Remshalden

Remshalden: Hallen als Unterkünfte für Geflüchtete könnten bald nötig werden

Digitaler Schulunterricht
Szenen aus der Interimsschule im Foyer des TV Hebsack. © ALEXANDRA PALMIZI

Bis Ende des Jahres muss die Gemeinde Remshalden noch 36 Flüchtlinge aufnehmen. Mindestens. Angesichts der weiter steigenden Flüchtlingszahlen sei davon auszugehen, dass sich die Anzahl an Personen, die vor Ort versorgt werden müssen, noch deutlich erhöht, berichtet Erster Beigeordneter Markus Motschenbacher auf Nachfrage.

Gleichzeitig wird’s langsam eng in den gemeindeeigenen Unterkünften. Und dies obwohl der Großteil der derzeit 102 ukrainischen und in Remshalden angekommenen Flüchtlinge privat untergebracht ist. Nur 37 von ihnen wohnen in Gemeindeunterkünften. Wer privat untergekommen ist, lebt teils in freistehenden Wohnungen, teils nur in eigenen Zimmern. Dann leben Geflüchtete und Gastgeber recht eng zusammen. So manche Privatunterkunft sei deshalb in der Vergangenheit schon weggebrochen.

Sprachbarrieren, unterschiedliche Gewohnheiten

Integrationsbeauftragte Külliki Luna Nell weiß: Je näher die Menschen beisammen leben, desto schwieriger sei das auf die Dauer. Wer Küche, Bad und Wohnzimmer mit den Gästen aus der Ukraine teile, sei durchaus mit Herausforderungen konfrontiert. „Da gibt es Sprachbarrieren, unterschiedliche Vorstellungen und Gewohnheiten“, erklärt Külliki Luna  Nell.

Zudem werden längst höhere Energiekosten erwartet. Und klar ist, je mehr Menschen in einem Haus wohnen, desto schneller schraubt sich der Zähler nach oben. Das kann sich nicht jeder leisten

Geflüchtete in der Waldschänke in Buoch

Drum rät Luna Nell jeder Familie, die sich bereiterklärt, eine ukrainische aufzunehmen, sich im Vorfeld ausführlich Gedanken zu machen, ob sie die eventuelle Nähe auch über längere Zeit gut aushalten kann. Schließlich sei es auch für die Ukrainer ein neuer Einschnitt, wenn sie innerhalb der Gemeinde weiter umziehen müssten. Aber klar sei: In den allermeisten Fällen laufe auch die private Unterbringung wirklich gut.

Und obwohl vieles gut läuft, müsse man derzeit in Remshalden prüfen, welche Kapazitäten man in der Gemeinde noch habe. Zuletzt war eine größere Gruppe an Ukrainerinnen und Ukrainern in der eigentlich leerstehenden Waldschänke in Buoch untergebracht gewesen. Inzwischen steht das Gebäude wieder leer. Denn etliche der Flüchtlinge ziehen nach einer Zeit auch wieder weiter. Eine Neubelegung sei aber keinesfalls auszuschließen.

Noch nicht geklärt, welche Hallen für die Unterbringung infrage kommen

„Wir müssen jetzt aber auch darüber nachdenken, eventuell Sporthallen für die Unterbringung zu verwenden“, erklärt Erster Beigeordneter Markus Motschenbacher auf Nachfrage. Allerdings wolle man sich noch nicht dazu äußern, welche Hallen konkret im Gespräch sind. Zunächst soll alles andere versucht werden, bevor man diesen doch schweren Einschnitt für die dann mitbetroffenen Vereine vornehme. 

Bestens sei übrigens die Unterstützung durch die neue Welcome-Managerin angelaufen. Sie ist ausschließlich für die ukrainischen Geflüchteten zuständig und unterstützt damit die Arbeit von Külliki Luna Nell und Mohammad Alhasan in Remshalden. So gibt’s auch für die Geflüchteten aus anderen Ländern wieder mehr Betreuungskapazitäten. Gemeinde und DRK zahlen an der Stelle, die von dem Land gefördert wird, übrigens deutlich mit.

Kinder sind in den Vorbereitungsklassen untergekommen

Die Initiative rund um den TV Hebsack, in deren Rahmen Ehrenamtliche geflüchteten Kindern und Erwachsenen Deutschunterricht geben, ist auch weiterhin aktiv. Zwar werden keine Kinder mehr vor Ort unterrichtet – sie sind mittlerweile in den offiziellen Vorbereitungsklassen untergebracht – aber für die Erwachsenen bietet der ehrenamtliche Kreis aus rund 20 Helfern noch immer Deutsch-Unterricht an.

Dr. Uli Hasert, der als Vorsitzender beim TV Hebsack stark involviert ist, weiß, dass es für die Geflüchteten recht schwierig ist, einen Platz in einem der offiziellen Kurse zu bekommen. Ungefähr 30 Erwachsene seien jeden Montag-, Mittwoch- und Freitagnachmittag da.

Ukrainische Lehrerin unterrichtet jetzt offiziell

Übrigens – Anna Husak, die selbst Anfang des Jahres aus der Ukraine geflüchtet war und seitdem als Lehrerin in der Interims-Schule unterrichtete, konnte tatsächlich als VKL-Lehrerin angestellt werden und bringt nun an der Realschule Geradstetten und an den beiden Grundschulen Kindern und Jugendlichen die deutsche Sprache bei.

Bis Ende des Jahres muss die Gemeinde Remshalden noch 36 Flüchtlinge aufnehmen. Mindestens. Angesichts der weiter steigenden Flüchtlingszahlen sei davon auszugehen, dass sich die Anzahl an Personen, die vor Ort versorgt werden müssen, noch deutlich erhöht, berichtet Erster Beigeordneter Markus Motschenbacher auf Nachfrage.

Gleichzeitig wird’s langsam eng in den gemeindeeigenen Unterkünften. Und dies obwohl der Großteil der derzeit 102 ukrainischen und in Remshalden angekommenen

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