Remshalden

„Erhebliche Verkehrsbelastung“ für Grunbach-Süd

Thema  umbenennung der Ernst heinkel realschule in remshalden Grunbach, alles andere bleibt so auch der strassennamen    foto be
Seit 2017 steht das Gebäude leer. © Benedikt Jäger (Online Praktikant)

Remshalden. Beim Abbruch der alten Realschule in Grunbach-Süd müssen die Bagger Rücksicht auf eine kleine Pflanze nehmen. Auf dem Gelände wächst nämlich die Bienen-Ragwurz, eine schützenswerte Orchideen-Art. Die Gemeinderäte machen sich währenddessen Gedanken über den Lärm, der durch die Abrissarbeiten auf die Anwohner zukommt.

Seit 2017 steht das Gebäude in der Goethestraße in Grunbach-Süd leer. Damals zog die Realschule an ihren neuen Standort in Geradstetten, wo das alte Hauptschulgebäude dafür um- und ausgebaut wurde. Nächstes Jahr soll die ehemalige Ernst-Heinkel-Realschule nun abgebrochen werden. Die Gemeindeverwaltung geht davon aus, dass der Rückbau in der ersten Jahreshälfte 2020 über die Bühne geht. Zwar soll der Auftrag an ein Abbruchunternehmen bereits während der Sommerferien vergeben werden. Dieses soll dann aber ein Zeitfenster bis März oder je nach Absprache auch länger bekommen. Dadurch erhofft sich die Gemeinde einen guten Preis für die Arbeiten. Im Moment seien die Auftragsbücher der Unternehmen voll, sagte Bürgermeister Reinhard Molt im Gemeinderat, deswegen gehe er nicht davon aus, dass der Abbruch noch dieses Jahr stattfindet.

"Gibt es ein Gespräch mit den Anliegern?"

Die alte Realschule ist kein kleines Häuschen, das in ein paar Tagen verschwunden ist, wenn der Bagger mal richtig zubeißt. Der Rückbau dürfte sich länger hinziehen, zumal auch einige Materialien darin verbaut sind, die gesondert entsorgt werden müssen. „Da wird mit schwerem Gerät gearbeitet“, stellte deswegen Ursula Zeeb (Alternative Liste) diese Woche im Gemeinderat fest. Es müssten Massen von Material wegtransportiert werden. „Gibt es ein Gespräch mit den Anliegern?“, fragte sie. „Dass man mit denen klärt, dass die Belastungen sich verträglich gestalten?“

Ja, so die Antwort von Bürgermeister Reinhard Molt: Bevor abgebrochen werde, wolle er die bereits angekündigte Informationsveranstaltung für die Bevölkerung stattfinden lassen. Dabei solle auch die Organisation des Abbruchs Thema sein. Klar sei: „Es wird eine Verkehrsbelastung geben, und zwar eine erhebliche.“ Der Lkw-Verkehr solle „ausschließlich nach Osten abgeführt werden“, also auf direktem Weg in Richtung Brückenstraße und über diese weiter zur Bundesstraße.

„Es wird auch geprüft, ob auf der Fläche gleich gebrochen werden kann“, so Reinhard Molt. Das heißt: ob die vom Bagger aus dem Gebäude herausgerissenen Teile mit einem Schredder vor Ort zerkleinert werden. Der Vorteil dabei sei, erklärte der Bürgermeister im Gemeinderat, dass dadurch erheblich mehr in einen Lkw passe und die Fahrten um etwa 15 Prozent reduziert werden könnten und damit auch die Kosten für den Abbruch. Dabei gebe es jedoch die Frage des Lärms, klar sei, dass der Zerkleinerer nur zu bestimmten Zeiten und auf einer Seite des Gebäudes arbeiten könne, wo er abgeschirmt sei.

"Die Belastung ist gewaltig für die Anwohner"

SPD-Gemeinderat Armin Wiesner meldete dennoch große Bedenken an: „Diese Belastung ist gewaltig für die Anwohner.“ Er habe so eine Situation als Lehrer an der Realschule „live miterlebt“, als die Schule in Grunbach noch in Betrieb war und das Seminarhotel der IHK daneben geschreddert worden sei. Wiesner hält deswegen etwas mehr Verkehr über die Brückenstraße für verträglicher.

Rücksicht nehmen muss das Abbruchunternehmen nicht nur auf die Anwohner, sondern auch auf einige unscheinbare Pflanzen, die auf dem alten Realschul-Areal heimisch geworden sind. Bei einer artenschutzrechtlichen Begehung ist ein Vorkommen der Bienen-Ragwurz entdeckt worden, einer Orchideen-Art, die unter Naturschutzgesichtspunkten als bedroht eingestuft wird. „Wir werden es in die Ausschreibung der Abbrucharbeiten aufnehmen, dass wir da ein besonderes Augenmerk darauf haben“, sagte Bauamtsleiterin Mira Irion im Gemeinderat. Die Fläche, auf der die Orchideen wachsen, soll als „Tabufläche“ ausgewiesen und geschützt werden. Man müsse sich dann aber auch Gedanken machen, wohin man sie umpflanzen könne.

Umgepflanzt wird im Zuge des Abbruchs übrigens auch der Brunnen im Schulhof mit der Skulptur der beiden miteinander ringenden Schüler. Bürgermeister Reinhard Molt denkt an einen Standort auf dem Hof der neuen Realschule. Das sei aber mit der Schulleitung noch nicht besprochen.

Aus dem etwa 10 000 Quadratmeter großen alten Realschul-Areal soll nach dem Abbruch der Gebäude ein Wohngebiet werden. Die Gemeinde will dort außerdem eine neue Kindertagesstätte mit vier Gruppen bauen. Bürgermeister Molt hat, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagte, das Ziel, dass das Gebiet bis 2023 bebaut ist.

Remshalden. Beim Abbruch der alten Realschule in Grunbach-Süd müssen die Bagger Rücksicht auf eine kleine Pflanze nehmen. Auf dem Gelände wächst nämlich die Bienen-Ragwurz, eine schützenswerte Orchideen-Art. Die Gemeinderäte machen sich währenddessen Gedanken über den Lärm, der durch die Abrissarbeiten auf die Anwohner zukommt.

Seit 2017 steht das Gebäude in der Goethestraße in Grunbach-Süd leer. Damals zog die Realschule an ihren neuen Standort

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