Remshalden

Erasmus-Programm an Grundschule Grunbach: Europäische Freundschaften geknüpft

Erasmuslehrer
Internationales Kollegium in der Grundschule Grunbach, im Hintergrund Künstlerin Simone Leister mit Viertklässlern. © Gaby Schneider

„Ein Himmel voller Frieden“ heißt die Installation, die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Grundschule Grunbach jetzt gemeinsam mit der Stuttgarter Objektkünstlerin Simone Leister erarbeitet haben. Zwölf Lehrerinnen aus Remshalden, Tamperer (Finnland), Lesna (Polen) und Silute (Litauen) waren ebenfalls dabei. Sie haben nun über rund zwei Jahre miteinander gearbeitet. „Erasmus+“ nennt sich das Projekt, das in diesem konkreten Fall leuchtende Papier-Tauben an der Decke der Grundschule angebracht und gleichzeitig die Pädagoginnen der vier Länder zusammengebracht hat.

Austausch mit lokalen Künstlern

Ihre gemeinsamen Sprachen? Englisch und Kunst. Gemeinsam haben die Grundschulpädagogen an Projekten für den Schulunterricht gearbeitet und dabei auch Erstaunliches über die Lebensgewohnheiten in den Ländern der Kolleginnen entdeckt. Denn: Während ihrer Kooperation haben sie sich nicht nur mit den klassischen Künstlern aus dem Lehrplan beschäftigt. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern haben sie auch mit lokalen Künstlern, die im Hier und Heute des jeweiligen Landes arbeiten, experimentiert.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Schulsystem entdeckt

Das Ergebnis sind zum einen spannende, neue Arbeitstechniken, die die Lehrerinnen in ihren Unterrichtseinheiten zu Hause gut gebrauchen können. Im Austausch über die verschiedenen Unterrichtsformen und -gestaltungen der Schulsysteme haben die Teilnehmerinnen aber auch viel über Gemeinsamkeiten und Unterschiede gelernt.

Ute Andreasch, die auf deutscher Seite auch organisatorisch mitgewirkt hat, fand es durchaus spannend zu sehen, wie viel hierarchischer beispielsweise die Schulstrukturen in Polen sind – ganz im Gegensatz zu Finnland, wo sich das Miteinander zwischen Schülern und Lehrern erheblich lockerer darstelle als in Deutschland, vor allen Dingen als in Polen. Und so war die Finnin Anne Piirainen von der Höflichkeit der deutschen Schülerinnen und Schüler überrascht.

Gemeinsamkeiten über Landesgrenzen hinweg

Zum anderen ist aber noch etwas ganz Besonderes in der Zusammenarbeit entstanden – ein europäisches Lebensgefühl. „Wir haben sehr gute, neue Freunde gefunden“, erklärt Anne Piirainen. Wunderbar sei’s gewesen, Menschen jenseits der Landesgrenzen zu entdecken. Wunderbar die Erkenntnis, dass sie sich mit den gleichen Dingen, Problemen und Hoffnungen für die Schüler beschäftigten.

Und die Kunst habe ihnen bei dem Austausch durchaus geholfen. „Kunst ist unsere gemeinsame Sprache, mit der wir uns alle ausdrücken können, auf die wir alle Zugriff haben“, erklärt Ute Andreasch. Zudem ließen sich die Projekte mit den verschiedenen Schulklassen so leichter umsetzen. Immerhin: Während in Deutschland die Grundschule bis zur vierten Klasse geht, wechseln die Kinder in Finnland erst nach der sechsten Klasse die Schule. So konnten die internationalen Lerninhalte aufs jeweilige Alter der Schülerinnen und Schüler angepasst werden.

Intensive Zeit schon bald vorbei

Im Herbst allerdings ist diese Zeit, die die Lehrerinnen aller teilnehmender Länder als sehr intensiv erlebten, schon wieder vorbei. Das bedauern sie sehr, beenden das Projekt aber mit dem Wissen, gute Freundinnen gefunden zu haben.

Übrigens: Dass alle vierten Klassen der Grundschule Grunbach an dem Erasmus+-Projekt teilnehmen konnten, war dem Förderverein der Schule zu verdanken, ergänzt Rektorin Annette Pohl dankbar. Das Erasmus+-Programm hätte nämlich nur die Teilnahme einer vierten Klasse finanziert, der Förderverein hatte nun den Rest übernommen.

Programm der Europäischen Union

Die Förderung der europaweiten Zusammenarbeit in allen Bildungsbereichen ist ein Anliegen der Europäischen Union. Das EU-Programm „Erasmus+“ für Bildung, Jugend und Sport wird daher auch künftig fortgeführt. In diesem Rahmen erhalten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, sich über längere Zeit hinweg auszutauschen. Das Ziel ist es, gemeinsame Werte zu entdecken und das kulturelle Erbe Europas sowie demokratische Teilhabe weiterzuverbreiten.

„Ein Himmel voller Frieden“ heißt die Installation, die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Grundschule Grunbach jetzt gemeinsam mit der Stuttgarter Objektkünstlerin Simone Leister erarbeitet haben. Zwölf Lehrerinnen aus Remshalden, Tamperer (Finnland), Lesna (Polen) und Silute (Litauen) waren ebenfalls dabei. Sie haben nun über rund zwei Jahre miteinander gearbeitet. „Erasmus+“ nennt sich das Projekt, das in diesem konkreten Fall leuchtende Papier-Tauben an der Decke der

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