Remshalden

Bei Baka in Geradstetten ist Schluss mit der Produktion: Warum trotzdem noch Leben im Gebäude ist

Baka
Der Name Baka steht für „Bader Karren“, er hängt mit der Bezeichnung D. Bader Söhne immer noch an den Gebäuden an der Ecke von Rathausstraße und der Straße „Am Kelterwiesenbach“. © Alexandra Palmizi

Verwunderung in Geradstetten: Eigentlich hieß es, bei der Firma Baka ist Ende 2020 Schluss. Doch nachdem das ganze laufende Jahr über weiter Leben in den Gebäuden des traditionsreichen, von Wilhelm Enßle groß gemachten Herstellers von Staplern und Hubwagen war, fragten sich einige: Geht es doch weiter? Ein Anruf bei Richard Ludwig, dem Geschäftsführer der Münsinger Firma Genkinger, die Baka schon 2018 gekauft hatte, bringt Aufklärung.

Nein, sagt er, es werde in Geradstetten nicht mehr produziert. Aber der Mietvertrag für das Gebäude laufe noch bis Ende 2021. „Da ist noch ein Lager von uns“, so Richard Ludwig. Von dort gehe alle zwei Tage ein Transport nach Münsingen, wo Genkinger sein Stammhaus hat. Deswegen seien auch noch zwei Kundendienstmitarbeiter vor Ort.

Es seien außerdem noch zwei weitere Mieter im Gebäude, die Teile davon nutzen, einer für Schweiß- und einer für Lackierarbeiten, sagt Richard Ludwig. Wie es nach dem endgültigen Auszug von Baka mit der Immobilie weitergehe, weiß er nicht.

Umbrüche und Krise

Genkinger hatte Baka 2018 nach anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten gekauft und führte den Betrieb unter dem Namen Genkinger Baka Material Handling weiter. „Die Auftragsbücher in der Branche waren damals voll“, sagte Geschäftsführer Richard Ludwig unserer Zeitung dazu später. Durch die Umbrüche in der Automobilbranche und vor allem die Auswirkungen der Corona-Krise sei die Situation eine andere geworden. Leider könne man den Standort in Remshalden deswegen nicht mehr wirtschaftlich betreiben.

Inzwischen habe das Geschäft zwar wieder angezogen, sagt Ludwig. Eine Perspektive für Baka am Standort Remshalden gibt es dennoch nicht. Der Firmenname unter dem Dach von Genkinger, alle Angebote und der Service würden aber erhalten bleiben, sagt der Genkinger-Geschäftsführer.

Baka – der Name des Herstellers von Hubwagen und Staplern deutet noch auf die Wurzeln des Unternehmens hin: Bader Karren. Gegründet in Stetten in der ehemaligen Dorfschmiede, übernahm nach dem Weltkrieg die Stettener Familie Enßle den Betrieb. 1930 folgte der Umzug nach Geradstetten, wo es mehr Platz gab und die Verkehrsanbindung besser war. In der Folge machte Wilhelm Enßle den Betrieb groß. Dessen Name ist im Remstal heute noch ein Begriff, in Remshalden sind die größte Sport- und Veranstaltungshalle der Gemeinde und eine Straße nach Wilhelm Enßle benannt.

Baka war schon vor der Übernahme durch Genkinger in Schwierigkeiten. Anfang der 2000er Jahre geriet der Betrieb wegen rückläufiger Umsätze in die Krise und schrieb rote Zahlen. Es gab einen Personalabbau und 2005 Schlagzeilen durch Gerichtsstreitigkeiten mit Mitarbeitern um Arbeitszeit und Urlaubsgeld. Damals hatte das Unternehmen laut einem Zeitungsbericht noch 65 Mitarbeiter.

Rund 40 Mitarbeiter betroffen

Von den zuletzt noch rund 40 Baka-Mitarbeitern seien einige an den Genkinger-Hauptsitz in Münsingen auf der Schwäbischen Alb gewechselt, so Geschäftsführer Richard Ludwig. Andere seien nun dauerhaft im Home-Office, das heißt, sie arbeiten von zu Hause, zum Beispiel Mitarbeiter in der Entwicklung oder in Kundenservice und Einkauf. Im Außendienst hätten die Kunden die gleichen Ansprechpartner wie bisher. „Wir sind auf das Know-how der Leute angewiesen“, sagt Ludwig. „Die Kunden sollen keine Nachteile haben.“

Wie viele Mitarbeiter nicht weiter beschäftigt werden, will der Genkinger-Geschäftsführer nicht sagen und beruft sich auf den Datenschutz. Es seien auch Auszubildende unter den zuletzt noch rund 40 Beschäftigten, die nach der Abschlussprüfung nicht weiterbeschäftigt würden. Es sei mit dem Betriebsrat ein Sozialplan für alle betroffenen Mitarbeiter erstellt worden.

Verwunderung in Geradstetten: Eigentlich hieß es, bei der Firma Baka ist Ende 2020 Schluss. Doch nachdem das ganze laufende Jahr über weiter Leben in den Gebäuden des traditionsreichen, von Wilhelm Enßle groß gemachten Herstellers von Staplern und Hubwagen war, fragten sich einige: Geht es doch weiter? Ein Anruf bei Richard Ludwig, dem Geschäftsführer der Münsinger Firma Genkinger, die Baka schon 2018 gekauft hatte, bringt Aufklärung.

Nein, sagt er, es werde in Geradstetten nicht mehr

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