Plüderhausen

Wofür Plüderhausen im Jahr 2023 Geld ausgeben will

Schlossgartenschule
Der Umbau der Schlossgartenschule zum Kinderhaus ist das wichtigste Projekt im kommenden Jahr. © Benjamin Büttner

Vor einem Jahr malte die Gemeindeverwaltung von Plüderhausen ein ziemlich düsteres Szenario an die Wand. Eine Rekordverschuldung von gut 34 Millionen Euro hatte Kämmerin Regina Rösch damals bei der Einbringung des Haushaltsentwurfs für das Jahr 2025 prognostiziert. Bürgermeister Benjamin Treiber sagte dazu: „Die Lage ist ernst“.

Ein Jahr später gilt das angesichts der gewaltigen Aufgaben, vor denen die Gemeinde steht, zwar noch immer. Die Zahlen der Kämmerin für die kommenden Jahre sehen indes nicht mehr ganz so düster aus. So rechnet Rösch bis zum Jahre 2025 mit einer vorläufigen Gesamtverschuldung von 28,6 Millionen Euro (aktuell: knapp 13 Millionen Euro), die vor allem auf hohe Investitionen im Bereich Wasser und Abwasser zurückzuführen sind.

„Vorrangig Pflichtaufgaben angehen“

Rösch verwies auf die vielen infrastrukturellen Defizite, „das ist eine riesige Herausforderung, in der mittelfristigen Planung kommt da einiges zusammen“. Die Gemeinde müsse daher Synergien schaffen und Folgekosten reduzieren. „Wir müssen vorrangig Pflichtaufgaben angehen und an die freiwilligen Ausgaben gehen, damit Freiraum für Pflichtaufgaben geschaffen wird.“

Umbau Schlossgartenschule, Grundstückskäufe und Unterbringung Geflüchteter

Die größte Investition im kommenden Jahr ist der Umbau der Schlossgartenschule zum Kinderhaus, mit dem im Oktober begonnen wurde. Hierfür sind 3,4 Millionen Euro im Kernhaushalt eingeplant, der zweitgrößte Posten sind Grundstückskäufe mit einer Million Euro, gefolgt von der Unterbringung Geflüchteter mit 800.000 Euro. Insgesamt plant die Gemeinde mit Investitionen in Höhe von knapp acht Millionen Euro.

Für das Jahr 2024 sind sogar Investitionen in Höhe von 16,3 Millionen Euro eingeplant. Denn mittelfristig hat sich Plüderhausen einiges vorgenommen: die Erschließung von Hohrain/Gländ, den Neubau der Kita Kellerwiesen, Sanierung oder Neubau bei DRK und Feuerwehr, ein mögliches Sportgelände im Osten der Gemeinde oder den Neubau der Obdachlosenunterkunft in der Adelberger Straße 18.

Neue Kreditaufnahmen geplant

All das geht nicht ohne die Aufnahme von weiteren Krediten. Nachdem in diesem Jahr darauf verzichtet werden konnte, will die Gemeinde für die kommenden beiden Jahre im Kernhaushalt jeweils gut fünf Millionen Euro aufnehmen.

Neben den vielen Investitionen schlagen im kommenden Jahr auch steigende Ausgaben im Ergebnishaushalt zu Buche. So muss die Gemeinde gut acht Millionen Euro an Personalkosten aufbringen. Im Jahr 2019 beliefen sich diese noch auf 6,1 Millionen. Vor zehn Jahren lagen sie noch bei gerade mal 4,3 Millionen Euro. Dafür kann die Gemeinde mit leicht steigenden Einnahmen aus dem Finanzausgleich rechnen.

Daher wird der Ergebnishaushalt im kommenden Jahr mit einem Plus von knapp einer Million Euro abschließen – obwohl der Hebesatz bei der Grundsteuer A und B nicht angehoben wird.

2024 erwartet Rösch „richtigen Dämpfer“

Unterm Strich fällt die mittelfristige Finanzplanung etwas besser aus als im vergangenen Jahr befürchtet, wie Kämmerin Rösch berichtete, die zugleich betonte, dass im Jahr 2024 „ein richtiger Dämpfer“ zu erwarten sei. Die Zuschüsse aus dem Finanzausgleich werden dann nämlich absehbar wieder sinken. Deshalb müsse man Wirtschaftlichkeit und Dauerhaftigkeit von Projekten grundsätzlich überprüfen.

Das haben die Eigenbetriebe vor

Und wie ist die Situation bei den Eigenbetrieben Wasser, Abwasser, Strom, Parken und Wärmeversorgung? Hier plant Rösch mit einem ausgeglichenen Haushalt. Eine Gebührenerhöhung beim Wasser und Abwasser wird es 2023 nicht geben.

Auch hier muss investiert werden. Insgesamt 1,8 Millionen Euro sind für die Wasserversorgung im kommenden Jahr eingeplant. Geld, das in die dringend notwendige Sanierung und den Neubau von Wasserleitungen, aber auch die Sanierung von Hochbehältern fließen wird. Für Zinstilgungen und Investitionen ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 4,2 Millionen Euro vorgesehen.

Im Bereich der Abwasserbeseitigung sind Investitionen in Höhe von 1,2 Millionen Euro vorgesehen. Investiert wird etwa in die Sanierung von Regenüberlaufbecken sowie die Unterhaltung der maroden Kanalleitungen. Trotz einer geplanten Kreditaufnahme von 1,6 Millionen Euro wird es im Finanzhaushalt dieses Eigenbetriebs voraussichtlich ein leichtes Defizit geben.

Im Bereich Stromversorgung stehen Investitionen in den Ausbau der Photovoltaik am Schulzentrum an. Finanziert wird dies mit einem 180 000-Euro-Kredit.

Knapp 19 Millionen Euro müssen investiert werden

Keine Investitionen stehen in den Bereichen Parken und Wärmeversorgung an. In den Jahren bis 2026 muss die Gemeinde aber weiter viel investieren in ihren Eigenbetrieb. Knapp 19 Millionen Euro stehen in der mittelfristigen Finanzplanung – unter anderem für die Sanierung von Regenüberlaufbecken, Wasserleitungen und Kanälen, die Hochbehälter Lochtobel/Im Billing sowie weitere Photovoltaikanlagen.

Wie es jetzt weitergeht

Bis Anfang Januar können die Fraktionen nun ihre Haushaltsanträge einreichen. Über diese soll dann am 19. Januar beraten werden. Am 26. Januar folgen die Haushaltsreden. Dann sollen die Haushaltspläne fürs kommende Jahr verabschiedet werden.

Vor einem Jahr malte die Gemeindeverwaltung von Plüderhausen ein ziemlich düsteres Szenario an die Wand. Eine Rekordverschuldung von gut 34 Millionen Euro hatte Kämmerin Regina Rösch damals bei der Einbringung des Haushaltsentwurfs für das Jahr 2025 prognostiziert. Bürgermeister Benjamin Treiber sagte dazu: „Die Lage ist ernst“.

Ein Jahr später gilt das angesichts der gewaltigen Aufgaben, vor denen die Gemeinde steht, zwar noch immer. Die Zahlen der Kämmerin für die kommenden Jahre

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