Remshalden

Zahnarzt-Notfall: Patienten aus dem Kreis müssen künftig nach Stuttgart fahren

zahnärztliche Versorgung
Eine Behandlung beim Zahnarzt kann auch mal wochenends oder an einem Feiertag notwendig sein. © ALEXANDRA PALMIZI

Sehr ärgerlich fand eine Frau aus Remshalden ihre Erfahrungen mit dem Notfalldienstzentrum für zahnmedizinische Notfälle in Stuttgart-Mitte. Sie schildert ihre Erfahrungen gegenüber unserer Zeitung wie folgt: Vor dem Jahreswechsel hatte sie über die Weihnachtsfeiertage Zahnschmerzen bekommen und konnte bei Notfallzahnarztpraxen im Rems-Murr-Kreis behandelt werden. Als sie nach dem Jahresbeginn 2022 wieder Zahnschmerzen bekam, musste sie aber feststellen: Seit dem 1. Januar hat sich die Versorgungslage verändert, sie musste bis nach Stuttgart fahren.

Notfalldienst am Wochenende und an Feiertagen nur noch in Stuttgart

Laut der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg verhält es sich so, dass der Notfalldienst am Wochenende sowie an den gesetzlichen Feiertagen, der bisher dezentral in den einzelnen Zahnarztpraxen durchgeführt wurde, künftig von dem zentralen Notfalldienstzentrum in Stuttgart übernommen wird. Der Nachtnotfalldienst wurde laut einer Sprecherin schon zuvor zentral vom Katharinenhospital in Stuttgart übernommen. Deshalb musste die Frau aus Remshalden also den Weg nach Stuttgart-Mitte auf sich nehmen. Dort angekommen, gab es aber weiteren Ärger.

Die Frau sah sich konfrontiert mit langen Warteschlangen. Als sie nachfragte, teilten die anderen Notfallpatienten ihr mit, dass sie teils schon vier oder fünf Stunden warteten. Sie entschied sich deshalb, wieder zu gehen, und kontaktierte den Notdienst in Schwäbisch Gmünd. Dort sei ein Arzt so freundlich gewesen, sie aufzunehmen.

Neues Zentrum zuständig für Stuttgart und fünf Landkreise

Trotzdem war sie schockiert, dass das Stuttgarter Notfallzentrum für Patienten aus der Stadt Stuttgart sowie aus den Landkreisen Böblingen, Ludwigsburg, Rems-Murr, Esslingen und Göppingen zuständig ist. Besonders Patientinnen und Patienten in Randgebieten wie zum Beispiel Remshalden-Buoch müssten dadurch lange Fahrten, möglicherweise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, auf sich nehmen. Besonders für Familien mit kleinen Kindern, Senioren und Menschen mit Behinderung sei das sicher nicht sehr praktikabel.

„Seit dem Jahr 2016 wurde der vertragszahnärztliche Notdienst für die Stadt Stuttgart sowie die Landkreise Böblingen, Ludwigsburg, Rems-Murr, Esslingen und Göppingen zentral durch das Katharinenhospital Stuttgart geregelt“, antwortet eine Sprecherin der Kassenzahnärztlichen Vereinigung auf unsere Presseanfrage nach den neuen Regelungen. „In dieser Zeit gab es hinsichtlich des Anfahrtsweges zum Katharinenhospital keine Beschwerden seitens der Patienten.“ Das neue Notfalldienstzentrum sei sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, gerade für Menschen, die kein Auto zur Verfügung hätten. Ein großer Vorteil bestehe zudem für mobilitätseingeschränkte Patientinnen und Patienten darin, dass die Praxis komplett barrierefrei ausgestattet sei.

Ist das Zentrum gut erreichbar?

Eine kurze Suche auf Google Maps ergibt: Von der Haltestelle Buoch Gemeindehaus hätte es am Dienstagnachmittag etwa eine Stunde gedauert, um das Notfallzentrum mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der letzte Bus wäre laut Google Maps um 19.15 Uhr gefahren, der nächste dann wieder am Mittwochmorgen um 5.25 Uhr. Zahnarzt-Patienten aus Buoch wären dann wohl doch aufs Auto oder Taxi angewiesen. Das wäre allerdings bei näher gelegenen Praxen nicht anders gewesen, nur die kürzere Anfahrt wäre sicher komfortabler.

Auf die Frage, warum die Änderung der Notfallversorgung zum 1. Januar 2022 zustande kam, antwortet die Kassenzahnärztliche Vereinigung: Die bisherige Kooperation mit dem Katharinenhospital Stuttgart für die Notfallversorgung in dieser Region endete zum Jahresende 2021. Die Entscheidung, den zahnärztlichen Notfalldienst für diesen Bereich in einer neu zu gründenden eigenen Einrichtung durchzuführen, sei nach einer intensiven standespolitischen Diskussion, wie eine bestmögliche und umfassende Notfallversorgung gewährleistet werden könne, erfolgt.

"Wir machen das noch besser"

„Zielsetzung war die Einrichtung einer zentral gelegenen, gut erreichbaren und barrierefreien Praxis nach modernsten Maßstäben. Diese wird von den Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzten aus Stuttgart und den umliegenden Landkreisen getragen.“

Angesprochen auf die lange Wartezeit an dem Tag, an dem die Remshaldenerin den Dienst in Anspruch nehmen wollte, sagt die Sprecherin: „Wartezeiten lassen sich leider nicht immer vermeiden.“ Es bedürfe immer einer gründlichen und gewissenhaften zahnärztlichen Behandlung, mit dem Notfalldienstzentrum in Stuttgart wolle man die Patientinnen und Patienten zufriedenstellen - kleinere Anlaufschwierigkeiten seien dabei aber leider nicht immer vermeidbar. „Wir machen das noch besser“, verspricht sie.

Sehr ärgerlich fand eine Frau aus Remshalden ihre Erfahrungen mit dem Notfalldienstzentrum für zahnmedizinische Notfälle in Stuttgart-Mitte. Sie schildert ihre Erfahrungen gegenüber unserer Zeitung wie folgt: Vor dem Jahreswechsel hatte sie über die Weihnachtsfeiertage Zahnschmerzen bekommen und konnte bei Notfallzahnarztpraxen im Rems-Murr-Kreis behandelt werden. Als sie nach dem Jahresbeginn 2022 wieder Zahnschmerzen bekam, musste sie aber feststellen: Seit dem 1. Januar hat sich die

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