Rudersberg

Großeinsatz wegen einsturzgefährdetem Haus in Rudersberg: Wie es dazu kam

Kellereinsturz, Lenkstr., Rudersberg-Steinenberg, 14.06.2022.
Kellereinsturz in der Steinenberger Lenkstraße nach Baggerarbeiten. © Benjamin Beytekin

Zu einem großen Schreck für die Bewohner eines Hauses in der Steinenberger Lenkstraße kam es am Dienstagabend. Das Mehrfamilienhaus, in dem sie wohnen, drohte einzustürzen, es kam zu einem Großeinsatz, bei dem laut Steffen Knödler, Kommandant der Rudersberger Feuerwehr, teilweise über 50 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen vor Ort waren. Teile der Gebäudemauer waren abgebrochen, der Gewölbekeller stürzte ein. Was war passiert und wie gingen die Helfer vor Ort vor?

Hauseigentümer baggert Graben 

Am Dienstagabend ging um kurz nach 20 Uhr bei der Feuerwehr eine Meldung darüber ein, dass ein Haus nach Baggerarbeiten einzustürzen droht. Bei der Renovierung eines Privathauses wurde laut Steffen Knödler im Außenbereich durch den Eigentümer selbst ein Graben angelegt. Dabei sei ein großer Teil der Kellerwand nach außen gekippt und das Haus beziehungsweise die Hauswand habe gedroht, in den Garten einzustürzen. Der Eigentümer habe den Ernst der Lage sofort erkannt und über den Notruf gemeldet.

Als die Kellerwand einstürzte, hielt sich laut Knödler eine Familie im Wohnhaus auf. Die gute Nachricht: Als die ersten Einsatzkräfte der Abteilung Steinenberg eintrafen, war deren Evakuierung laut Knödler schon im Gange, weder der Baggerfahrer noch die Familie seien zu Schaden gekommen und blieben wohlauf. Es wurde allerdings schnell festgestellt, dass das Gebäude akut einsturzgefährdet war.

Fachberater Bau vor Ort

Bereits in der Erstphase, berichtet Knödler, wurden die Fachberater Bau, Mitglieder aus anderen Feuerwehren aus dem Rems-Murr-Kreis, an die Einsatzstelle gerufen. Als weitere Maßnahme musste auch das THW Schorndorf mit einem Fachberater dazu gerufen werden. Die Feuerwehr habe die Einsatzstelle großflächig abgesperrt, den Baustellenbereich und das Wohnhaus vom Zugang her gesichert. Nach gemeinsamer Besichtigung und Beratung der Einsatzleitung der Feuerwehr sowie der drei Fachberater Bau seien dann weitergehende Maßnahmen eingeleitet worden, um das Haus zumindest abzusichern, damit kein Einsturz mehr drohte.

Dafür wurden laut Knödler die Kräfte des THW alarmiert, zum einen zur Installation eines Messsystems zur Überwachung der Hauswand gegenüber Bewegungen und zum anderen für weiteres Material zur Abstützung der Hauswand und Mauern.

Der Untergrund habe sich im vorgefundenen Zustand nicht als tragfähig erwiesen, weshalb die Experten beschlossen, dass er ein Betonfundament bekommen musste. „Hierfür bekamen wir unkomplizierte Unterstützung durch das örtliche Bauunternehmen Zehnder, die Lkw, Bagger und den notwendigen Beton zeitnah bereitstellen konnten“, so Knödler. Nach den Betonarbeiten installierte das THW eine Abstützung, die Arbeiten wurden, erklärt der Feuerwehrkommandant, die gesamte Zeit hinweg von einem Messsystem gesichert und überwacht, um weiteren Gefahren vorzubeugen.

Bewohner müssen in ein Hotel

„Die Familie wurde zwischenzeitlich in einem örtlichen Hotel einquartiert, da es sonst keine andere Möglichkeit einer Unterbringung in der Kürze der Zeit gab“, sagt Knödler. Das Haus sei aktuell nicht bewohnbar und müsse erst einmal durch Statiker und die Baubehörde auf seine Standsicherheit überprüft werden. Teilbereiche des Hauses mussten komplett gesperrt werden. Die Bewohner konnten allerdings nach den Sicherungsmaßnahmen von Feuerwehr, THW und des Bauunternehmens etwas Kleidung und das Notwendigste aus ihrer Wohnung holen.

Der Einsatz dauerte laut Steffen Knödler bis um vier Uhr morgens an. An der Einsatzstelle waren acht Fahrzeuge der gesamten Feuerwehr Rudersberg und der Feuerwehr Schorndorf. Das THW war mit Fahrzeugen der Ortsgruppen Schorndorf, Ludwigsburg und Kirchheim/Teck im Einsatz, sechs in Bereitschaft. Auch das DRK war mit dem Ortsverein Wieslauftal die gesamte Zeit vor Ort und sorgte unter anderem für die Verpflegung. Obwohl teilweise viele Einsatzkräfte in Steinenberg waren, sei auch die Einsatzbereitschaft für eventuelle Paralleleinsätze sichergestellt worden.

Zu einem großen Schreck für die Bewohner eines Hauses in der Steinenberger Lenkstraße kam es am Dienstagabend. Das Mehrfamilienhaus, in dem sie wohnen, drohte einzustürzen, es kam zu einem Großeinsatz, bei dem laut Steffen Knödler, Kommandant der Rudersberger Feuerwehr, teilweise über 50 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen vor Ort waren. Teile der Gebäudemauer waren abgebrochen, der Gewölbekeller stürzte ein. Was war passiert und wie gingen die Helfer vor Ort

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