Rudersberg

Manfred Pokorny ist tot: Rudersberg verliert ein Original

Pokorny
Manfred Pokorny in einer Aufnahme von Mitte 2019. © Gaby Schneider

Vor allem Reisen wollte Manfred Pokorny, nachdem er 2019 aus dem Gemeinderat ausschied: das Nordkap sehen, mit dem Wohnmobil durch Frankreich fahren und das Leben genießen. Vor wenigen Wochen ist er mit seiner Frau Waltraud jetzt von seiner letzten Reise aus Wittenberg zurückgekehrt. Kurz darauf ist der 71-Jährige dann verstorben – „völlig überraschend“, wie seine Frau berichtet.

„Mich hat die Nachricht auch sehr getroffen“, sagt Bürgermeister Raimon Ahrens, der Pokorny noch ein paar Tage vor seinem überraschenden Ableben gesehen hat. „Ich bin froh, die Gelegenheit gehabt zu haben, noch ein paar Jahre mit ihm zusammenzuarbeiten“, sagt Ahrens. „Er war in der Kommunalpolitik in Rudersberg ein Urgestein und hat sich viele Jahre um die Gemeinde verdient gemacht.“ Pokorny habe vor allem ausgezeichnet, dass er in sehr vielen Bereichen aktiv und engagiert gewesen sei.

Manfred Pokornys vielfältiges Engagement in der Gemeinde Rudersberg

Die Liste ist in der Tat lang: Ein Vierteljahrhundert lang saß er für die SPD im Gemeinderat, fünf davon als ihr Fraktionsvorsitzender. Er hat in dieser Zeit die Entwicklung der Gemeinde mitgeprägt. Seinem eigenen Bekunden nach war ihm die Überwindung des Ortsteildenkens ein besonders wichtiges Anliegen.

In Rudersberg war er nicht nur Mitglied des Gesamtgremiums, sondern auch im Ausschuss für Verwaltung, Finanzen, Kultur und Sport sowie in den Umlegungsausschüssen. Außerdem saß Pokorny von 2004 bis 2009 für die SPD im Kreistag, wo er unter anderem die Krankenhausfusion mitgestaltete.

Träger der Verdienstmedaille in Gold

Der Rudersberger war zudem Erster Vorsitzender beim Freilichttheater „Am Rosabergle“ und passives Mitglied beim Musikverein Steinenberg, den er als Beisitzer und Helfer lange Zeit unterstützte. Darüber hinaus vertrat er Rudersberg im Zweckverband Wasserversorgung Berglen-Wieslauftal und war stellvertretender Abgeordneter der Gemeinde im Zweckverband Wieslauftal. Nicht zuletzt war er als Gutachter im Gutachterausschuss tätig – und engagierte sich als Ordnungsdienst im Adventswald.

Für dieses vielfältige Engagement erhielt er im Sommer 2019 die Verdienstmedaille der Gemeinde Rudersberg in Gold.

Aufgewachsen im Teilort Steinenberg

Geboren wurde Manfred Pokorny am 17. Januar 1950 aber nicht im Wieslauftal, sondern in Vaihingen an der Enz. Als er drei Jahre alt war, zog seine Familie dann ins Wieslauftal nach Steinenberg, wo er sesshaft wurde. Auch wenn er zuletzt in Zumhof gewohnt hat, sei die Verbindung nach Steinenberg immer da gewesen, sagt seine Frau Waltraud, mit der er 50 gemeinsame Ehejahre verbrachte. Im Januar habe man noch gemeinsam die Goldene Hochzeit gefeiert.

Ihren nun verstorbenen Mann beschreibt sie als „sehr hilfsbereit, sehr offen, er war für alle da“. In Rudersberg war er „einfach überall bekannt“.

Bekannt war Pokorny auch durch seinen Beruf als Polizist. Insgesamt 41 Jahre war er im Dienst, zunächst in Welzheim, zuletzt im Ermittlungsdienst in Schorndorf. Die längste Zeit davon war er aber auf dem Polizeiposten in Rudersberg tätig.

Der gelernte Bäcker war lange Jahre als Polizist tätig

Dabei hatte er zunächst eine andere berufliche Laufbahn eingeschlagen: Pokorny war eigentlich gelernter Bäcker. Woran er sich erinnert, als er vor mehr als 20 Jahren an Krebs erkrankte. Manfred Pokorny kaufte sich, da er nicht wusste, ob er jemals wieder in den Polizeidienst zurückkehren kann, damals eine Nudelmaschine und stellte sie sich in die Garage. „Er brauchte während seiner Krankheit irgendetwas zu tun“, sagt Waltraud Pokorny.

Zumhofer Hausnudeln: Weit über den Teilort hinaus bekannt

Die Idee zu den Zumhofer Hausnudeln war damit geboren. Erfreulicherweise wurde Manfred Pokorny schneller wieder gesund als gedacht. Sein Sohn Joachim übernahm daraufhin die Nudelproduktion, die sich als kleine, aber feine Manufaktur etablieren konnte und heute weit über Zumhof hinaus bekannt ist.

Nun hat ihr Erfinder das Zeitliche gesegnet. Am 6. November ist Manfred Pokorny verstorben. An diesem Donnerstag, 18. November, wird er um 14.30 Uhr auf dem Friedhof Rudersberg beigesetzt. Ein Kondolenzbuch liegt aus.

Vor allem Reisen wollte Manfred Pokorny, nachdem er 2019 aus dem Gemeinderat ausschied: das Nordkap sehen, mit dem Wohnmobil durch Frankreich fahren und das Leben genießen. Vor wenigen Wochen ist er mit seiner Frau Waltraud jetzt von seiner letzten Reise aus Wittenberg zurückgekehrt. Kurz darauf ist der 71-Jährige dann verstorben – „völlig überraschend“, wie seine Frau berichtet.

„Mich hat die Nachricht auch sehr getroffen“, sagt Bürgermeister Raimon Ahrens, der Pokorny noch ein paar

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