Rudersberg

Online-Kampagne mit Pur und Guido Maria Kretschmer soll helfen, einen Stammzellenspender zu finden

Zeit für Oli NEU
Oli benötigt eine Stammzellenspende. © privat

Guido Maria Kretschmer ist dabei, die Gruppe Pur, der TV-Restaurant-Tester Christian Rach – und auch der Schauspieler Max Alberti: Sie alle nehmen sich #ZeitfuerOli. In sozialen Medien wie Instagram oder Facebook machen sie sich stark für die Registrierung von Stammzellenspendern.

Denn Oli hat Plasmazellen-Leukämie – und eine Spende wäre seine letzte Chance. Die Rudersberger Künstlerin Stefanie Etter ist eine gute Freundin von Oliver Cölsch. Und steckt hinter dieser Kampagne, mit der sie in Zeiten der Corona-Pandemie Aufmerksamkeit schaffen will für den 53-Jährigen, der in Schwäbisch Hall lebt – und das Thema Stammzellenspende ganz generell.

Wegen Corona leider keine normalen Typisierungsaktionen möglich

Normalerweise würde in solchen Fällen die DKMS eine Halle mieten und Menschen dazu einladen, sich in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei zu registrieren. „Aber im Moment sind ja leider keine großen Typisierungsaktionen möglich“, sagt Etter. Die Corona-Pandemie lässt das leider nicht zu.

Also kam sie auf die Idee, die Aktion kurzerhand ins Netz zu verlagern. Denn die Rudersbergerin vertreibt mit fünf Mitarbeitern Künstlerbedarf und Resin, also Epoxidharz, betreibt in Schorndorf ein Atelier und leitet auch eine kleine Akademie für die Resin-Kunst. Sie ist also ganz gut vernetzt und hat in den sozialen Medien eine ganz ordentliche Anzahl von Followern, Menschen also, die ihre Botschaften lesen – und womöglich auch teilen.

Max Alberti beteiligt sich an der Aktion Zeit für Oli
Max Alberti beteiligt sich an der Aktion. © Privat

„Wenn jeder einen kleinen Teil dazu beiträgt, die Botschaft weiter zu verbreiten, kann aus einem Schneeball eine Lawine entstehen“, hofft die Rudersbergerin. Und der Aufwand ist denkbar gering: Mehr als ein Bild von sich mit den Hashtags #ZeitfuerOli, #FuermeinenFreundOli oder #TypenvonAbisZ ist dazu nicht notwendig.

Videoaufruf von Guido Maria Kretschmer bei Instagram

Um die Reichweite für die Aktion (und damit die Chancen für ihren Freund Oli) zu steigern, hat sie den ein oder anderen Prominenten angefragt. Die letzte Zusage hat sie von Andreas „Bär“ Läsker, dem Manager der Fantastischen Vier, erhalten. Und der Modedesigner Guido Maria Kretschmer hat am Weltkrebstag extra in einer Story, also einem Kurzvideo auf der Foto-Plattform Instagram, dazu aufgerufen, sich für Oli typisieren zu lassen.

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Dass Kretschmer mitmacht, hat einen persönlichen Hintergrund, wie er in dem Video mitteilt. Denn Oli ist der Sohn eines Freundes. In dem kurzen Instagram-Video erklärt Kretschmer, wie einfach eine solche Typisierung ist: „Das geht wirklich ganz schnell. Einfach zu Hause ein Stäbchen rein, das tut nicht mal weh - und dann seid ihr schon Stammzellenspender und könnt Leben retten.“

Zeit für Oli
Stefanie Etter hat die Aktion gestartet. © privat

Auch die DKMS selbst hat auf ihre Internetseite unter www.dkms.de/oli ein kurzes Porträt von Oliver Cölsch gestellt. Darin wird er als lebensbejahender Mensch beschrieben, denn „Oli hält seinen Körper und seinen Geist mit Yoga und Laufen fit. Er liebt gutes Essen. Zum Frühstück isst Oli am liebsten Brötchen mit Pflaumenmus. Mittags Salat und auch mal ein Steak. Abends Bauernbrot mit „Wilder Bernd“. Das ist ein besonders leckerer Käse. Zwischen den Mahlzeiten arbeitet er und betreut er seine Mandanten.“

Auf Stefanie Etters Facebook-Seite hat sie diese Beschreibung um ein paar persönliche Eindrücke ergänzt: „Oli hört gern „Friends will be Friends“ von Queen (seine Freunde sind ihm wichtig; das weiß ich, weil wir schon lange eng befreundet sind). Manchmal singt er dabei auch mit. Oli kann aber besser sprechen als singen, und deswegen spricht er viel mit seiner Frau Annette und seinem Sohn Lukas. Ab und zu erzählt er auch einen Witz – gern vor versammelter Mannschaft.“

Es ist ganz einfach, sich als Stammzellenspender zu registrieren

So in etwa würde ein normaler Tag von Oli aussehen. Doch normale Tage erlebt er zur Zeit nicht mehr. Denn bisher schlugen alle Behandlungen seiner Plasmazellenleukämie fehl. Doch aufgeben sei für ihn keine Option. Ihr Freund, von Beruf Steuerberater und vielfach ehrenamtlich engagiert, kämpfe tapfer weiter. Dabei hilft ihm die Unterstützung durch Familie und Freunde. Aber auch alle Menschen, die sich jetzt registrieren lassen – und ihm dabei helfen, seinen genetischen Zwilling zu finden.

Mit der Kampagne will Stefanie Etter nicht zuletzt darauf aufmerksam machen, wie einfach das ist. Für eine Typisierung kann man sich unter der Adresse www.dkms.de/de/spender-werden kostenlos registrieren. Dazu genügt der Abstrich mit einem Wattestäbchen, den man an die DKMS schickt.

Mit etwas Glück lässt sich damit das Leben von Oli retten - oder das eines anderen, der eine Stammzellenspende benötigt. Und das sind nicht wenige. Pro Tag erkranken in Deutschland rund 30 Menschen an Blutkrebs.

Wer darf Spender werden?

Grundsätzlich kann sich jeder im Alter zwischen 17 und 55 Jahren als potenzieller Stammzellenspender bei der DKMS registrieren lassen.

Registrierte 17-Jährige dürfen dann zwar noch keine Stammzellenspenden abgeben, werden aber ab dem 18. Geburtstag automatisch in der Datei aktiviert und bei der Suche nach Spendern entsprechend berücksichtigt.

Wer bereits in einer anderen Datei erfasst ist, benötigt keine erneute Aufnahme bei der DKMS.

Menschen, die unter einer chronischen Erkrankung oder einer anderen schweren Erkrankung leiden oder gelitten haben oder regelmäßig Medikamente einnehmen, können sich nur nach Rücksprache mit der DKMS als Spender registrieren lassen.

Weitere Informationen online unter: www.dkms.de/de/faq.