Remshalden

Jetzt sind die Bürger gefragt: Was braucht Remshalden?

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Remshalden aus der Luft. © Gabriel Habermann (Archiv)

Was fehlt im Ort, was wünschen sie sich, was halten sie für wichtig? Was Remshaldener aller gesellschaftlichen Gruppen und Generationen denken. das soll jetzt geklärt werden. Die Gemeinde steigt nämlich in diesem Jahr in ein integriertes Gemeindeentwicklungskonzept (IGEK) ein.

In diesem Rahmen wollen die Mitglieder des Gemeinderates und der Verwaltung mit Bürgern und ortsansässigen Vertretern verschiedener Interessengruppen an einen Tisch kommen, um gemeinsam die Weichen für die Zukunft der Gemeinde zu stellen.

Neue Anforderungen an die Gemeinde

Dabei geht es um Infrastrukturen, den Klimawandel und andere gesellschaftspolitische Trendthemen. Aber auch die veränderten Lebensstile und Wertvorstellungen der Bürgerschaft Remshaldens sollen berücksichtigt werden. Zudem soll das Konzept eine verlässliche Richtschnur und Orientierung bieten, um vor allem investive Maßnahmen nachhaltig und langfristig besser für die künftige Haushalts- und Investitionsplanung der Gemeinde einschätzen zu können.

Und nicht nur das: Seit geraumer Zeit ist ein solches Konzept auch Voraussetzung, um beispielsweise neue städtebauliche Erneuerungsgebiete beantragen zu können und somit die für kleine Kommunen notwendige Städtebauförderung zu erhalten. Auch langfristige städtebauliche Ziele und ein räumliches Leitbild sollen herausgearbeitet werden. Letzteres dient danach der Fortschreibung des Flächennutzungsplans, also der vorbereitenden Bauleitplanung, als Grundlage.

Büro begleitet den Prozess

Begleitet werden soll der Prozess von einem professionellen Büro. Drei verschiedene hatten sich zuletzt in einer Klausurtagung den Gemeinderäten vorgestellt. Auch Vertreter des Seniorenrats und des Jugendgemeinderats waren dazu eingeladen worden.

Nach einem intensiven Meinungsaustausch empfahl der Gemeinderat der Verwaltung mehrheitlich, Frieder Hartung als Projektleiter und den Verein Netzwerk für demografiebewusste Entwicklung „Generationen. Dialog. Zukunft“ für den Prozess zu beauftragen. Zudem werden nun Förderanfragen gestellt.

Erste Themen werden in Klausur abgestimmt

In einer Klausurtagung vom 18. bis 19. März sollen nun die Ziele und die detaillierte Vorgehensweise des Prozesses konkretisiert werden, um den Prozess mit der Bürgerschaft zu starten.

Dann werden verschiedene Remshaldenerinnen und Remshaldener angeschrieben, weil sie beispielsweise zu einer bestimmten Altersgruppe gehören oder in einem bestimmten Ortsteil wohnen. „Wir müssen versuchen, dass die Teilnehmer all unsere Bevölkerungsgruppen abbilden“, erklärt Bürgermeister Reinhard Molt. Er schätzt, dass sich nur ein Bruchteil der angefragten Bürger zurückmelden wird. Dann werde zu klären sein, ob tatsächlich ein Querschnitt aller Remshaldener vertreten ist oder ob nachgebessert werden müsse.

Teilnehmende Bürger werden zufällig ausgewählt

Die Zufallsauswahl der teilnehmenden Bürger vermindere aber in jedem Fall das Risiko, dass vor allem laute Sprecher ihre partikulären Interessen in den Vordergrund stellen könnten, erklärt Christoph Weinmann, Berater und Prozessbegleiter beim beauftragten Verein. Stattdessen kommen mit dieser Methode ganz normale Menschen zu Wort.

Zu Beginn des Entwicklungsprozesses soll außerdem ein Identitätsprojekt angepackt werden. Dafür sollen die ausgewählten Bürgerinnen und Bürger aus allen Remshaldener Ortsteilen nach einer gemeinsamen Ortsidentität suchen: Was macht Remshalden aus, wo wollen die Remshaldener Bürger gemeinsam hin? Sei erst mal ein gemeinsames Ziel festgelegt, könne umso leichter der Weg dorthin gefunden werden, weiß der Prozessbegleiter.

Tatsächliche Bedarfe entwickeln

In Gruppenarbeitskreisen werden sich die Bürger später auch mit Interessenvertretern aus verschiedenen Bereichen wie der Wirtschaft, Landwirtschaft, Mobilität, der Senioren- oder Familienverbände austauschen. Dazu werde es auch große, offene Diskussionsrunden geben.

Der Gemeinderat und die Verwaltung erhoffen sich durch diese Vorgehensweise auch, dass künftige Gemeindeentwicklungen ganz nah am tatsächlichen Bedarf angestoßen werden. „Sonst investieren wir wieder in mehr öffentlichen Nahverkehr und am Ende fahren die Busse nur warme Luft umher“, führt Bürgermeister Molt die Idee aus. Die dafür verbrauchten finanziellen Mittel fehlten dann aber an anderer Stelle.

Auch widerstrebende Meinungen offen diskutieren

Dementsprechend müsse man die wesentlichen Themen miteinander abklopfen, darunter die Entwicklung der Wohnbebauung Remshaldens (Innenverdichtung oder neue Siedlungen?) und der sozialen Infrastruktur (mehr oder weniger Angebote im Familienzentrum, im Seniorenbereich?). Und die Wirtschaft betreffend könnten unter anderem Konzepte gegen den lokalen Fachkräftemangel entwickelt werden.

Wesentlich sei es in jedem Fall, miteinander auch widerstrebende Meinungen offen zu diskutieren. Nur so könne ein Konzept entstehen, hinter dem schließlich alle Remshaldener stehen und das die Gemeinde als Ganzes vorwärtsbringe: das Leitbild 2035.

Was fehlt im Ort, was wünschen sie sich, was halten sie für wichtig? Was Remshaldener aller gesellschaftlichen Gruppen und Generationen denken. das soll jetzt geklärt werden. Die Gemeinde steigt nämlich in diesem Jahr in ein integriertes Gemeindeentwicklungskonzept (IGEK) ein.

In diesem Rahmen wollen die Mitglieder des Gemeinderates und der Verwaltung mit Bürgern und ortsansässigen Vertretern verschiedener Interessengruppen an einen Tisch kommen, um gemeinsam die Weichen für die

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