Plüderhausen

Wie Plüderhausen sein marodes Abwasser- und Wassernetz auf Vordermann bringen will

Rohrbruch
Zuletzt kam es häufiger zu Wasserrohrbrüchen in Plüderhausen. © Benjamin Büttner

Die Gemeinde Plüderhausen will in den kommenden Jahren viel Geld in Kanäle und Leitungen investieren. Von mehreren Millionen Euro pro Jahr ist die Rede. Um das zu planen und zu koordinieren, soll die Stelle eines Tiefbauingenieurs geschaffen werden.

Weshalb wird die Stelle benötigt?

Plüderhausen hat große Probleme beim Wasser- und Abwassernetz. Rund die Hälfte der Leitungen müsste wegen ihres Alters eigentlich schon ausgetauscht sein. Eine große Menge Frischwasser versickert jedes Jahr auf dem Weg zu den Haushalten. Hinzu kommt eine Vielzahl an Wasserrohrbrüchen. Von „immensen Herausforderungen“ sprach Bürgermeister Benjamin Treiber daher im Gemeinderat. Es sind Millionen-Investitionen nötig, „da braucht man auch entsprechende planerische Kapazitäten“. Deshalb will die Gemeine die Stelle eines Tiefbauingenieurs schaffen. Dies hätte zusätzliche Personalkosten in Höhe von jährlich 95.000 Euro zur Folge.

Was sagt der Bauamtsleiter dazu?

Ohne weitere Verschuldung seien die Aufgaben im Eigenbetrieb nicht zu leisten. „Andererseits haben wir dringenden Handlungsbedarf im Netz.“ Deshalb benötige man einen Experten, der sich ausschließlich darum kümmere. Zu den Räten sagte er: „Sie können sicher sein, dass es der Person keine Sekunde langweilig wird.“ Für die kommenden 15 bis 20 Jahre sei sie mit den Aufgaben voll ausgelastet.

Die Gemeinde müsse hier in die Gänge kommen und schneller werden. „Es ist wichtig, dass Trinkwasser aus dem Wasserhahn kommt und die Feuerwehr Wasser im Schlauch hat“, sagte Kern. Wenn nichts getan werde, sei das nicht mehr garantiert.

Was hält der Gemeinderat davon?

Nicht alle Räte der finanzschwachen Kommune waren von diesem Vorschlag sofort begeistert. Claudia Jensen (FW-FD) sagte, sie könne dem grundsätzlich zustimmen, wünschte sich von der Verwaltung aber eine Konkretisierung. „Wir möchten gerne eine ganz klare Aufgabenstellung haben für die Stelle.“ Die Verwaltung möge doch zunächst eine Stellenbeschreibung vorlegen. Auch Reiner Schiek (CDU) wünschte sich zunächst eine solche Stellenausschreibung – und meinte mit Blick auf die Personalkosten: „Das tut mir richtig weh, eine neue Stelle zu schaffen.“

Carlo Fritz (FW-FD) mahnte: „Wenn wir zustimmen, ist das eine Verpflichtung auf längere Zeit, dann müssen wir dabei bleiben.“ Klaus Harald Kelemen (SPD) sagte, zum Bürgermeister gewandt: „Es ist in Ordnung, wenn Sie energisch wirken und standfest, aber wenn dann hinterher das Geld fehlt, wir in ein Konjunkturloch fallen und nicht wissen, wie wir die Löcher stopfen sollen, kann es schon zu Verschiebungen kommen.“ Etwa weil Bauprojekte sich verzögern oder so viele andere kommunale Aufgaben anstehen, dass am Ende vielleicht kein Geld mehr dafür da ist.

Ulrich Scheurer (CDU) sagte: „Wir haben auch andere Baustellen“, etwa den Mangel an Kitaplätzen oder das neue Baugebiet Hohrain/Gländ, „das wird schon heftig“. Deshalb müsse man schauen „was möglich und was genehmigungsfähig ist“.

Wo wird die Stelle angesiedelt sein?

Organisatorisch wäre die Person dem Bauamt zugeordnet. Die Stelle des Tiefbauingenieurs soll jedoch beim Eigenbetrieb Wasser und Abwasser angesiedelt werden. Das sei ein großer Vorteil, sagte Bürgermeister Treiber. Denn so könnten die anstehenden Arbeiten nicht mit anderen kommunalen Aufgaben im Kernhaushalt in Konflikt kommen. Er mahnte zugleich: „Wenn wir das Problem nicht angehen mit mehreren Millionen, dann wird es immer schlimmer.“ An den Arbeiten führe kein Weg vorbei.

Wie hat sich das Gremium entschieden?

Unter der Maßgabe, dass der Tiefbauingenieur nur Tätigkeiten im Bereich Wasser und Abwasser ausführen wird, seine Stelle im Eigenbetrieb angesiedelt ist und die Gemeinde dies in der Stellenausschreibung auch genauso konkretisiert, stimmte eine Mehrheit des Gemeinderats (bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung) dafür.

Bürgermeister Benjamin Treiber sagte, er sei entschlossen, dieses Projekt weiter umzusetzen, „nicht nur die nächsten drei bis vier Jahre, sondern länger“. Und da der Gemeinderat sich zu den Investitionen bekennt, „bin ich optimistisch, dass wir das auch gemeinsam umsetzen“.

Die Gemeinde Plüderhausen will in den kommenden Jahren viel Geld in Kanäle und Leitungen investieren. Von mehreren Millionen Euro pro Jahr ist die Rede. Um das zu planen und zu koordinieren, soll die Stelle eines Tiefbauingenieurs geschaffen werden.

Weshalb wird die Stelle benötigt?

Plüderhausen hat große Probleme beim Wasser- und Abwassernetz. Rund die Hälfte der Leitungen müsste wegen ihres Alters eigentlich schon ausgetauscht sein. Eine große Menge

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