Rudersberg

Rudersberg: Theaterkarren Schlechtbach saniert Gasthof Stern für Auftritte

Theaterkarren
Der Stern in Schlechtbach. Auf dem Flachdachanbau soll der Saal im ersten Stock erweitert werden. © Gaby Schneider

Schwäbische Stücke werden in Rudersberg-Schlechtbach schon lange aufgeführt. Doch eine eigene Bühne hat der Theaterkarren bislang nicht. Gespielt wird traditionell im Bürgerhaus. Ursprünglich angedacht war mal ein Neubau beim TSV-Vereinsgelände. Doch die voraussichtlichen Kosten stiegen während der Planung auf annähernd drei Millionen Euro – zu viel Geld für den kleinen Verein.

„Ein kleines, schnuckeliges Theater“ ist es auch, was Rolf Kappler stets vorschwebte. Und das möchte der Vorsitzende des Theaterkarren Schlechtbach nun im Gasthof Stern, der sich praktischerweise im Besitz des Vereins befindet, umsetzen.

Wie der Umbau an dem Gebäude in Rudserberg aussehen soll

Dort wurde im Obergeschoss früher bereits Theater gespielt. In der Nachkriegszeit trat dort die Schauspiel-Gruppe des TSV Schlechtbach auf, aus der sich der Theaterkarren heraus entwickelte. Doch die bestehende Bühne ist ziemlich klein, auch fasst der jetzige Saal, der vom Stern-Wirt gelegentlich für Feiern genutzt wird, nur an die 50 Zuschauer.

Mit dem örtlichen Bauunternehmer Steffen Menikheim hat Kappler bereits gesprochen, wie das um das Jahr 1860 errichtete Haus ertüchtigt werden könnte. „Der hat ein Herz für solche Gebäude“, weiß der Vereinsvorsitzende – und bereits einen Plan, wie Saal und Bühne vergrößert werden können.

Künftig Platz für 100 Zuschauer in Schlechtbach

Geplant ist demnach, die Nebenräume in den Saal zu integrieren, die Bühne zu vergrößern – und auf den Flachdachanbau ein weiteres Stockwerk zu setzen, so dass der Zuschauersaal Platz für rund 100 Besucher böte. Außerdem soll die Fassade erneuert, die Deckenhöhe angehoben und Dach flacher werden, so dass sich die Gesamthöhe des Sterns nicht verändert.

Den Verein würde dieser Umbau etwa eine Million Euro kosten und damit deutlich weniger als der ursprünglich angedachte Neubau. Entsprechende Zuschüsse hat sich der Theaterkarren bereits gesichert, darunter eine KfW-Förderung mit 45 Prozent sowie 70.000 Euro aus den Geldern für die Schlechtbacher Ortskernsanierung. Bei dem Verein hofft man nun auf weitere finanzielle Unterstützung, etwa über die Vereinsförderung der Gemeinde. „Außerdem wollen wir an Sponsoren rangehen“, so Kappler. Natürlich würde der Theaterkarren auch Eigenleistungen erbringen, betont der Vorsitzende. Doch Kappler wäre froh, wenn diese nicht höher als 250.000 Euro ausfielen, denn „das können wir stemmen“.

Das Ziel: Ab 2025 im Stern spielen

Losgehen soll es schon recht bald. „Unser Ziel ist es, im März alle Unterlagen für den Bauantrag beisammenzuhaben.“ Im Sommer könnte der Umbau dann, wenn alles glatt läuft, starten. Geschätzte Bauzeit: ein Jahr. „Theoretisch könnten wir 2025 die Saison bereits im Stern spielen.“ Im selben Jahr wird Kappler auch 70, es gäbe also gleich doppelten Grund, zu feiern.

Trotz Pandemie steht der Theaterkarren nicht schlecht da

Klar, nach dem Umbau hat der Verein weniger Platz für Besucher – im Bürgerhaus finden an Tischen rund 240 Personen Platz. „Wir müssten dann häufiger spielen, aber unterm eigenen Dach macht es mehr Spaß.“ Außerdem sei der Theaterkarren dann flexibler, schließlich wird das Bürgerhaus von verschiedenen Gruppen genutzt. Nicht zuletzt erhofft sich Kappler durch den eigenen, kleinen Saal auch eine tollere Atmosphäre und bessere Stimmung bei den Auftritten. Was natürlich dabei helfen soll, den Fortbestand des Vereins zu sichern.

Momentan probt das Theater für sein neues Stück

Der steht nach zweieinhalb Jahren ohne Auftritt und immer wieder unterbrochener Proben indes ganz gut da. Auch wenn sich Kappler über weitere Nachwuchsschauspieler freuen würde, sei der Theaterkarren im Moment „gut besetzt“. Und trotz der pandemiebedingten Pausen habe er gerade „eine super Truppe“ beinander, die „voller Elan“ am neuen Stück probe. Zwölf aktive Spieler werden im neuen Jahr zehnmal im Bürgerhaus auftreten und „Dr agebliche Sterbefall“ darbieten – eine schwarze Komödie über ein Bestattungshaus mit finanziellen Problemen und einen Bestatter, der sich auf ein unmoralisches Angebot einlässt.

Der erste Auftritt ist am Freitag, 20. Januar, neun weitere folgen an den Wochenenden bis zum 25. Februar, jeweils freitags und samstags.

Wo es Karten gibt

Karten gibt es beim Feuerhaus Rudersberg, Backnanger Straße 30, 0 71 83 / 93 01 29, jeweils montags, dienstags, donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr, Kostenpunkt: 16 Euro zuzüglich Versand.

Schwäbische Stücke werden in Rudersberg-Schlechtbach schon lange aufgeführt. Doch eine eigene Bühne hat der Theaterkarren bislang nicht. Gespielt wird traditionell im Bürgerhaus. Ursprünglich angedacht war mal ein Neubau beim TSV-Vereinsgelände. Doch die voraussichtlichen Kosten stiegen während der Planung auf annähernd drei Millionen Euro – zu viel Geld für den kleinen Verein.

„Ein kleines, schnuckeliges Theater“ ist es auch, was Rolf Kappler stets vorschwebte. Und das möchte der

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