Remshalden

Remshalden: Bürgermedaille für Irmgard Fischer, Margaretha Knupfer und Thomas Walz

Bürgermedaille in Remshalden
Mit der Bürgermedaille Remshalden ausgezeichnet wurden in der Wilhelm-Enßle-Halle von Bürgermeister Reinhard Molt (v. l.) Thomas Walz, Irmgard Fischer und Margaretha Knupfer. © Gemeinde Remshalden

Üblicherweise ist die Verleihung der Bürgermedaille fester Bestandteil des Neujahrsempfangs. Coronabedingt ausgefallen wurde die Ehrung nun in der Wilhelm-Enßle-Halle nachgeholt. Aber auch einen Rückblick über die vergangenen anderthalb Jahre gab es dann doch, in dem Bürgermeister Reinhard Molt einen sehr persönlich gehaltenen Bogen von globalen zu lokalen Ereignissen schlug.

Im Zentrum jedoch standen drei verdiente Persönlichkeiten der Gemeinde: Irmgard Fischer, Margaretha Knupfer und Thomas Walz.

„Überdurchschnittliches für Gemeinde und Bürgerschaft geleistet“

Die Ehrung solle, so Reinhard Molt, den hohen Stellenwert des Ehrenamts in der Gemeinde dokumentieren. „Vor allem Corona, aber auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen uns, dass unsere Gesellschaft nur dann funktioniert, und dass es immer Menschen gibt, die einfach mehr tun!“ Zu denen zählen auch die mit der Bürgermedaille geehrten drei Persönlichkeiten, die Überdurchschnittliches und Außergewöhnliches für die Gemeinde und für die Bürgerschaft geleistet hätten.

Zum Beispiel Irmgard Fischer. Seit dessen Gründung im September 2000 steht sie ununterbrochen, und wie Molt hervorhob, „mit viel Herzblut“, dem Museumsverein Remshalden vor. Nachdem das alte Museum 2003 durch den Verkauf des Olgastifts ohne Räume dastand, war besonders sie es, die das neue Museum in der Schillerstraße maßgeblich geplant und umgesetzt hat. Für Molt „eine Meisterleistung von Ihnen und Ihrem Verein“.

Museumsverein ist eine feste Größe

Mit den seit 2018 kompletten Dauerausstellungen zu den Themen „Heimat, Wirtschaft, Heinkel“ sei das Haus nun konzeptionell so umgesetzt, wie es seit 2006 gedacht und geplant worden war. Zudem sei das Museum dank der aktiven Vereinsmitglieder durch die Ausstattung der ortsgeschichtlichen Abteilung mit QR-Codes und ausleihbaren Tablets, auf denen sie abgerufen werden können, auf dem aktuellsten Stand der Museumspädagogik. Aber auch bei Veranstaltungen wie dem Straßenfest, dem Weihnachtsmarkt und zuletzt der Gartenschau, sei der Museumsverein eine feste Größe.

„Ich nehme die Medaille gerne an“, sagte Irmgard Fischer in ihrer Dankrede. „Nicht nur für mich, sondern stellvertretend für den Museumsverein, für das Museum Remshalden.“ Auf ihrem Weg hätten sie erfahrene Menschen begleitet, auf die man sich verlassen könne. „Und die gibt es für mich zum Glück bis heute.“

Landfrauen gingen auf Reisen

Als Zweite geehrt wurde Margaretha Knupfer, die von April 2008 bis Juli 2020 Vorsitzende der Landfrauen Grunbach war. Molt hob heraus, wie sich während ihrer Vorstandstätigkeit das Angebot der Landfrauen Grunbach um zahlreiche Aktivitäten, darunter etliche Reisen, erweitert habe. Traditionell tragen die Landfrauen zum Gelingen der Seniorenfeiern bei, sind beim Weihnachtsmarkt sowie der Wein- und Backhausnacht vertreten und haben sich besonders bei der Remstal-Gartenschau eingebracht.

„Alleine geht so etwas nicht. Es war nur zum Teil mein Verdienst“

„Ihre ruhige und ausgleichende Art“, so Molt, „zeichnet sie besonders aus und macht sie zu einer Persönlichkeit, die sowohl vermitteln kann, aber auch neue Ideen und Impulse in einen Verein hineintragen kann.“ Gemäß dem Motto des Landfrauenverbands, „starke Frauen mit einer Schwäche fürs Land“, habe sie zwölf Jahre dem Verein ihre Prägung gegeben.

Margaretha Knupfer zeigte sich beeindruckt davon, dass ihr als „erst 1995 Zugezogene“ diese Ehrung zuteil wurde. Sie freute sich rückblickend besonders darüber, dass es während ihrer Ära einen Mitgliederzuwachs von 74 auf 123 Frauen gegeben habe. „Alleine geht so etwas nicht. Es war nur zum Teil mein Verdienst, denn nur mit einer guten Vorstandschaft ist es möglich, und das will ich deutlich sagen, einem Partner, der für die vielfältigen Belastungen Verständnis hatte und Hilfe anbot, wenn es notwendig war.“

Jugendlichen helfen, wo der Lehrplan keine Antworten hat

Schließlich Thomas Walz, der nicht nur für sein langjähriges Engagement in der katholischen Kirchengemeinde St. Michael, und dort besonders im Arbeitskreis Ökumene, geehrt wurde. Seit April ist der ehemalige Schulleiter des Staufer-Gymnasiums Waiblingen auch Zweiter Vorsitzender des noch jungen Vereins „Aufbruch“, der sich besonders der Jugendförderung verschrieben hat: Der Verein will die Jugendlichen für das Leben vorbereiten und sie dort unterstützen, wo der klassische Lehrplan keine Antworten hat.

„Zu viel Weihrauch rußt den Heiligen“ (Oberschwäbische Redewendung)

Für den Verein Aufbruch ist Walz mit seiner feinen Art, so Molt, die Vertrauensperson für die Gemeinde bei der Errichtung des zukünftigen Familienzentrums. Dieses war erst vergangenen Montag politisch interkommunal zusammen mit Winterbach auf den Weg gebracht worden. Völlig unerwartet sei die Verleihung der Bürgermedaille für ihn gekommen, erklärte Thomas Walz und fügte ob des vielen Lobs mit Humor hinzu: „Zu viel Weihrauch rußt den Heiligen.“ Aber wenn man kräftig wedele, so der Katholik, erreiche der geweihte Rauch alle, die es verdienten. Und so sieht er die Ehrung als Anerkennung der vieljährigen Leistungen des Vereins Aufbruch und des ökumenischen Arbeitskreises sowie der Frauen und Männer, die sich vor Ort um die Geflüchteten kümmern.

„Wir haben ein Vereinsleben, das nur durch das ehrenamtliche Engagement derart lebendig ist und - da bin ich mir sicher - nach der Pandemie wieder erstarken wird, vielleicht stärker als zuvor,“ so ein zuversichtlicher Bürgermeister Reinhard Molt in seinem Rück- und Ausblick.

Üblicherweise ist die Verleihung der Bürgermedaille fester Bestandteil des Neujahrsempfangs. Coronabedingt ausgefallen wurde die Ehrung nun in der Wilhelm-Enßle-Halle nachgeholt. Aber auch einen Rückblick über die vergangenen anderthalb Jahre gab es dann doch, in dem Bürgermeister Reinhard Molt einen sehr persönlich gehaltenen Bogen von globalen zu lokalen Ereignissen schlug.

Im Zentrum jedoch standen drei verdiente Persönlichkeiten der Gemeinde: Irmgard Fischer, Margaretha Knupfer

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