Remshalden

"Essen auf Rädern" kann in Remshalden weiterlaufen: Ohne Spenden geht nichts

EssenaufRaedern
Johann Helmli (l.) freut sich jeden Tag über die Lieferung seines warmen Mittagessens. Stefanie Schwegler (r.) ist seit rund dreieinhalb Jahren mit im ehrenamtlichen Team bei „Essen auf Rädern“ Remshalden. © Gaby Schneider

Stefanie Schwegler ist seit Jahren eine feste Kraft im ehrenamtlichen Team des Dienstes „Essen auf Rädern“. Um 9.30 Uhr geht’s los. Gut gelaunt kommt sie auf dem Parkplatz der Feuerwehr in Geradstetten an. Sie nimmt die abgepackten Essen des Cateringunternehmens Damm entgegen und verstaut sie im Kofferraum des bunt beklebten Lieferwagens.

Dann wollen rund 45 Essen verteilt werden. Vier Stunden dauert eine Schicht etwa. Die Tour ist geschickt ausbaldowert, so dass die Fahrerinnen und Fahrer nicht allzu oft hin- und herfahren müssen und damit unnötig viel Sprit und Zeit verbrauchen.

Warmes Essen vom Lieferdienst ist eine spürbare Entlastung

Der erste Halt ihrer Route ist an diesem Tag bei Johann Helmli. Die Fahrerin klingelt. Der 94-Jährige öffnet. Erst gestern ist er von einem längeren Krankenhausaufenthalt nach Hause gekommen. Er freut sich, Stefanie Schwegler wiederzusehen. Den Lieferdienst nutzt er schon lange. Er ist dankbar, dass er auf diese Weise täglich etwas Warmes in den Magen bekommt.

Auch den kleinen Plausch bei der Übergabe des Essens genießt er sehr. Er lebt alleine, die Kinder helfen bei den Einkäufen und beim Haushalt. Da ist jedes bisschen Entlastung für alle Beteiligten ein großer Schatz, heute in Form von Geflügelfleischküchle mit Salzkartoffeln, Gemüse und Bratensoße.

Einsatzleiterin Gabi Holzwarth ist froh, dass erneut ausreichend Sponsoren motiviert werden konnten, um den Transporter für den „Essen auf Rädern“-Dienst zu finanzieren. Für weitere fünf Jahre können damit Remshaldenerinnen und Remshaldener, die selbst in der Küche nicht mehr gut klarkommen, warmes Essen geliefert bekommen. Zwischen 38 und 45 Kunden werden täglich beliefert.

Dienst wurde größer, die Hygienebestimmungen immer mehr

Den Essenslieferdienst gibt es mittlerweile seit fast 40 Jahren, weiß Gabi Holzwarth. Angefangen hat alles mit der Nachbarschaftshilfe im Umfeld der katholischen Kirche. „Da haben die Leute noch selbst gekocht und den Senioren das Essen anschließend vorbeigebracht“, weiß sie.

Später allerdings habe es zunehmend Bedenken gegeben, weil die notwendigen Hygienebestimmungen mit der zunehmenden Größe des Angebotes in den Privatküchen kaum mehr einzuhalten waren. Also hatte man sich mit einer Firma aus Fellbach zusammengetan, die Essen in fertig abgepackten Portionen verkauften. Die Nachbarschaftshelfer lieferten diese dann nur noch aus – allerdings noch in Privatautos.

Spritkosten werden zum Problem

Inzwischen kommt das Essen von der Haubersbronner Firma Damm. Ausgefahren wird es weiterhin von Ehrenamtlichen, aber in einem Wagen, dessen Leasing durch Spendengelder von rund 25 Firmen finanziert wird. Im Gegenzug erhalten diese ein Werbebild auf dem Auto. Die Spritkosten, die Aufwandsentschädigung für die Ehrenamtlichen und natürlich der Einkaufspreis des Essens kommen durch die Beiträge zusammen, die die Kunden zahlen. Maximal 840 Euro dürfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jährlich verdienen, andernfalls wird’s kompliziert mit der Steuer.

Ein großes Thema sind derzeit die steigenden Spritkosten. So mussten die Preise pro geliefertes Essen schon vergangenes Jahr angepasst werden. Gabi Holzwarth hofft, dass sie diesen Preis vorerst noch halten können. Zwischen sieben und 8,90 Euro kostet ein Menü derzeit. Es gibt (außer in den Ferien) fünf verschiedene Essen zur Auswahl, darunter ein kaltes Gericht, ein vegetarisches Essen und ein Gourmet-Menü. Für Samstag und Sonntag werden am Freitag Tiefkühlmenüs ausgeliefert, die dann nur noch erhitzt werden müssen.

Stefanie Schwegler ist seit Jahren eine feste Kraft im ehrenamtlichen Team des Dienstes „Essen auf Rädern“. Um 9.30 Uhr geht’s los. Gut gelaunt kommt sie auf dem Parkplatz der Feuerwehr in Geradstetten an. Sie nimmt die abgepackten Essen des Cateringunternehmens Damm entgegen und verstaut sie im Kofferraum des bunt beklebten Lieferwagens.

Dann wollen rund 45 Essen verteilt werden. Vier Stunden dauert eine Schicht etwa. Die Tour ist geschickt ausbaldowert, so dass die Fahrerinnen und

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