Remshalden

Klingele kauft Werk in der Karibik: Wellpappen-Hersteller immer internationaler aufgestellt

„Pappe ist ein nachwachsender Rohstoff“_0
Der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Jan Klingele mit dem „Wellbag“, einer von Klingele entwickelten Tragetasche aus Pappe. © ZVW/Gaby Schneider

Verpackungen für Bananen und andere Früchte und Gemüse - das produziert das Wellpappenwerk in Baillif einer Gemeinde auf der Insel Guadeloupe unter anderem. Dieses Werk hat die Klingele Paper & Packaging Group mit Hauptsitz in Remshalden nun laut einer Pressemitteilung des Unternehmens erworben.

Kunden des Werks im Karibischen Meer sind demnach vorwiegend regionale Produzenten auf Guadeloupe, aber auch auf der benachbarten Insel Martinique. Beide Inseln gehören zu Frankreich. Der Betrieb, der zukünftig unter dem Namen Klingele Cartonnerie de Guadeloupe firmieren wird, hat knapp 40 Mitarbeiter und ist der einzige dieser Art auf der Insel. „Mit dieser Neuakquisition setzt Klingele seinen erfolgreichen Internationalisierungskurs fort“, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.

Erst vor wenigen Monaten Papierfabrik in Brasilien gekauft

Da die auf Guadeloupe produzierten Verpackungen vorwiegend für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln und die Lagerung in Kühlhäusern bestimmt sind, kommen hauptsächlich Kraftliner-Papiere mit hohen Frischfaseranteilen zum Einsatz. Diese wird das Werk zukünftig auch aus der Papierfabrik Nova Campina in Brasilien beziehen, die Klingele vor wenigen Monaten erworben hat.

„Mit dieser neuen Investition verstärkt die Klingele Gruppe nach ihrer Beteiligung auf Kuba und dem Erwerb der Papierfabrik Nova Campina in Brasilien ihr Engagement auf dem amerikanischen Kontinent“, teilt das Unternehmen mit. Viel Expertise, um den neuen Standort zu integrieren und auszubauen, kommt dabei von Klingele Embalajes Canarias, einer Tochter von Klingele auf Teneriffa. Auch das dortige Wellpappenwerk produziert hauptsächlich für den Obst- und Gemüsehandel und hat eine ähnliche Kundenstruktur.

Mit Mauretanien, Kuba, Brasilien und dem Senegal hat Klingele in den vergangenen Jahren unternehmerische Entscheidungen für laut Pressemitteilung „vielversprechende Märkte mit guten Wachstumsaussichten“ getroffen.

3000 Mitarbeiter weltweit in der Klingele Paper & Packaging Group

Das 1920 gegründete Familienunternehmen mit Hauptsitz in Remshalden wird von Dr. Jan Klingele mittlerweile in dritter Generation geführt. In den Geschäftsfeldern Papier und Verpackung ist das Unternehmen inklusive Beteiligungen mit drei Papierfabriken, 13 Wellpappen-, acht Verarbeitungs- und einem Wellpappenformatwerk in Europa, Afrika, Mittel- und Südamerika präsent. Diese Werke beschäftigen insgesamt 3000 Mitarbeiter und erzielten 2020 in Summe einen Umsatz von 800 Millionen Euro. Das Produktspektrum umfasst Wellpappenrohpapiere auf Basis von Altpapier, Wellpappenformate sowie innovative und nachhaltige Verpackungslösungen (vorwiegend aus Wellpappe) für zahlreiche Branchen und Einsatzbereiche.