Remshalden

ZVW-Podiumsdiskussion: Reichsbürger und Könige

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Von links nach rechts: Axel Fischer, Thomas Hornauer, Moderator Hans Pöschko, Reinhard Molt, Klaus Schäufele. © Christine Tantschinez
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Auch das zahlreich erschienene Publikum stellte Fragen den die Kandidaten.

Remshalden. Turbulenzen gleich nach Beginn, esoterische Ergüsse und auch durchaus ernsthafte Aussagen: Da war alles drin in der ZVW-Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Remshalden in der Wilhelm-Enßle-Halle in Geradstetten. An die 600 Interessierte dürften es gewesen sein, die wissen wollten, wie sich die vier Kandidaten präsentieren. Der ZVW übertrug die Veranstaltung auch live auf Facebook und auf der Homepage.

Nur vier Kandidaten, es stehen doch fünf Namen auf dem Stimmzettel? Richtig. Aber Dauerkandidatin Fridi Miller erschien nicht. Und so scharte sich mit Reinhard Molt, Klaus Schäufele, Axel Fischer und Thomas Hornauer (er gab übrigens bekannt, dass die Kandidatur in Remshalden seine letzte sei) eine Männerrunde um Hans Pöschko, den Redaktionsleiter der Schorndorfer Nachrichten, der die Veranstaltung moderierte.

„Sie sagen jetzt nichts mehr, sonst drehe ich Ihnen das Mikrofon ab“

Er hatte schon kurz nach Beginn alle Hände voll zu tun. Axel Fischer, der – vorsichtig formuliert – den Reichsbürgern nahesteht, beantwortete seine Frage, ob er das Grundgesetz als Verfassung der Bundesrepublik Deutschland anerkenne, mit „Nein“, was Buhrufe und Pfiffe aus dem Publikum nach sie zog. „Fischer raus“ hieß es sogar, auch deshalb, weil der Mann aus Buoch nun zu einem Monolog ansetzte und Pöschkos Ausforderung, dem ein Ende zu machen, nicht nachkam. Schließlich drohte der Moderator: „Sie sagen jetzt nichts mehr, sonst drehe ich Ihnen das Mikrofon ab.“ Fischer kriegte sich dann wieder einigermaßen ein und gab zur Überraschung der allermeisten preis, dass er das Grundgesetz mit Leib und Leben verteidige. Wie sich das mit seinem vorherigen Nein vertrug, verstand so gut wie niemand.

König ohne Land

Hornauer indes begab sich in esoterische Gefilde, sagte zum Beispiel, das von ihm verkörperte Vereinte Deutsche Königreich sei eine „Weltanschauung“, es erhebe keinen territorialen Anspruch. Er habe die telemediale Lebensschule als geistige Lehre entwickelt. Schließlich forderte Hornauer eine „bewusstseinserweiternde Meditation“ in Schulen und Vereinen.

Fortan ging die Veranstaltung fast durchgegend ernsthaft über die Bühne, was an Reinhard Molt und Klaus Schäufele lag. Molt sagte, er fühle sich, wiewohl seit vielen Jahren in Lorch lebend, ein Stück weit zuhause in Remshalden, er habe ja schließlich nur eine „sechsjährige Vakanz“ hinter sich. Sollte er Bürgermeister werden, sieht er seine erste Aufgabe darin, einen neuen Kämmerer zu suchen, nachdem seit Montag klar ist, dass Holger Mayer ins Landratsamt Rems-Murr-Kreis wechselt. Schäufele, der seit 1999 in Buoch lebt und erst ganz zum Schluss auf den Bewerberzug aufgesprungen ist, räumte ein, sich vielleicht ein bisschen zu spät zur Kandidatur entschieden zu haben. Er verfolge aber das kommunalpolitische Geschehen in Remshalden seit langem und denke, jetzt sei der richtige Zeitpunkt. Verantwortung zu übernehmen. Er könne Lösungen für die Probleme anbieten.

Live dabei 

Der Zeitungsverlag organisierte die Vorstellung nicht nur, er streamte die Veranstaltung auch live über Facebook. Der Livestream wurde schon über sechstausendmal aufgerufen und rege kommentiert.

In Remshalden wird am Sonntag, 6. Mai, gewählt. Der bisherige Bürgermeister Stefan Breiter ist seit 1. April Finanzbürgermeister in Freiburg.

Wir berichten am Wahlabend ab 18.15 Uhr live aus dem Rathaus in Remshalden.

Alle Entwicklungen und Ergebnisse des Wahlabends kann man mitverfolgen unter www.zvw.de/wahlstudio oder unter facebook.com/zvwonline. Außerdem gibt es ab 18 Uhr einen Live-Blog unter www.zvw.de/wahl-remshalden.