Remshalden

Remshalden: Was den Gottesdienst an Heiligabend im Bürgerpark mit der Weihnachtsgeschichte verbindet

Weihnachtbuergerpark
Pfarrer Uwe Schaal hielt den kurzen Festgottesdienst im Bürgerpark Remshalden. Etwa 80 Zuhörer hatten sich am Spätnachmittag des Heiligen Abends versammelt. © Gaby Schneider

Anmelden, wie sonst fast überall, mussten sich die Teilnehmer zu den beiden vom Posaunenchor Grunbach begleiteten Familien-Weihnachtsgottesdiensten im Freien des Remshaldener Bürgerparks nicht.

Seltsame Parallele: Zählung unter Kaiser Augustus und unter Corona

Aber, wie Gemeinderat Wolfgang Läpple mit historischem Tiefsinn anmerkte: „Was für eine Parallele! Die Heilige Familie musste sich vor über 2000 Jahren nach Bethlehem begeben, um sich zählen zu lassen.“ Und nun waren es die Gottesdienstbesucher, die im Jahr der Herrschaft nicht des Kaisers Augustus, sondern des tyrannischen Virus Corona, sich zählen lassen mussten, wenn sie das abgesperrte Gottesdienstareal vor der Kelter zwischen Geradstetten und Grunbach betreten wollten. Mehr als 200 durften es aus Abstandsregeln nicht sein. Gut 80 sind es dann gewesen, darunter viele Eltern und Großeltern mit Kindern und Enkeln, die sichtlich dankbar, an dem ersten, um 16.30 Uhr von Pfarrer Uwe Schaal abgehaltenen kurzen Festgottesdienst teilnahmen.

Und trotz zunehmender Kälte und diesigem Nieselregen, während sich schnell die weihnachtliche Abenddämmerung über Felder und Weinberge legte, gelang es Pfarrer Schaal mit seiner heiter-ungezwungenen Liturgie tatsächlich so etwas wie eine - trotz und gerade wegen Corona – hoffnungsvoll-fröhliche Weihnachtsstimmung in die Herzen der Gottesdienstteilnehmer zu legen.

Das Wunder zu Bethlehem von der Kinderkirche Grunbach

Das hatte auch damit zu tun, dass im Zentrum des Gottesdienstes die von den Kids der Kinderkirche Grunbach erarbeitete Weihnachtsgeschichte stand. Diesmal nicht live gespielt, sondern als fantasievoll-flotte Bilder-Projektion mit Fotos der Spielszenen, zu denen mitreißend gelesen der Text des Geschehens in der Heiligen Nacht erklang.

Im kalten Freien dem ausgesetzten Jesuskind näher als sonst?

Kirche, das ist immer Erinnerung und Vergegenwärtigung des christlichen Heilsgeschehens. Erzählt also wurde in einnehmend unbekümmerter Gläubigkeit „das Wunder, das damals in Bethlehem geschah“.

Und man staunte, auch Pfarrer Uwe Schaal scheint sich diesen bezaubernden kindlichen Ernst bewahrt zu haben, wenn er schalkhaft auf seinen den Ablauf der Feier skizzierenden „Liturgiezettel“ schaute und trocken verkündete: „Predigt, Ansprache. Ein bis zwei Sätze.“

Und so sprach er dann: „Gerade in dieser Zeit ist es ein großes Geschenk, dass Gott uns nahe sein will.“ Und, so meinte man zu fühlen, das gilt gerade „in dieser Zeit“ vielleicht auch umgekehrt. Waren die Gottesdienstbesucher in Grunbach an diesem Heiligen Abend, draußen im kalten Feld und nicht in der kuschlig warmen Kirche, dem ausgesetzten Jesuskind nicht seit langem näher als sonst?

Ist „Draußen“, fragen wir Pfarrer Uwe Schaal, nicht vielleicht der eigentliche, der wahre Ort der Kirche und Verkündigung? Der nimmt das auf und erzählt vom vergangenen Sommer, als coronabedingt auch schon Gottesdienste im Freien abgehalten wurden.

Seine erstaunliche Erfahrung: „Die Entdeckung, dass sich die Zusammensetzung der Leute, die kamen, verändert hat.“ Er vermutet, dass Leute, die, aus welchem Grund auch immer, nicht so gern in die Kirchenhäuser gehen, sich im Freien wohler fühlen, an einem Gottesdienst teilzunehmen.

Er selber sei „gespannt, was sich daraus ergeben wird im nächsten Jahr. Ob man nicht öfter nach draußen geht.“

Anmelden, wie sonst fast überall, mussten sich die Teilnehmer zu den beiden vom Posaunenchor Grunbach begleiteten Familien-Weihnachtsgottesdiensten im Freien des Remshaldener Bürgerparks nicht.

Seltsame Parallele: Zählung unter Kaiser Augustus und unter Corona

Aber, wie Gemeinderat Wolfgang Läpple mit historischem Tiefsinn anmerkte: „Was für eine Parallele! Die Heilige Familie musste sich vor über 2000 Jahren nach Bethlehem begeben, um sich zählen zu lassen.“ Und nun waren es

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