vor zwei Jahren ein großes Blasmusikfest gefeiert

Die Pause wollten die Verantwortlichen jetzt dafür nutzen, um sich ganz grundsätzlich Gedanken über das Fest zu machen. „Das haben wir in der Vergangenheit immer wieder getan“, sagt Hartmut Bay, der seit mehr als drei Jahrzehnten Mitglied im Festkomitee ist und mitgeholfen hat, dass die Festtage sich in all den Jahren positiv entwickelt haben.

Zuletzt 2019, als im Rahmen der Festtage das Kreismusikfest Ostalb gefeiert wurde. Rund 1400 Musiker aus 35 Kapellen kamen damals nach Plüderhausen, um gemeinsam zu musizieren. Bay erinnert sich sehr gerne daran – und nimmt dies als Beispiel für die Strahlkraft der Veranstaltung weit über die Gemeinde hinaus.

Doch, alte Marketing-Regel, Gedanken über die Zukunft sollte man sich dann machen, wenn es gerade gut läuft. Genau das hat das Plüderhäuser Festtagskomitee nun gemacht – und sich mit Hilfe der fachkundigen Moderatorin Eva-Maria Jörg und finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Stiftung einen Tag lang über die Zukunft des Festes Gedanken gemacht.

Wo kann das Fest künftig noch besser werden?

Vorangegangen war dem eine anonyme Befragung von Komitee und Gemeinderat über Stärken und Schwächen der Veranstaltung. Mit erfreulichem Ergebnis, wie Bürgermeister Benjamin Treiber berichtet: „Die Ergebnisse waren deckungsgleich und die Grundhaltung positiv“. Eine gute Basis also für einen konstruktiven Workshop. Drei Themenbereiche haben sich schließlich herauskristallisiert, an denen man künftig gemeinsam arbeiten will.

Erstens sollen Identität und Profil des Festes gestärkt werden. Zwar sei das Einzugsgebiet der Festtage mit rund 20 Kilometern für einen Ort wie Plüderhausen gut, die Facebook-Präsenz mit rund 2500 Abonnenten ordentlich besucht, doch gerade in Richtung Ostalb gebe es noch ein Informationsdefizit, sagt Hartmut Bay.

Anpassungen "ohne Qualitätsverluste" 

Zweitens will man die Effizienz bei Kosten und Aufwand verbessern. Etwa, indem Einkäufe mehr gebündelt und Aufgaben bei der mehrtägigen Veranstaltung neu eingeteilt werden. „Wir müssen schauen, dass wir dies ohne Qualitätsverluste hinbekommen“, sagt Bay, der früher selbst auf dem Fest gekellnert hat und großen Wert darauf legt, dass sich die Gäste auch wohl und willkommen fühlen.

Drittens soll gemeinsam erkennbar Neues entwickelt und sollen neue innovative Angebote geschaffen werden. Denkbar ist hier aus Sicht von Bay grundsätzlich vieles: die Einbindung von Chören genauso wie Oldtimer-Gruppen beim Festzug oder eine Rock’n’Roll-Gruppe.

Konkret ausweiten wolle man etwa das Essensangebot – mit vegetarischen und veganen Gerichten. Auch soll der Bistrobereich attraktiver gestaltet werden. Und nicht zuletzt wollen sich die Festtage auch künftig als Plattform für Interessengruppen verstehen, zuvorderst natürlich für die beiden Musikvereine, die maßgeblich an der Organisation beteiligt sind. Eine Arbeitsgruppe will die Ideen nun konkretisieren und wenn möglich bereits 2022 umsetzen.

Grundsätzlich fällt das Fazit des Workshops positiv aus. Das gelte auch für die Expertin Eva-Maria Jörg, die unter anderem die Tour de Ländle 2014 und das 750-jährige Stadtjubiläum in Sindelfingen mitorganisiert hat und selbst Vereinsmitglied ist. Denn, so ihre Einschätzung, die Festtage stünden auf einer guten Basis.

„So etwas funktioniert nur, wenn man dafür brennt“, sagt der Bürgermeister

Und: Analoge, echte Erlebnisse lägen im Trend, Kommunen würden wieder mehr für solche Feste ausgeben. „Umso einfacher, wenn es schon da ist“, sagt Bay, der die gelebte Festkultur in Plüderhausen lobt. Hier müsse nichts von außen eingekauft werden, alles sei „echt“. „Die Festtage sind daher wichtig für die Ortsstruktur – gerade in diesen Zeiten.“

Bürgermeister Treiber, der jetzt Vorsitzender des Festtagskomitees ist, kann dies nur bestätigen. Er ist erstaunt gewesen, wie viel Aufwand hinter der Veranstaltung stecke und mit welchem Engagement dieses organisiert werde. „So etwas funktioniert nur, wenn man dafür brennt und eine echte Leidenschaft für das Fest hat.“ Und diese gilt es nun am Leben zu erhalten.

Wenn es eine Veranstaltung in Plüderhausen gibt, auf die sich alle einigen können, dann sind es die Festtage. Vor 58 Jahren wurde das Volksfest vom damaligen Bürgermeister Willi Roos ins Leben gerufen. Und es sollte fortan die Gemeinde prägen, vereinen und repräsentieren. Die Festtage, sie sind das Aushängeschild von Plüderhausen.

Eines aber, das coronabedingt nun bereits das zweite Jahr in Folge abgesagt werden musste. Dass ein alternatives Festkomitee trotz Corona einen Umzug

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