Rudersberg

Kiosk an der Ölmühle Michelau: Weshalb Richard Horn und Claudia Rudolf aufhören

Ölmühle Kiosk
Hören als Betreiber des Kiosks an der Ölmühle auf: Richard Horn und Claudia Rudolf. © Benjamin Büttner

„Wir haben ein Ausflugsziel mit einigem Zuspruch geschaffen“, erklären nicht ohne berechtigten Stolz Claudia Rudolf und Richy Horn, die Betreiber des Kiosks bei der Ölmühle im Rudersberger Teilort Michelau. Nachdem sie vor nun zwölf Jahren angefragt wurden, ob sie die Betreuung der Ölmühle übernehmen wollten, und das Angebot annahmen, richteten sie schon in ihrem ersten Jahr, mit Unterstützung der Gemeinde, einen kleinen Kiosk ein. Mit wenigen, aber selbst gemachten Leckerbissen. Kiosk- und Ölmühlenbetreuung fortan im Tandem.

Ein Kiosk mit feinem Kulturprogramm

„Wir haben das hier in zwölf Jahren kontinuierlich ausgebaut.“ Ein Kulturprogramm ergänzte die Attraktivität des idyllisch an der Wieslauf gelegenen Geländes. „Wir luden zu kleinen Kulturveranstaltungen an der Mühle, Open-Air, grundsätzlich mit Künstlern aus dem Rems-Murr-Kreis. Leute mit besonderen Talenten.“

Viel Herzblut steckt in dem Kiosk

Eine sonntägliche Herzblut-Angelegenheit des seit langem kunst-affin engagierten Paares. Eine verlässlich bunt schimmernde Perle im kulturellen Angebot der Gemeinde Rudersberg. Mit Ausstrahlung in die Region. „Eigentlich“, so Horn, „war so weit alles gut.“ Eigentlich. „Nun haben wir zum 31. Dezember gekündigt.“

Die Gemeinde plant die Umgestaltung des Geländes bei der Ölmühle zu einem attraktiven Freizeitareal. Und Horn sieht es durchaus „positiv, dass man was für die Ölmühle tun will“. Aber, nun wird der Ton doch etwas bitter, „wir waren erstaunt, dass der Biergarten vergrößert werden soll, und haben davon, ohne jegliche vorherige Rücksprache mit uns, erst aus der Zeitung erfahren“.

„Nie nach unseren Erfahrungen gefragt“

Die langjährigen Betreiber des Kiosks sehen, „dass das neue Konzept sich an eine andere Zielgruppe wendet“ als bisher. „Da war für uns der Punkt erreicht, wo wir uns nicht als Teil dieser Planung sehen.“ Und die Verletzung wird spürbar, wenn Richy Horn hinzufügt: „Nach unseren elf Jahren Erfahrung hat man nicht gefragt“, und seine Frau ergänzt: „Die haben oftmals Jahre nicht mit uns gesprochen!“ Da machen auch die Lobeshymnen auf die scheidenden Kioskbetreiber bei einer Info-Veranstaltung der Gemeinde im Sommer nicht recht froh.

Kiosk soll künftig vergrößert werden

Mit der Neugestaltung des Areals müsste der Kiosk vergrößert werden. Ob da noch die Qualität des Handgemachten auf der Speisekarte seinen Platz hat, bezweifeln Claudia Rudolf und Richy Horn. Als sie einst selbst einen Abstellschuppen beantragten, hieß es „dafür sei kein Geld eingestellt“. In der neuen Planung ist nun allerdings eine zusätzliche Lagerfläche für den Kiosk vorgesehen. Statt von „Biergarten“ ist die Sprachregelung indes zu „Gartenwirtschaft“ geändert, um klarzustellen, dass man keinen von Anwohnern befürchteten „Funpark“ möchte, sondern nur eine moderate Ausweitung des Angebots.

Die Ignoranz von Erfahrungen vor Ort scheint sich allerdings fortzusetzen.* 

Ein Vorschlag zur Güte an die Gemeinde

Die Kritik von Rudolf und Horn richtet sich auch nicht gegen Rudersbergs Bürgermeister. „Keiner hat sich so sehr für uns eingesetzt wie Ahrens.“ Aber nun sieht es nach Abschied aus. Und nicht, wie zu hören war, aus Altersgründen. „Wir wollen Platz machen für jemand, der dieses neue Konzept mitträgt.“

Und dann meldet sich aber nochmals das pochende Ölmühlen-Herzblut. Ein Angebot zur Güte. „Wenn bis Dezember kein neuer Pächter gefunden ist, würden wir bis zu den Sommerferien weitermachen.“

*Korrektur: Durch ein nicht in seinem Kontext beachtetes Zitat  haben wir in einer früheren Version des Artikels die engagierte Haltung von Ortsvorsteher Rudolf Scharer in dieser Sache geradezu ins Gegenteil verkehrt. Ein Fehler, für den wir um Entschuldigung bitten.

Scharer legt Wert darauf, seit nun schon sechs Jahren mit dem Betreiberpaar Rudolf/Horn im Gespräch gewesen zu sein. „Wir hatten ein kommunikatives und unterstützendes Verhältnis von Anfang an.“

Dass die beiden von den neuen Planungen zum Gelände aus der Zeitung erfuhren, würde er „als unglücklich gelaufen“ bezeichnen und sei der Eile wegen eines fristgerechten Antrags zur Förderung des Projekts geschuldet gewesen.

Der künftige Betreiber soll, versichert Scharer, in die Planunungsphase eingebunden werden. „Wir wünschen uns eine optimale Startposition für den Nachfolger“, erklärte der Ortsvorsteher. „Wir wollen, dass das, was vom Ehepaar Horn geschaffen wurde, weiter geführt wird.“ (thm)

„Wir haben ein Ausflugsziel mit einigem Zuspruch geschaffen“, erklären nicht ohne berechtigten Stolz Claudia Rudolf und Richy Horn, die Betreiber des Kiosks bei der Ölmühle im Rudersberger Teilort Michelau. Nachdem sie vor nun zwölf Jahren angefragt wurden, ob sie die Betreuung der Ölmühle übernehmen wollten, und das Angebot annahmen, richteten sie schon in ihrem ersten Jahr, mit Unterstützung der Gemeinde, einen kleinen Kiosk ein. Mit wenigen, aber selbst gemachten Leckerbissen. Kiosk- und

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