Rudersberg

Bevölkerung uneins: Funpark oder Freizeitareal an der Ölmühle in Michelau?

Freizeitareal
Bürgermeister Raimon Ahrens (l.) bei der Bürgerinformation. © Benjamin Büttner

Radauverdächtiger Funpark oder naturnah beschauliches Freizeitareal für Radfahrer und Leute, die keinen Garten haben? Großzügig durchdachte Planung aus einem Guss oder ein zu überdimensioniertes Monstervorhaben fürs kleine, beschauliche Michelau? Kontroverse Stimmen bei der zweiten Bürgerinfoveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Michelau.

Gegensätze zwischen Allgemeinwohl und Privatinteressen

Und wie oft bei derlei eigentlich der Beteiligung und Transparenz des Verfahrens dienenden Veranstaltungen hatte man den Eindruck, dass die möglichen Befürworter der Sache eher zu Hause bleiben und dem guten Gang der Dinge vertrauen, während die Gegner in Überzahl auftreten und lautstark ihre durchaus bedenkenswerte und berechtigte Abwehr und Angst zum Ausdruck bringen.

Dabei sind es meist die Anwohner eines für die Allgemeinheit vorgesehenen kommunalen Bau-Projektes, die um ihre Ruhe fürchten. So auch wieder in Michelau.

Varianten vorgestellt

Vorgestellt wurden auf der Bürgerversammlung von Bürgermeister Raimon Ahrens und der Garten- und Freiraumplanerin Simone Weingärtner zwei Gestaltungsvarianten des Areals, die nach der ersten Bürgerinfo-Veranstaltung im vergangenen Oktober überarbeitet worden sind. Verändert hat sich vor allem, dass die Gemeinde eine dem Dorfgemeinschaftshaus gegenüberliegende Ackerfläche kaufen konnte, so dass sich Spielraum und Konzept der geplanten Anlage erweitert haben.

„Der Charme des Mühlenareals soll aber erhalten bleiben“, versichern die Planer. Die von Bürgern vorgetragene Kritik an einem vorgesehenen Grillplatz im Gelände haben sie im neuen Entwurf deshalb berücksichtigt: „Da haben wir gesagt, das nehmen wir raus.“ Im Fokus stand auch der Umgang mit Parkplätzen. Die sollten nicht durchs eher verkehrsberuhigte Freizeitgelände gehen. Der neue Vorschlag sieht Parkplätze am Eingang des Areals, beim Gemeinschaftshaus vor, so dass im Freizeitareal hauptsächlich Fuß- und Fahrradwege genutzt werden sollen.

Wiesenlandschaft der "Weite und Ruhe"

Was genau ist geplant? Und warum sollte man dagegen sein? Zum Ersten: eine naturnahe bienen- und insektenfreundliche Wiesenlandschaft der „Weite und Ruhe“, mit Spielgeräten und Parcoursmöglichkeiten für kleinere und größere Kinder. Eine Brücke wäre zu teuer gewesen, aber an eine durch Quadersteine mögliche Überquerung der Wieslauf und einen Wassertretbereich ist gedacht.

Erweitert werden soll mit einer zusätzlichen Lagerfläche der Kiosk. Verbunden mit Lobeshymnen über die derzeitigen Betreiber. Zur Diskussion gestellt wurden Plätze für Wohnmobile, die eh schon immer wieder im Gelände gesichtet würden.

Massive Lärmprobleme

„Wir haben jetzt schon massive Lärmprobleme“, wand eine Michelauerin ein. „Zwanzig Parkplätze direkt vor unserem Schlafzimmer! Man vergisst die Anwohner!“ Es gehe darum, die Parksituation zu ordnen und nicht wildes Parken auf der Wiese zuzulassen, verteidigte Ahrens die Parkplätze und fügte hinzu, „ich würde mir wünschen, dass man nicht nur das Schlechte sieht“. Aber ja, fügte er mit sarkastischem Realismus hinzu, er weiß, „wir kennen Leute, die laufen nicht weiter, als ihr Auto lang ist“.

Half aber nichts. Katastrophisch wurde Brandgefahr durch Funken aus dem Gelände ins Gefecht geführt. Ein Bürger fragte gar fundamental nach dem Zweck des Ganzen. Bis sich der etwas ältere Mitbürger Herr Köngeter meldete und sagte: „Als Großvater von kleinen Enkeln ist das für mich gemacht! Das ist eine fantastische Planung!“

Überdimensioniert?

„Viel zu groß und überdimensioniert“, rief danach Anwohner Jochen Härle an, empört über den Verbrauch dieses Projekts von Ackerflächen. Die Eingaben werden ins entscheidende Gremium des Rudersberger Gemeinderats vermittelt werden. Demokratie? Eine schwierige Sache, die wir unbedingt aushalten müssen.

Radauverdächtiger Funpark oder naturnah beschauliches Freizeitareal für Radfahrer und Leute, die keinen Garten haben? Großzügig durchdachte Planung aus einem Guss oder ein zu überdimensioniertes Monstervorhaben fürs kleine, beschauliche Michelau? Kontroverse Stimmen bei der zweiten Bürgerinfoveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Michelau.

Gegensätze zwischen Allgemeinwohl und Privatinteressen

Und wie oft bei derlei eigentlich der Beteiligung und Transparenz des Verfahrens

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