Rudersberg

Kaufmanns Chancen bei der OB-Wahl in Leonberg

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Martin Kaufmann im Wahlkampf in Leonberg vor dem dortigen Pomeranzengarten. Das Bild ist auf seiner Homepage für den Wahlkampf zu finden. © Schielberg

Rudersberg/Leonberg. Seit gestern Abend steht es fest: Fünf Bewerber wollen für das Amt des Leonberger Oberbürgermeisters ins „Rennen“ gehen. Einer ist Martin Kaufmann, Bürgermeister in Rudersberg. Einer der Mitbewerber ist der amtierende Erste Bürgermeister, eine Kandidatin war Erste Bürgermeisterin, ein Kandidat ist der Baubürgermeister. Sie sind mit den Problemen Leonbergs seit langem vertraut. Doch auch Kaufmann gilt als ernstzunehmender Kandidat.

Was stört die Menschen in der rund 45 000 Einwohner zählenden Stadt im Besonderen? Welcher Bereiche muss sich der künftige Oberbürgermeister vor allem annehmen? Ein Top-Thema: der Verkehr. Da ist der häufige Stau, der Leonberg plagt. Im Berufsverkehr durch die Stadt zu kommen, gilt als schwierig. Eine Bundesstraße führt in den Ort, zwei Autobahnen kommen hinzu und bringen durch Umleitungsstrecken und durchfahrende Autos weiteren Verkehr. Es gibt keine richtige Umgehungsstraße.

Krankenhaus und Finanzen sind Schwerpunktthemen

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Leonberger Krankenhaus. Der Kreistag in Böblingen hat beschlossen, dass eine Zentralklinik zwischen Böblingen und Sindelfingen neu gebaut werden soll. Zwar wurde weiterhin beschlossen, dass die Leonberger Klinik voll saniert wird und die Chefarzt-Stellen nachbesetzt werden. Doch treibt die Sorge um den langfristigen Bestand des Leonberger Krankenhauses um.

Thema Nummer drei: die Finanzen. Leonbergs Schuldenstand ist nicht unerheblich, gleichzeitig stehen Investitionen an. Das Leobad als Sport- und Freizeitbad muss dringend saniert werden, die Stadthalle ist ein großes Thema.

Einige der Themen kennt Kaufmann aus Rudersberg

Darüber hinaus zählen das Schaffen von bezahlbarem Wohnraum, Wirtschaftsförderung, Breitbandausbau, die Belebung und Stärkung der Altstadt sowie die Gewerbeflächen ebenfalls zu den wichtigen Aufgaben des künftigen Oberbürgermeisters. Viel Arbeit ist also nötig - bei Kostendisziplin.

Verkehrsprobleme, die Sorge um den Erhalt eines Krankenhausstandorts, das Schaffen von bezahlbarem Wohnraum, Wirtschaftsförderung, Breitbandausbau, Finanzen: Einige Leonberger Themen kennt Martin Kaufmann aus Rudersberg und dem Kreistag im Rems-Murr-Kreis bestens, wenngleich die Probleme in Leonberg natürlich eigenständigen Charakter haben.

Erwin Staudt, früherer Präsident des VfB, erklärt seine Unterstützung

Martin Kaufmann erläutert auf seiner Homepage seine Positionen, von Bürgerbeteiligung bis Wirtschaftsförderung. Wer eine der Info-Broschüren herunterlädt, findet darin auch Menschelndes, ein Foto von der Einschulung oder als Hobbypilot. Auch Prominente und Weggefährten äußern sich. So erklärt etwa Erwin Staudt, früherer Präsident des VfB Stuttgart und IBM-Chef Deutschland, warum er Kaufmann unterstützt. Dr. Wolfgang Weigold, FDP-FW-Kreisrat im Kreistag des Rems-Murr-Kreises, und Bernd Wessel, früherer SPD-Gemeinderat in Rudersberg, kommen zu Wort, ebenso der Landrat. Zum Thema Verkehrslösungen für Leonberg kann man sich eine eigene Broschüre herunterladen. Hier wird auch auf Rudersberg, das „Shared Space“-Konzept zum geteilten Verkehrsraum und die neue Ortsdurchfahrt verwiesen.

Das alles ist optisch und grafisch ansprechend gemacht, man sieht Kaufmann im Gespräch mit Jung und Alt vor Leonberger Szenerie, mal zeitunglesend im Café, mal an der Autobahn, mal an einer Baustelle und auch am Rednerpult in Rudersberg.

Im Wahlkampf unterwegs auf dem Markt und an der Haustür

Wer will, kann Martin Kaufmann in Leonberg auch persönlich treffen. Der 51-Jährige, er wird unterstützt von der Leonberger SPD, ist kräftig im Wahlkampf unterwegs, stellt sich in den Teilorten vor, ist an Marktständen zu treffen, besucht Vereine und Gewerbebetriebe, geht von Tür zu Tür, macht Hausbesuche. Auch bei einer Veranstaltung der FDP am Donnerstag hat er sich präsentiert, gemeinsam mit zwei Mitbewerbern.

Denn noch weitere Kandidaten wollen Oberbürgermeister werden. Als da wären Dr. Ulrich Vonderheid, Jahrgang 1965, der Erste Bürgermeister von Leonberg. Er ist CDU-Mitglied, wurde 2009 als Finanzdezernent der Großen Kreisstadt gewählt, 2012 stieg er weiter auf. Der CDU-Stadtverband Leonberg unterstützt aber nicht ihn, sondern Mitbewerberin Inge Horn. Vonderheid gilt als nicht unumstritten.

Baubürgermeister erklärt Kandidatur kur vor Schluss

Inge Horn, eine weitere Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters, ist politisch ungebunden. Sie kam in Leonberg zur Welt, hat zwei Diplome und bringt reichlich Kenntnisse in den Fragen, Sorgen und Nöten Leonbergs mit. Schließlich hat die 54-Jährige viele Jahre lang das Baudezernat geführt und hatte auch das Amt der Ersten Bürgermeisterin inne. Horns Wechsel in die Privatwirtschaft wurde 2012 bedauert, sie gilt als beliebt. Inge Horn arbeitet derzeit als Geschäftsführende Gesellschafterin in einer Projektentwicklungsgesellschaft und wird als OB-Kandidatin von CDU, Freien Wählern, Grünen sowie der Liste „Stadt, Arbeit, Leben, Zukunft“ unterstützt.

Relativ kurz vor „Toresschluss“ hat außerdem Klaus Brenner seine Kandidatur erklärt. Der derzeitige Leonberger Baubürgermeister ist 57 Jahre alt, parteilos und wurde im Jahr 2012 zum Baubürgermeister gewählt.

Kaufmann werden ernsthafte Chancen eingeräumt

Gestern Abend hat die Stadtverwaltung Leonberg nach dem Ende der Bewerbungsfrist die Bewerber bekanntgegeben. Seine Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters hat demnach auch Helmut Epple, 60 Jahre, aus Weissach erklärt.

Mehrere Mitbewerber Martin Kaufmanns bringen also reichlich fachliche Erfahrung und lokales Hintergrundwissen, gepaart mit jahrelanger Präsenz in Leonberg, mit. Wie stehen da die Chancen für den Bürgermeister aus dem Wieslauftal? Hört man sich in gut informierten Kreisen in Leonberg um, so erfährt man, Martin Kaufmann verkaufe sich nicht schlecht, komme gut bei den Leuten an, benenne klar die anstehenden Themen, sei fleißig unterwegs, habe sich Bekanntheit verschafft und bringe frischen Wind von außen. Man merke die Bürgermeister-Erfahrung und, dass es sich um einen gewieften Kommunalpolitiker handele. Fazit: Kaufmann wird als ernstzunehmender Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl empfunden, dem man ernsthafte Chancen einräumt. Das „Rennen“, wenn man’s so nennen will, gilt als offen.


Leonberger entscheiden am 24. September

Die Bewerbungsfrist für die Oberbürgermeisterwahl in Leonberg ist gestern um 18 Uhr zu Ende gegangen. Insgesamt fünf Kandidaten bewerben sich. Der Gemeindewahlausschuss tagt am 31. August und prüft, welche der Bewerber zur Wahl zugelassen werden.

Wer auf dem Chefsessel im Leonberger Rathaus Platz nehmen wird, das entscheiden die Leonberger bei der Wahl am 24. September. Schafft bei dieser Wahl kein Kandidat die absolute Mehrheit, wird am 8. Oktober erneut gewählt.

Wer sich einen Eindruck vom Leonberger Wahlkampf verschaffen möchte, hat dazu zum Beispiel am Freitag, 15. September, Gelegenheit. Dann stellen sich die Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in der Stadthalle in Leonberg persönlich vor. Los geht’s um 19 Uhr.

Der derzeitige Leonberger Oberbürgermeister Bernhard Schuler, parteilos, tritt nach 24 Jahren im Amt nicht wieder zur Wahl an.