Rudersberg

Ein Fuchs räkelt sich bei einer Familie auf der Terrasse, Waschbären klopfen an ihre Fensterscheiben - süße Tiere oder leidige Krankheitsüberträger?

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Auf der Terrasse von Jens Glatz fühlt sich der Fuchs scheinbar wohl. © Privat

Als Jens Glatz vor ein paar Tagen am Mittag vom Einkaufen nach Hause kam, staunte er nicht schlecht. „Ich dachte erst, huch, das ist aber ein großes Eichhörnchen“, sagt der Oberndorfer. Tatsächlich hatte es sich ein Fuchs auf seiner Terrasse gemütlich gemacht. Das Wildtier räkelte sich auf dem Sofa in der Sonne und sprang erst auf, als er die Familie bemerkte, die ihn durch eine Fenstertür beobachtete. Auch dann hielt der Fuchs noch kurz inne und blickte zurück, bevor er letztendlich verschwand.

Den Vorfall teilte Jens Glatz auf Facebook, wo Menschen wahlweise entweder mit Freude über das süße Tier oder mit Sorge wegen seines verdächtigen Verhaltens reagierten. Wenn Füchse Menschen so nah kommen, sind sie schließlich oft krank, vermuten manche der Kommentatoren.

Im Nachhinein schwer zu beantworten: War der Fuchs krank?

„Wir wohnen zwar an der Hauptstraße, aber hinter dem Haus haben wir einen großen Garten“, sagt Jens Glatz. „Da kommt nichts mehr bis zum Wald.“ Es könne schon einmal passieren, dass da ein wildes Tier auftaucht. Rudersberg sei eben keine Großstadt. Trotzdem, dass der Fuchs krank war, das könne er natürlich nicht ausschließen.

„Der Fuchs ist sicher auch nicht ganz koscher, wenn er so nah an Menschen herankommt“, sagt der Rudersberger Jäger Johannes Birzele, dem Jens Glatz das Video von dem Fuchs auf seiner Terrasse gesendet hat. Ganz gesund habe das Tier nicht ausgesehen, aber auf die Ferne sei so etwas schwer zu beurteilen.

Waschbären richten allerlei Unfug an

Für die Familie von Jens Glatz war es nicht das erste Mal, dass sie es mit wilden Tieren auf ihrem Grundstück zu tun hatten. „So alle paar Nächte kommen zwei Waschbären vorbei“, berichtet Jens Glatz. „Im Sommer gegen 21 Uhr sind sie einfach die Terrassentreppe heruntergelaufen und haben mit ihren putzigen Händen an unserer Glasscheibe geklopft.“ Als die Familienkatze zurückgeklopft hat, verzogen sich die Waschbären - tauchten aber seitdem immer mal wieder auf.

„Die Waschbären sind überhaupt nicht scheu“, weiß Jens Glatz aus Erfahrung. Solange sie ihm nicht an den Müll gehen oder das Dach beschädigen, hat er kein großes Problem mit ihnen, aber für kleine Ärgernisse haben sie doch schon gesorgt: „Die Gurken im Garten buddeln sie halt aus“, so Jens Glatz. Im Sommer haben sie sich außerdem am Zitronenbaum zu schaffen gemacht und bei Nachbarn die Rosen ausgegraben und einen Heizholzstapel umgeworfen. „Das ist schon ein bisschen nervig“, findet Jens Glatz. „Am Morgen muss man wieder aufräumen.“ Aber dass es in Rudersberg eine Waschbärenplage gebe, sei ja bekannt.

Diese Krankheiten übertragen Waschbären

„Das ist kein Geheimnis, dass uns der Waschbär schon lange überrollt hat“, sagt auch der Jäger Johannes Birzele. „Bei uns im Revier haben wir schätzungsweise schon 40 Waschbären geholt dieses Jahr.“ Das Wildtier sieht er als „ein Riesenproblem“ an, eher sogar noch als die Füchse. „Klar, beim Fuchs gibt es die Tollwut“, sagt Johannes Birzele, der sonst in der Wieslauf-Apotheke zu finden ist. „Aber auch der Waschbär überträgt eben Krankheiten auf den Menschen.“

So können Waschbären laut dem Umweltbundesamt durch Flöhe, Läuse und Zecken verschieden Krankheitserreger auf Menschen und Haustiere übertragen. Außerdem können sie Tollwut und andere infektiöse Krankheiten verbreiten. In ihrem Kot können zudem möglicherweise gefährliche Spulwurm-Eier enthalten sein. Besonders Kinder und Haustiere sollten deshalb von dem Kot ferngehalten werden.

Um es den Waschbären nicht noch einfacher zu machen, sich auszubreiten, rät Johannes Birzele dazu, darauf zu achten, dass kein Katzen- oder Vogelfutter für die Tiere erreichbar herumsteht. „Sonst lockt man sie an und die Tiere machen eine Garten- und Nachbarschaftstour“, so der Jäger. Dann tauchen sie wahrscheinlich auch wieder bei Jens Glatz auf.

Als Jens Glatz vor ein paar Tagen am Mittag vom Einkaufen nach Hause kam, staunte er nicht schlecht. „Ich dachte erst, huch, das ist aber ein großes Eichhörnchen“, sagt der Oberndorfer. Tatsächlich hatte es sich ein Fuchs auf seiner Terrasse gemütlich gemacht. Das Wildtier räkelte sich auf dem Sofa in der Sonne und sprang erst auf, als er die Familie bemerkte, die ihn durch eine Fenstertür beobachtete. Auch dann hielt der Fuchs noch kurz inne und blickte zurück, bevor er letztendlich

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