Remshalden

Glasfaserausbau: Vorsicht bei manchen Telekom-Vertretern an der Haustür

Vertreter
Bei Haustürgeschäften ist Vorsicht geboten, nicht alle Vertreter sind seriös. © bobex73 - stock.adobe.com

Derzeit werden in immer mehr Gemeinden Glasfasernetze mit Hausanschlüssen verlegt oder Anbieter befinden sich in der Vermarktung dafür. In Remshalden-Grunbach sind derzeit Vertreter der Telekom unterwegs, die an den Haustüren klingeln und für Vertragsabschlüsse werben. Doch nicht alle davon gehen offenbar mit sauberen Methoden vor, so berichten es mehrere Anwohner übereinstimmend. Mit Falschbehauptungen machen sie Mitbewerber schlecht. Fakt ist jedoch: Wer zum Beispiel über 1&1 den Vertrag für einen Glasfaseranschluss abschließt, hat grundsätzlich die gleichen Bedingungen wie direkt bei der Telekom.

Mit dem Konkurrenten hat die Telekom Kooperationsverträge abgeschlossen. Dadurch können Kunden den Glasfaser-Hausanschluss fürs schnelle Internet auch bei 1&1 bestellen und Verträge abschließen. Der Ausbau der Leitungen läuft dann trotzdem über die Telekom, 1&1 mietet sie nur. Wichtig ist aber: Kunden von 1&1 müssen für die Verlegung des Glasfaseranschlusses nichts extra zahlen, wie das laut Berichten von Anwohnern in Grunbach Mitarbeiter der Telekom an der Haustür behauptet haben.

"Leider keine Einzelfälle"

Auch die so gefallene Behauptung, 1&1-Kunden bekämen den Anschluss nur bis zum Grundstück oder zum Haus gelegt, nicht aber im Haus selbst weiter bis zum Anschluss des Routers, ist falsch. Die Pressestelle von 1&1 teilt auf Anfrage mit: Es gebe keine Nachteile für 1&1-Kunden, der komplette Anschluss werde übernommen. Zu den Falschbehauptungen im Auftrag der Telekom schreibt 1&1: „Die beschriebenen Fälle sind leider keine Einzelfälle. Wir wehren uns regelmäßig auch gerichtlich gegen derartige Falschaussagen.“

Der einzige Unterschied zwischen den Anbietern liegt also im Preis, den die Kunden dann monatlich für die Nutzung des Glasfaseranschlusses an den Anbieter zahlen müssen, also für den jeweiligen Tarif, für den sie sich entscheiden. Und dieser Unterschied kann ziemlich groß sein und sich auf zehn Euro im Monat oder sogar deutlich mehr belaufen. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, zu vergleichen, zu rechnen und sich auch zu überlegen: Welche Bandbreite brauche ich überhaupt? Das ist auch ein Argument dafür, keinen spontanen Vertrag bei jemandem abzuschließen, der unangekündigt an der Tür klingelt.

Verbraucherschützer warnen nachdrücklich und grundsätzlich vor Haustürgeschäften. Wichtig ist die Info, so die Verbraucherzentrale: „Wer an der Haustür überrumpelt wurde, kann den Vertragsschluss mit einem Widerruf rückgängig machen. Dafür haben Verbraucherinnen und Verbraucher bei angebotenen Dienstleistungen grundsätzlich 14 Tage ab Vertragsschluss bzw. bei Warenlieferungen 14 Tage ab Erhalt der Ware Zeit. Hat man keine Widerrufsbelehrung erhalten, ist das sogar noch länger möglich.“ Wer einen Haustürvertrag rückgängig machen wolle, müsse den Widerruf beim Vertragspartner erklären, am besten schriftlich als Einschreiben.

Bis zum 31. Oktober in Grunbach unterwegs

Die Telekom geht nicht direkt auf eine Anfrage unserer Zeitung zu den Falschbehauptungen an der Haustür in Grunbach ein. Die Pressestelle schreibt: „Aktuell und noch bis zum 31.10.2022 besuchen Mitarbeiter*innen unseres langjährigen Vertriebspartners Ranger Marketing & Vertriebs GmbH Haushalte in Remshalden-Grunbach.“ Wie Anwohner aus Grunbach berichten, sind auch durchaus sehr seriös und angenehm auftretende Telekom-Vertreter unterwegs, aber darunter eben auch die, die mit Falschaussagen operieren.

Ob jemand überhaupt offiziell im Namen der Telekom unterwegs ist, kann man laut Pressestelle so erkennen: an Telekom-Kleidung, einem Lichtbildausweis (dauerhaft und sichtbar in Brusthöhe angebracht) sowie einem Original-Schreiben der Telekom (also keine Fotokopie) zur Authentifizierung. Man könne zudem jederzeit über die kostenfreie Auskunftsnummer 08 00/8 26 63 47 nachfragen und sich bestätigen lassen, ob die Person an der Haustür im Auftrag der Telekom agiere.

Brauche ich Glasfaser und was brauche ich?

Die wenigsten Privatnutzer werden heute schon die 1000 Megabit benötigen, die den Versprechen der Anbieter zufolge über den Glasfaseranschluss direkt ins Haus möglich sind. Selbst mit 100 Megabit dürften die meisten sehr gut zurechtkommen.

Wie viel Bandbreite man benötige, also wie leistungsfähig der Internetanschluss sein müsse, das hänge von der Internetnutzung des jeweiligen Haushalts ab, sagt Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Arbeitet jemand viel im Home-Office, werden Streaming-Dienste wie Netflix oder Internet-TV genutzt? „Wenn ich Ultra-HD-Auflösung beim Netflix-Video will, brauche ich mindestens 25 Mbit“, sagt Oliver Buttler. Wenn aber gleichzeitig noch die Kinder im Haushalt ein Online-Spiel spielen oder ebenfalls ein Video streamen oder im Mehrfamilienhaus die Nachbarn auch gerade vor dem Fernseher sitzen, werde es dann schon eng.

Wer jetzt zu dem Schluss kommt, noch keinen Glasfaseranschluss zu brauchen, muss sich überlegen, ob er ihn als Zukunftsinvestition sieht. Der Bedarf für Internetanwendungen und damit auch für Bandbreite wird weiter wachsen. Kostenlos bekommt man die Leitung ins Haus später, wenn der flächendeckende Ausbau in einer Gemeinde läuft oder abgeschlossen ist, höchstwahrscheinlich nicht mehr, sondern muss ein paar Hundert Euro dafür hinlegen.

Derzeit werden in immer mehr Gemeinden Glasfasernetze mit Hausanschlüssen verlegt oder Anbieter befinden sich in der Vermarktung dafür. In Remshalden-Grunbach sind derzeit Vertreter der Telekom unterwegs, die an den Haustüren klingeln und für Vertragsabschlüsse werben. Doch nicht alle davon gehen offenbar mit sauberen Methoden vor, so berichten es mehrere Anwohner übereinstimmend. Mit Falschbehauptungen machen sie Mitbewerber schlecht. Fakt ist jedoch: Wer zum Beispiel über 1&1 den

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