Rudersberg

Großes Gedränge beim Adventswald

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© Gabriel Habermann / ZVW.
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© Gabriel Habermann
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© Gabriel Habermann / ZVW.

Rudersberg. Adventsmärkte gibt es viele, aber der Rudersberger Adventswald ist einmalig, eine bundesweit geschützte Marke mit eigener Internetadresse. Auch heuer hat die Gemeinde wieder viel investiert, in Sicherheit wie Stil: alles authentisch aus Holz und Tanne, Handwerkskunst auf Hackschnitzeln. Nur Falschparker von außerhalb störten den Frieden.

Autos mit Kennzeichen aus ganz Deutschland, von Dortmund bis Kassel oder Freiburg, die überall im Weg rumstehen und Feuerwehrgassen zuparken: Laut Joachim Stocker, dem Rudersberger Feuerwehr-Kommandanten, sind sie eigentlich das einzige richtige Problem beim Adventswald. Sein Zwischenfazit: „Dank guter Zusammenarbeit und Vernetzung aller Beteiligten konnten wir Probleme, etwa Schlägereien oder Taschendiebstahl, im Keim ersticken.“ Nur dass Leute, meist von auswärts, statt ausgewiesene Parkplätze zu nutzen, irgendwelche Zufahrtswege versperren, kann er nicht verstehen. Was auch Harald Kielwein vom Ordnungsamt am Samstag bestätigt. „Die denken womöglich, sie fänden keinen mehr, und stellen sich einfach irgendwo hin.“

Für die Sicherheit ist gesorgt

Stocker hat mit seinem Stellvertreter Frank Ehmann und Carola Lindauer vom Roten Kreuz im Feuerwehrhaus, der Kommandozentrale in puncto Sicherheit, Stellung bezogen. Er ist mit weiteren vier Feuerwehrkameraden, 16 Mitarbeitern von Ordnungsamt, DRK und Gemeindeverwaltung sowie zusätzlich fünf vom Schorndorfer Sicherheitsdienst Bunk über Funk verbunden, wenn’s mal zum Einsatz käme. Außerdem schauen draußen vor Ort noch weitere Zivilstreifen nach dem Rechten, vor allem zum Jugendschutz. Aber bislang blieb alles ruhig. Mal hier und da ein Bewusstloser wegen des Gedränges, und laut Carola Lindauer gab’s kürzlich auch eine Schnittwunde zu versorgen – ein Unfall, kein Streit. Auch Rainer Schwarz, einer aus dem fünfköpfigen DRK-Team im Einsatzwagen, gibt am Samstag Entwarnung: „Das Übliche, bislang noch keine Alkoholleiche.“ Das Adventswald-Publikum sei eher ein ruhiges, bürgerliches. „Wir könnten Leute freilich auch liegend behandeln.“

Aber wozu, wenn der Adventswald doch keine Besäufnisse fördert, sondern eher Familienväter dazu inspiriert, wunderschöne Motive zu fotografieren, etwa die glitzernden Weihnachtstannen vor der Kirche? Oder die von innen beleuchteten Kirchenfenster? Oder die lauschige Laube, eine Art Höhle aus Tannenzapfen, hinter der sich malerische Glühweinstände verstecken? Auch Zehntklässler der Realschule schenken hier Kinderpunsch aus. Eine Mutter schafft mit am Stand, Vera Daferner, mit ihrer Tochter Maren. In Zwei-Stunden-Schichten.

Gegen Abend wird das Gedrängel dann ganz schön stressig, aber sie halten durch. So wie anderswo die Jugend des ASV Althütte, die Lachscremesuppe anbietet. Neben vielen professionellen Standbetreibern, die oft Originelles im Angebot haben, etwa Wildburger, Pulled Pork (Schwein aus dem Backofen) mit Krautsalat, weißen Glühwein. Oder den Flammlachs, gegrillt auf Olivenholz, am Stand der Miedelsbacherin Petra Rühl. Schon seit fünf Jahren macht sie beim Adventswald mit. Ihr Mitarbeiter Jan Popig steht am Samstagabend im ärmellosen T-Shirt da und grillt den Lachs, bei mittleren Temperaturen - „wenn’s kälter wäre, würde halt der Glühwein noch besser gehen“.

Feuerzangenbowle oder Glühwein mit Schuss

Sehr gut geht, wie jedes Jahr, die Feuerzangenbowle vom Haubersbronner Martin Knödler (siehe Infobox). Am Stand unterhalten sich Roland und Sigrid Lunczinski aus Schlechtbach mit zwei Damen aus dem Spreewald darüber, dass in deren Heimat, wo ja auch der „Feuerzangenbowle“-Star Heinz Rühmann herstammt, eine solche Bowle auf Weihnachtsmärkten unbekannt sei. Dafür halten sie sich an Knödlers Mischung schadlos: Glühwein mit einem guten Schuss Rum. Macht von innen so richtig kuschelig warm. Was ja schon am nächsten Adventswald-Wochenende wieder ganz nützlich sein könnte.

Steigende Tendenz

Für die Besucher vielleicht der einzige Nachteil beim Adventswald, für die Betreiber allerdings ein Plus: der riesige Andrang, der auch am Samstag gegen Abend für Gedrängel rund um die Johanneskirche sorgte.

Laut Martin Knödler, der seit neun Jahren seine Feuerzangenbowle anbietet, habe sich der Markt kontinuierlich entwickelt und sein Angebot erweitert. In diesem Jahr ging’s am ersten Adventswochenende relativ zaghaft los, aber am zweiten kamen bereits mehr als 20 000 Gäste, mit steigender Tendenz: Zuletzt schien sogar dies noch getoppt.