Rems-Murr-Kreis

Bundeswehr unterstützt Isolierunterkunft für Flüchtlinge

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In einem ehemaligen Freizeitzentrum des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes in Althütte-Sechselberg wird der Betrieb aufgenommen. © ZVW/Danny Galm

Althütte/Ellwangen/Giengen an der Brenz.
Die Bundeswehr unterstützt in der Coronavirus-Krise das Land Baden-Württemberg in Unterkünften für Geflüchtete. Die Unterstützung sei befristet bis einschließlich zum 30. Juni vorgesehen, teilte das Regierungspräsidum Stuttgart am Montag mit. Zum Einsatz kommen die Soldaten in der Isolierstation in Althütte-Sechselberg, in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Ellwangen und in der LEA-Außenstelle in Giengen an der Brenz. „Wir sind für diese Unterstützung in solch einer Situation ausgesprochen dankbar“, sagt Innenminister Thomas Strobl (CDU).

Aktuell sind in Althütte-Sechselberg 26 Personen untergebracht

Seit vergangenem Donnerstag (16. April) kommen in Althütte-Sechselberg zehn Soldaten des Jägerbataillons 292 aus Donaueschingen bei der Essens- und Materialausgabe sowie beim täglichen Betrieb der temporären Isolierunterkunft für Geflüchtete zum Einsatz. Seit vergangenem Freitag (17. April) sind zusätzlich acht Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes im Einsatz. Die Aufgaben der Sanitäterinnen und Sanitäter liegen im pflegeähnlichen Bereich und bei der Unterstützung der medizinischen Betreuung, beispielsweise beim täglichen Fieber-Monitoring sowie bei der Betreuung von zwei dort untergebrachten Säuglingen. In der Unterkunft in Althütte-Sechselberg sind laut RP aktuell 26 Personen temporär untergebracht, sieben davon aus Tübingen, 19 aus Ellwangen. 

In der kurzfristig in den Betrieb genommenen Außenstelle der Ellwangener LEA in Giengen an der Brenz (Landkreis Heidenheim), die seit dem 3. April in Betrieb ist, sind derzeit 26 Personen untergebracht. Zwei Mitarbeitende eines Dienstleisters, der in der Einrichtung in Giengen im Einsatz ist, wurden positiv auf SARS-CoV-2 getestet, sodass alle Bewohner getestet wurden. Die Bewohner, die positiv getestet wurden, sind im isolierten Quarantänebereich der LEA Ellwangen untergebracht. Die Kontakt- und Ausgangssperre von Stadt und Landkreis für die LEA-Außenstelle in Giengen an der Brenz dauert bis zum 22. April 2020.

Zahlreiche Corona-Fälle in der LEA Ellwangen

In der LEA in Ellwangen sind derzeit rund 600 Menschen untergebracht, wovon nach jüngster Mitteilung des Landratsamtes Ostalbkreis rund die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Die Kontakt- und Ausgangssperre für die LEA wurde von Stadt und Landkreis bis zum 3. Mai verlängert. Seit Montagnachmittag unterstützen 35 Soldatinnen und Soldaten aus Stetten am kalten Markt die LEA Ellwangen beim Betrieb der Einrichtung sowie im pflegeähnlichen Bereich sowie bei der Unterstützung der medizinischen Betreuung, beispielsweise beim täglichen Fieber-Monitoring.


Hintergrund

  • Die Erstaufnahme von Flüchtlingen ist eine Aufgabe des Landes, die durch die vier Regierungspräsidien in Baden-Württemberg geleistet wird. Dabei erfolgt eine Unterbringung in den vier sogenannten Landeserstaufnahmeeinrichtungen (LEA) in Freiburg, Sigmaringen, Karlsruhe und Ellwangen.
  • Neuankommende Flüchtlinge werden zuerst im Ankunftszentrum in Heidelberg beziehungsweise in der LEA in der sie zuerst ankommen, auf SARS-CoV-2 getestet und anschließend 14 Tage – unterteilt nach Tageszugängen –getrennt untergebracht. Danach werden sie in die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes verteilt. 
  • Insgesamt sind vier Hilfeleistungsanträge des Landes Baden-Württemberg von der Bundeswehr genehmigt worden, drei davon betreffen den Stuttgarter Regierungsbezirk. Die Hilfeleistungen für Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) ist noch in der Planungsphase.