Remshalden

Kandidat Reinhard Molt im Gespräch

Reinhard Molt_0
Reinhard Molt kandidiert bei der Bürgermeisterwahl in Remshalden. © ZVW/Sarah Utz

Remshalden. Reinhard Molt kennt sich in Remshalden bestens aus. Er war zwölf Jahre Technischer Beigeordneter in der Gemeinde. Jetzt will der 53-Jährige zurück ins Remshaldener Rathaus und vom Posten des Baubürgermeisters in Filderstadt den Schritt an die oberste Verwaltungsspitze machen. Dabei setzt er auch aufs Fahrrad.Reinhard Molt ist derzeit nicht nur Baubürgermeister in Filderstadt, sondern auch Vorstandsmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg. Sollte er in Remshalden zum Bürgermeister werden, müsste er dieses Amt zwar aufgeben – Remshalden ist nicht Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft –, aber auch dort hat Molt vor, das Fahrrad als Fortbewegungsmittel zu stärken.

Molt will mit gutem Beispiel voranstrampeln

Und er will dabei selbst mit gutem Beispiel voranstrampeln und sich möglichst viel auf seinem Drahtesel fortbewegen. „Ich werde hier im Remstal die Chance nutzen, in den Sommermonaten mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen“, sagt der 53-Jährige.

Dazu muss man wissen, dass Molt in Lorch wohnt und auch für den Fall, dass er die Wahl in Remshalden gewinnt, ganz klar sagt: „Ich werde in Lorch wohnen bleiben.“ Diesen Fakt habe er von Anfang an so kommunziert, als er die ersten Gespräche zu seiner Kandidatur geführt habe.

„Ich halte das nicht für einen Nachteil“, betont Molt. 20 Kilometer seien keine zu große Entfernung. Auch in seiner Zeit als Technischer Beigeordneter in Remshalden, hätten die Leute nicht den Eindruck gehabt, dass er nur Dienst nach Vorschrift und Stechuhr mache und dann wieder verschwinde, ist er sicher. Als er sich 2012 von den Bürgern verabschiedet habe, habe er immer wieder die erstaunte Frage gehört: „Was? Sie wohnen gar nicht in Remshalden?“

Zwei pragmatische Gründe

Die Entscheidung, in Lorch wohnen zu bleiben, hat für Reinhard Molt vor allem zwei pragmatische Gründe. Zum einen will er sich so etwas Privatsphäre erhalten, die ein Bürgermeister als öffentliche Person zu einem großen Teil aufgeben muss. Zum anderen, sagt er, habe er sich mit seiner Frau, die im Rollstuhl sitzt, in Lorch so gut eingerichtet, „dass wir komplett behindertengerecht sind“.

Das sei für seine Frau, aber auch für ihn sehr wichtig. Tochter (19) und Sohn (22) der Molts studieren und wohnen nicht mehr im Elternhaus.

Was die Privatsphäre angeht, versichert Reinhard Molt allerdings auch: Mit der Tatsache, dass er als Bürgermeister in der Gemeinde nirgendwo hinkönne, ohne angesprochen zu werden, könne er umgehen. Er sieht es umgekehrt als seine Stärke, gut auf Menschen zugehen zu können. „Ich kann sehr gut in den Dialog treten mit Menschen“, sagt er.

Er will bei Problemen direkt vor Ort mit den Bürgern in den Dialog gehen

Den Dialog will Reinhard Molt als Bürgermeister aktiv pflegen und dazu das Format „Verwaltung vor Ort“ aus Filderstadt importieren. Dabei, so erklärt er, würden der Bürgermeister und Mitarbeiter der Verwaltung zu den Bürgern gehen, um bestimmte Themen oder Probleme zu besprechen, und das direkt am Ort des Geschehens.

„Da kann man die Anliegen der Bürgerschaft besser nachvollziehen“, sagt er, anders, als wenn man sie ins Rathaus zur einer Sprechstunde kommen lasse.

Reinhard Molt ist ein alter Hase in der Kommunalpolitik. Man merkt seinen Ideen und formulierten Zielen an, dass er weiß, wovon er redet. Geboren ist er in Schwäbisch Gmünd, wo er auch das Abitur am Technischen Gymnasium gemacht hat.

Warum hat er Remshalden verlassen?

Danach studierte er Raum- und Umweltplanung an der Universität Kaiserslautern mit der Vertiefungsrichtung Stadtplanung und Städtebau. Nach dem Studium war er sechs Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für „Ländliche Ortsplanung“. Im Jahr 2000 wurde Molt dann zum Technischen Beigeordneten der Gemeinde Remshalden gewählt und blieb es bis 2012.

Warum hat er Remshalden verlassen? „Es war der Reiz, in eine Große Kreisstadt zu gehen und ein Dezernat unter mir zu haben“, sagt er. In Filderstadt trägt Molt den Titel Bürgermeister und ist unter anderem für die Bereiche Ordnung, Stadtplanung sowie Hoch- und Tiefbau zuständig.

Und warum will er jetzt wieder zurück nach Remshalden? „Es ist noch einmal etwas anderes, an der Spitze einer Kommune zu stehen“, sagt er. Das und die noch ein Stück größere Aufgabenvielfalt hätten ihn gereizt, als er von verschiedenen Leuten auf eine Kandidatur angesprochen worden sei.

Er sehe in seinem Alter „die Chance, den Wechsel zu bewerkstelligen“. Eine wichtige Rolle spiele dabei, dass er Remshalden schon gut kenne. In einer anderen Kommune hätte er sich nicht beworben, sagt er und spricht von einer „Herzenssache“ aber auch pragmatischen Überlegungen: „In Remshalden muss ich mich weder in die Mentalität der Leute reinfinden noch in die Topographie der fünf Ortsteile.“ Einer Partei gehört Molt nicht an, er bewirbt sich als unabhängiger Kandidat.

Er will ein umfassendes Mobilitätskonzept

Als Bürgermeister sieht Reinhard Molt sich als „Ideengeber, Vermittler, Vertreter und Umsetzer“, er will dabei auch Vorbild sein. Zum Beispiel eben beim Thema Verkehr, indem er selbst viel mit dem Rad unterwegs ist. „Das Thema Radfahren muss mehr in den Blickpunkt gerückt werden“, sagt er, wenn es um Verkehrsverminderung und die Vermeidung von Schadstoffen und Lärm gehe. Es ist ihm ein Anliegen, „den Verkehr erträglich zu machen“. In der Vergangenheit habe man viel auf motorisierten Individualverkehr gesetzt.

Er denkt stattdessen an ein Mobilitätskonzept, bei dem besonders der öffentliche Nahverkehr, Radfahrer und Fußgänger in den Blick genommen werden.

Das hängt für Reinhard Molt thematisch auch zusammen mit anderen Fragen der Stadtentwicklung wie dem Spannungsfeld der Entwicklung der Neuen Mitte beim Rathaus in Geradstetten und der Stärkung der Ortskerne: Was brauchen die Menschen? Und wie kommen sie dorthin? Wenn es nach ihm geht, lautet die Antwort auf die zweite Frage: möglichst mit dem Rad.


Kontakt zu Reinhard Molt

Reinhard Molt ist bereits fleißig in Remshalden unterwegs. Folgende Termine für Ortsrundgänge und Bürgergespräche hat er angesetzt (Beginn immer um 15.30 Uhr, Abschluss gegen 18 Uhr):

Samstag, 3. März, Rohrbronn, Treffpunkt vor dem Alten Rathaus, Abschluss bei der Feuerwehr.

Samstag, 10. März, Hebsack, Treffpunkt vor der Alten Kelter, Abschluss im Hotel und Restaurant Lamm.

Sonntag, 11. März, Buoch, Treffpunkt am Gemeindehaus, Abschluss im Landgasthof „Zom Fässle“.

Samstag, 17. März, Grunbach, Treffpunkt am Reinhold-Meier-Platz, Abschluss im Landgasthof Hirsch.

Sonntag, 18. März, Geradstetten, Treffpunkt vor der Alten Kelter.

Unter www.reinhard-molt.de kann man sich über den Kandidaten und seine Ideen und Ziele sowie weitere Termine informieren.

Unter Tel. 01 57/30 66 57 18 oder per E-Mail an info@reinhard-molt.de kann man Kontakt mit Reinhard Molt aufnehmen.

Die Wahl

Am Sonntag, 6. Mai, wählen die Remshaldener eine neue Bürgermeisterin oder einen neuen Bürgermeister. Amtsinhaber Stefan Breiter verlässt die Gemeinde und wird Finanzbürgermeister in Freiburg.

Es gibt bisher zwei Bewerber: Reinhard Molt und Axel Fischer. Die Bewerbungsfrist dauert noch bis Montag, 9. April, 18 Uhr.

Wir stellen in unserer Berichterstattung die Kandidaten vor und setzen im Laufe des Wahlkampfs in unserer Serie "Wahl-Check Remshalden“ thematische Schwerpunkte, zu denen wir die Kandidaten befragen.