Plüderhausen

Wildtiere werden zum Problem: Stadtjäger ab September in Plüderhausen im Einsatz

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Vor allem mit Waschbären gibt es immer wieder Konflikte. © Privat

Auf der Suche nach Nahrung finden Wildtiere immer häufiger ihren Weg in Städte und Dörfer. Sind in der Hauptstadt Berlin inzwischen vor allem Wildschweine heimisch geworden und in Stuttgart Füchse, so haben sich in Plüderhausen hauptsächlich Waschbären eingenistet.

Welchen Schaden Waschbären anrichten können

So putzig die Tiere auf den ersten Blick auch sein mögen, so verheerend kann der Schaden sein, den sie anrichten. Umgeworfene Mülltonnen, Löcher in Dächern oder verwüstete Beete zählen zu den Folgen eines Waschbärbesuchs.

Zudem sind die Tiere Krankheitsüberträger, bringen Zecken, Läuse oder Flöhe mit sich. Auch für die heimische Vogelwelt können die Tiere zu einer Bedrohung werden, wenn sie Eier oder Jungtiere aus Nestern stehlen.

Mehr als 90 Exemplare dieser Kleinbären wurden deshalb im vergangenen Jahr in Plüderhausen eingefangen. „Das Thema kommt sehr häufig bei uns im Rathaus an“, sagt Bürgermeister Benjamin Treiber.

Was sich gesetzlich geändert hat

Bislang musste für jede Fallenstellung eine eigene Genehmigung beim Landratsamt eingeholt werden, „das ist ein Riesenaufwand“, so Treiber. Doch eine Änderung im Landesjagd- und Wildtiermanagementgesetz ermöglicht es den Kommunen seit diesem Juli, den bürokratischen Aufwand deutlich zu verringern, indem sie einen Stadtjäger benennen. Dieser muss nicht für jede einzelne Falle eine Genehmigung einholen und dient zugleich den Bürgern als fester Ansprechpartner bei Konflikten mit Wildtieren. Der Plüderhäuser Verwaltungsausschuss hat vor der Sommerpause einstimmig beschlossen, dass Plüderhausen einen solch eigenen Stadtjäger bekommen soll.

Voraussetzung für diese ehrenamtliche Tätigkeit sind ein Jagdschein sowie eine Zusatzausbildung als Stadtjäger. In Plüderhausen gibt es einen Jäger, der diesen Lehrgang bereits absolviert hat und nun dazu bereit wäre, die Aufgaben eines Stadtjägers zu übernehmen. Seit kurzem liegt auch seine Anerkennung des Landes vor, so dass die Gemeinde weitere Schritte einleiten kann. „Wir müssen jetzt die Jagdpächter fragen, ob das für sie in Ordnung ist“, erklärt der Bürgermeister. Erst dann darf auch der Name des Stadtjägers öffentlich gemacht werden. So viel darf allerdings bereits verraten werden: Er ist im Ort kein Unbekannter.

Wann der Stadtjäger tätig wird

Benjamin Treiber ist es wichtig, zwei Dinge zu betonen: Erstens dürfe der künftige Stadtjäger nur dann tätig werden, wenn ein Konflikt zwischen Mensch und Wildtier vorliege. Durch den Garten streunende Waschbären seien an sich also noch kein Anlass für eine Fallenstellung. Bejagt würden die Tiere zudem nur dann, wenn sich präventive Maßnahmen als nicht ausreichend erweisen. Und zweitens wird der Stadtjäger seine Aufgabe ehrenamtlich ausüben. Der Gemeinde entstünden dadurch keinerlei zusätzliche Ausgaben. Wer den Stadtjäger bestellt, müsse indes für die Kosten der Bejagung aufkommen.

Was mit den Tieren passiert

Denn wenn die Tiere im Konfliktfall eingefangen werden, dürfen sie im Anschluss nicht einfach wieder ausgesetzt werden. Für die Kadaver der Wildtiere wird die Gemeinde deshalb künftig auch einen sogenannten Konfiskatsbehälter nutzen. In diesem werden bejagte, im Straßenverkehr verstorbene oder tot aufgefundene Tiere gekühlt aufbewahrt – und im Anschluss durch Mitarbeiter des Zweckverbands Neckar-Franken zur Tierkörperbeseitigung gebracht.

Ein solches Kühlgerät steht der Gemeinde bereits zur Verfügung. Ursprünglich war das 200 Liter fassende Müllgefäß zur Kühlung von Speiseabfällen in der Schulmensa angedacht, wurde dort jedoch nicht benötigt. Nun soll es einer anderen Verwendung zugeführt werden. Der künftige Standort für den Konfiskatsbehälter ist beim Vorflutsicherungspumpwerk Heusee vorgesehen. Er soll von den örtlichen Jägern, aber auch vom Bauhof der Gemeinde genutzt werden.

Zum 1. September wird der Stadtjäger ins Amt eingesetzt. An der Vorgehensweise werde sich aber auch dann nichts ändern, so Benjamin Treiber. Bürger, die Konflikte mit einem Wildtier haben, sollen sich ans Rathaus wenden. Dort werden dann die weiteren Schritte eingeleitet.

Auf der Suche nach Nahrung finden Wildtiere immer häufiger ihren Weg in Städte und Dörfer. Sind in der Hauptstadt Berlin inzwischen vor allem Wildschweine heimisch geworden und in Stuttgart Füchse, so haben sich in Plüderhausen hauptsächlich Waschbären eingenistet.

Welchen Schaden Waschbären anrichten können

So putzig die Tiere auf den ersten Blick auch sein mögen, so verheerend kann der Schaden sein, den sie anrichten. Umgeworfene Mülltonnen, Löcher in Dächern oder

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