Rudersberg

Intensiv Natur erforscht: Rudersberger Sechst- und Siebtklässler ausgezeichnet

Naturforscherpreis
Die Rudersberger Schüler mit ihren Projektmappen: Lukas Meyer (l.), Mila Grimmer, Moritz Stieb, Laura Meyer, Tim Berroth, Franka Betz, Jael Plochowietz. Hinten: Jutta Grimminger (l.), Simone Nüdling, Katharina Hollmeier, Kerstin Kind, Michael Diener. © Gabriel Habermann

Am Schulzentrum Rudersberg findet seit zwölf Jahren der Naturforscherwettbewerb statt, an dem die fünften und sechsten Klassen teilnehmen und Preisgelder gewinnen können. Die Initiative für die Teilnahme hatte Michael Diener, Lehrkraft und fachlicher Betreuer des Projektes. Der Wettbewerb läuft über die Haug-Taxis-Stiftung, sie finanziert und ermöglicht diese Veranstaltung.

Fünft- und Sechstklässler haben teilgenommen

Im vergangenen Schuljahr nahmen insgesamt 100 Fünft- und Sechstklässler des Schulzentrums teil, von denen sieben Preisträger durch ihre genaue Arbeit herausstachen, berichtet Stiftungsvertreterin Kerstin Kind. Während die fünften Klassen die Aufgabe bekamen, Tierforscherbücher zu gestalten und sie mit ihrer Recherche über ein Tier ihrer Wahl zu füllen, führten die sechsten Klassen Baumtagebücher.

„In der ersten Ebene des Wettbewerbs werden die Projekte in den jeweiligen Klassen erarbeitet“, so Diener. Es gehe vor allem darum, dass sich die Schülerinnen und Schüler für einen längeren Zeitraum mit ihrem Projekt beschäftigen. „Nur wenn man sich intensiv damit auseinandersetzt, kann es faszinieren“, so Michael Diener über die Naturforschung. Die Projekte der Kinder liefen neben ihren normalen schulischen Aufgaben und Aktivitäten.

Eine Jury bewertet und begutachtet die Forschungen

Pro Klassenstufe gibt es eine Jury von vier bis fünf Kollegen. Diese begutachtete die Forschungen der Schülerinnen und Schüler und bestimme die Ränge, so Michael Diener. Bewertet werde „wie genau die Beobachtungen sind, ob bestimmte Prozesse hinterfragt werden, ob es sauber aufgeschrieben wurde und ob sie konsistent sind“. Was auch in die Bewertung einfließe, sei „genaues Zeichnen und Dokumentieren“. Die Lehrkraft gibt dazu ein Beispiel: „Warum fallen die Blätter herunter? Warum bildet sich eine Korkschicht und was passiert bei der Fotosynthese?“ Je nachdem, wie genau die Aufzeichnungen und Beobachtungen der Prozesse ausfallen, werden sie dementsprechend bewertet.

„Die Vergleichbarkeit ist extrem schwierig. Es sind Nuancen, die den Unterschied machen“, meint Kerstin Kind. Außerdem sagt sie: „Es ist bewusst ganz offen gemacht, um die Kreativität nicht einzuschränken.“ Dabei bezieht sie sich auf die Beurteilungskriterien. Die Stiftungsvertreterin sagt außerdem, dass es meist schwierig sei, die Sieger festzulegen, da die verschiedenen Arbeiten sehr vielfältig und individuell seien.

Die diesjährigen Rudersberger Preisträger

Jael aus der jetzigen 6 a arbeitete in der fünften Klasse an ihrem Tierforscherbuch über die Schwarzhalsziege. Zu diesem Tier kam sie, als sie sich im Internet umschaute. Für ihre Forschung besuchte sie die Schwarzhalsziege in Miedelsbach am Pferdehof und interviewte gelegentlich auch die Besitzerin. Durch ihre Leistung konnte sie den dritten Platz ergattern und damit ein Preisgeld von 50 Euro einstecken.

Besonders herausfordernd für die Jugendliche war es, sich mit den Krankheiten zu befassen. Dennoch fand sie Gefallen an der Beobachtung. Zukünftigen Wettbewerbsteilnehmern rate sie, „einfach nur Spaß zu haben“.

Der zweite Platz, und damit verbunden ein 100-Euro-Preisgeld, ging an Tim aus der 6 b. Er beschäftigte sich mit Ameisen und fand während seiner genauen Beobachtungen heraus, dass „Ameisen anders denken als wir“. Das Experimentieren bereitete ihm mehr Freude als das Schreiben. Dennoch fand er Gefallen daran, „die Arbeit zu machen“.

Auch Franka gewann 100 Euro für den zweiten Platz, sie erforschte ihre Hündin Tara. Sie dokumentierte, wie die Haltung und Pflege ihrer Hündin auszusehen hat. Auch „eine gute Note“ erhoffte sie sich durch ihre Leistung.

Den ersten Platz beim Tierforscherbuch und damit verbunden 200 Euro gewann Laura aus der 6 b. Sie legte sich für ihr Projekt extra einen ungarischen Zwerghamster zu und legte viel Wert auf die Ausführung ihrer Forschung. Im Unterricht war ihr neues Haustier ebenfalls sehr beliebt.

Den dritten Platz für das Baumtagebuchprojekt ergatterte Lukas aus der jetzigen 7 a für seine Beobachtungen des Fächerahorns vor seiner Haustür. Seine Mappe war von Hand gemacht und er bekam dafür 50 Euro. Er habe ganz viel gepresst und laminiert.

„Auf jeder Seite hat Mila mit ihrem Handlettering ein Highlight gesetzt“, meint die fachliche Betreuungslehrerin Katharina Hollmeier über das Portfolio. Die Siebtklässlerin konnte den zweiten Preis gewinnen und damit 100 Euro. Sie habe mit „ganz viel Blüten, der Blattentwicklung und gepressten Blättern“ gearbeitet.

Mehr als 300 Seiten handschriftlich dokumentiert

Moritz entschied sich damals in der sechsten Klasse dazu, einen Kirschbaum aus zwei Stämmen für sein Projekt zu wählen. Simone Nüdling, Lehrkraft und Betreuerin, meint, er habe „ganz toll biologisch gearbeitet“. Insgesamt habe er 309 Seiten mit seiner Recherche gefüllt, „außer zwei bis drei Seiten hat er alles handgeschrieben“.

In seiner Sammlung seien Anleitungen und Rezepte zu finden. Damit belegte er verdientermaßen den ersten Platz, der mit 200 Euro Preisgeld einhergeht.

Nach den Herbstferien geht der Wettbewerb in die zweite Runde. Die Preisträger des Schulzentrums Rudersberg bekommen dann die Möglichkeit, gegen andere Schulen zu konkurrieren - das sei die zweite Ebene des Naturforscherwettbewerbs. Das Fördergeld, das die Jugendlichen für ihre Schule dabei gewinnen können, beträgt 2500 Euro. Mit diesem Geld könne die Schule Mikroskope, Tablets und anderes technisches Equipment anschaffen, sagt Michael Diener.

Jugendliche an Natur heranführen

Inwiefern fördert der Wettbewerb junge Schülerinnen und Schüler? Laut Kerstin Kind steckte das Paar Haug-Taxis Mitte der 80er Jahre sein Vermögen in eine Stiftung. Dieses Geld war dazu gedacht, den Kindern „die Natur näherzubringen“. Das Paar selbst hatte einen großen Garten und war naturverbunden und tierlieb. Nach ihrem Tod wurde schließlich die Haug-Taxis-Stiftung gegründet, die Projekte wie den Naturforscherwettbewerb finanziell fördert.

Rektorin Silke Nutsch sagt, sie und das Kollegium unterstützen die Förderprojekte, „es ist eine schöne Tradition“ und „egal, ob es 50 oder 300 Seiten sind, da sieht man, was Schüler leisten können“.

Am Schulzentrum Rudersberg findet seit zwölf Jahren der Naturforscherwettbewerb statt, an dem die fünften und sechsten Klassen teilnehmen und Preisgelder gewinnen können. Die Initiative für die Teilnahme hatte Michael Diener, Lehrkraft und fachlicher Betreuer des Projektes. Der Wettbewerb läuft über die Haug-Taxis-Stiftung, sie finanziert und ermöglicht diese Veranstaltung.

Fünft- und Sechstklässler haben teilgenommen

Im vergangenen Schuljahr nahmen insgesamt 100 Fünft- und

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