Remshalden

20 Jahre Museumsverein Remshalden: Immer noch ein Museum zum Anfassen

20 Jahre Museumsverein Remshalden mit Sonderausstellung: Irmgard Fischer (Vereinsvorsitzende ) und Hermann Seibold ( Vorstandsmi
Museumsvereinsvorsitzende Irmgard Fischer und Vorstand Hermann Seibold vor dem Gasthausschild der „Krone“ in Buhlbronn. © Benjamin Beytekin

„Unser Museum ist wie ein Bilderbuch, in dem jeder Besucher blättern und die kollektive Geschichte Remshaldens entdecken kann.“ So die sympathisch einladende Antwort von Irmgard Fischer auf die etwas provozierende Frage, wozu denn ein Heimat-Museum in der Gegenwart wichtig sei. „Es braucht einen Ort“, sagt sie, „wo man Vergangenheit nachvollziehen kann“. Und Hermann Seibold ergänzt aus eigener Erfahrung: „Früher dachte ich, wir müssen nur nach vorne schauen. Aber wer Heute und Morgen verstehen will, muss wissen, wie es gestern war.“

Das Museum - ein höchst informativ konzipiertes Schmuckstück

Vor 20 Jahren, am 29. September 2000, wurde der Museumsverein Remshalden gegründet. Vorsitzende ist Irmgard Fischer, Hermann Seibold gehört dem Beirat an. Damals kümmerte sich der Verein noch um das Museum im Olgastift.

Nachdem 2006 die Feuerwehr aus ihrem Standort, der vormaligen Kelter, ausgezogen war, wurde dann dieses historische Gebäude in der Grunbacher Schillerstraße zum neuen Museum Remshalden umgebaut, das schließlich völlig neu konzipiert mit den Schwerpunkten „Heimat, Wirtschaft, Heinkel“ 2009 seine Pforten für das Publikum öffnen konnte. Ein Schmuckstück. Und dabei von der damaligen Kreisarchivarin Renate Winkelbach höchst informativ ausgestattet und konzipiert.

Im Rückblick gibt es nun 20 Jahre voller unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatzes für das Museum zu erinnern und zu feiern. Gelegenheit dazu gibt die Sonderausstellung „Einblicke“, die ab diesen Sonntag, den 4. Oktober, zu sehen sein wird. In ihr wird auf 20 reich bebilderten Schautafeln Rückblick auf eine überaus intensive Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Publikationstätigkeit des Museumsvereins gehalten.

Insgesamt sind in dieser Zeit 30 Sonderausstellungen gezeigt worden. Dies zu Themen wie Schillers familiäre Wurzeln in Grunbach während des Schillerjahres 2005, „Die Dichter und der Wein“(2010), „Fachwerk“ (2011) oder „Kleindenkmale“ (2014). Aber auch einem so heiklen Thema wie die Verstrickung ins Dritte Reich des berühmtesten Sohnes, des in Grunbach geborenen Flugzeugbauers Ernst Heinkels (1888-1958), wurde mit der Ausstellung „Heinkel“ von 2013 nicht ausgewichen. Auch und gerade, weil es in der Gemeinde sehr kontrovers diskutiert wurde.


Zudem gab es eine Vielzahl an Vorträgen und Lesungen zu historischen Themen. Knapp 1500 Besucher kommen so jährlich ins Museum. Aber der Verein ging auch in die Ortsteile hinaus, etwa mit seinen Museums-Sommer-Lese-Abenden. Dazu kommt die Arbeit hinter den Kulissen. Die Sammlung mit 3000 Exponaten wird durch Schenkungen und Nachlässe ständig erweitert und muss inventarisiert werden.

Ganz wichtig ist dem Museumsverein aber auch die museumspädagogische Arbeit mit Kindern. So gab es 2016 eine Ausstellung zum Thema „Kinder entdecken ihren Heimatort“. Und auch wenn alle Museen derzeit besonders zu digitalen Vermittlungsformen aufgefordert, ja regelrecht gedrängt werden, so ist das Museum in Remshalden – und will es bleiben - ein Museum zum Anfassen. Es gibt im Verein eine Abteilung „Junges Museum“, die Führungen speziell für Kinder organisiert, bei denen es für die Kids auch etwas zum Anfassen und damit das Erlebnis eines berührenden Staunens über alte Museumsstücke gibt. Coronabedingt musste auch dieses Angebot vorläufig leider ausgesetzt werden.

Aber es wird natürlich auch in Remshalden mit modernen Medien gearbeitet. So gibt es schon seit 2006 eine Reihe von auf Film mitgeschnittenen Zeitzeugen-Interviews, sogenannte „Wohnzimmergespräche“. Als Nächstes hätte das nun verschobene Gespräch mit der inzwischen verstorbenen Malerin Hanne Nitschke-Illg gezeigt werden sollen.

Außerdem verfügt das Museum nun über ein neues Tablet als Medienguide durch die Ausstellung. Aber, sagt Irmgard Fischer: „Ins Internet stellen wollen wir das nicht. Die Leute sollen ja zu uns kommen!“

Wie jetzt wieder ab Sonntag, 4. Oktober, jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Zwar ohne Festakt zur Ausstellungseröffnung. Aber es soll doch auch etwas Perlendes geben. Jubiläen müssen irgendwie gefeiert werden.

„Unser Museum ist wie ein Bilderbuch, in dem jeder Besucher blättern und die kollektive Geschichte Remshaldens entdecken kann.“ So die sympathisch einladende Antwort von Irmgard Fischer auf die etwas provozierende Frage, wozu denn ein Heimat-Museum in der Gegenwart wichtig sei. „Es braucht einen Ort“, sagt sie, „wo man Vergangenheit nachvollziehen kann“. Und Hermann Seibold ergänzt aus eigener Erfahrung: „Früher dachte ich, wir müssen nur nach vorne schauen. Aber wer Heute und Morgen

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper