Rudersberg

Silke Nutsch ist neue Rektorin am Schulzentrum Rudersberg: Was ihr wichtig ist

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Versteht die Leitung der Schule als Teamarbeit: Die neue Rudersberger Schulleiterin Silke Nutsch. © Ralph Steinemann Pressefoto

Seit sechs Wochen ist Silke Nutsch in Rudersberg. Und noch ist die 50-Jährige vor allem damit beschäftigt, das Schulzentrum mit seinen rund 640 Schülern und 60 Lehrern richtig kennenzulernen. Der neuen Rektorin ist es wichtig, dass jedes Kind auch weiß, wer sie ist. Deshalb wird sie nach und nach alle Klassen besuchen, um sich vorzustellen. Auch alle Elternabende wird die Schulleiterin besuchen. Sie will sich bekannt machen und zugleich nahbar sein.

„Hier kann man gut das Leben miteinander gestalten“

Deshalb habe sie auch versucht, schon vorab so häufig wie möglich an die Schule zu kommen. Ihr Vorgänger Thomas Smolarczyk habe sich viel Zeit genommen, um die Übergabe möglichst gut zu gestalten. Was sie in Rudersberg vorfand, war eine gut funktionierende Schulgemeinschaft, „sehr aktive, engagierte und kreative Menschen“ und „einen schönen Campus“, mit viel Grün in direkter Umgebung. Nutsch findet, „hier kann man gut das Leben miteinander gestalten“.

Respektvoller Umgang

Ganz grundsätzlich ist es ihr wichtig in ihrer Arbeit, „dass wir einen wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander pflegen“. Die Leitung der Schule versteht sie dabei explizit als Teamarbeit. Ihre Stellvertreterin Diana Bunz verantwortet den Bereich der Werkrealschule. Die stellvertretende Schulleiterin Kathrin Schütz zeichnet für den Grundschulbereich verantwortlich. Und Nutsch als Rektorin hat neben der Gesamtverantwortung ihren Schwerpunkt auf dem Realschulbereich.

Wo Silke Nutsch herkommt

Von dort kommt die Gmünderin, die zuletzt an der Adalbert-Stifter-Realschule in der Stauferstadt Konrektorin war, beruflich auch her. Knapp anderthalb Jahre war sie dort tätig.

Ihr Beruf führte sie zuvor an zahlreiche Stationen in der Region. Ihr Referendariat hat Nutsch 1998/99 an der Auberlen-Realschule Fellbach absolviert, ihre erste Stelle hatte sie dann an der Hohbergschule Plüderhausen, bevor sie 2001 in eine längere Elternzeit ging (Nutsch hat eine Tochter und zwei Söhne). In dieser Zeit hat sie nebenher an der Abendrealschule in Gmünd Erwachsene unterrichtet.

2011 stieg sie dann wieder voll in den Beruf ein, zunächst an der Friedrich-von-Keller-Schule in Abtsgmünd, dann an der Schäfersfeldschule Lorch. Außerdem war sie von 2014 bis 2022 auch noch Lehrbeauftragte für das Fach Deutsch am Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Schwäbisch Gmünd. Dort hat sie Referendare betreut, landesweit Unterrichtsbesuche gemacht, aber auch erfahrene Lehrerinnen und Lehrer fachlich weitergebildet. Dabei habe sie einen breiten und guten Einblick in die Situation der Realschulen im Südwesten bekommen, sagt Silke Nutsch.

Was sie an Rudersberg zu schätzen weiß

Daher weiß sie auch zu schätzen, was Rudersberg alles hat: zwei Schulsozialarbeiter, die von drei Freiwilligendienstlern unterstützt werden, etwa und eine aktive Seelsorgearbeit – „das ist ein Gewinn für die Schule“.

Des Weiteren gibt es hier einen Werkrealschul-Bereich, worüber sie sehr froh ist. Denn für Nutsch ist das „eine gute Schulform“ mit viel Praxisnähe, getreu dem Motto „Kein Abschluss ohne Anschluss“.

Praxiserfahrung ist wichtig

Generell, findet sie, ist es „wichtig für Jugendliche, dass sie einen Einblick in die Berufswelt bekommen“. Dass Praktika seit Beginn der Pandemie in vielen Bereichen nicht mehr möglich waren, hat sie bedauert. Für sie ist es nun „ein Glück, dass wir das wieder anbieten können“.

Was die Schule außerdem hat: ein Jugendbegleiter-Programm, bei dem ältere Schüler sich im Ganztagsbereich mit Bildungs- und Betreuungsangeboten einbringen. Einen „superrührigen Förderverein“, der wichtig für das Schulleben sei. Und nicht zuletzt einen sportlichen Schwerpunkt (Stichwort bewegte Grundschule) nebst guter Ausstattung. „Es ist fantastisch, was wie hier alles haben“, findet Nutsch, auf die frisch sanierte Wieslaufhalle oder das Lehrschwimmbecken verweisend.

Was Silke Nutsch an der Schule vorantreiben möchte

Aufgrund ihrer Erfahrung weiß sie auch, dass der Lehrermangel nicht nur in Rudersberg eine Herausforderung darstellt. „Wir starten mit einem Minus, wie überall im Land.“ Es handle sich hier um ein strukturelles Problem. Doch das Schulzentrum sei momentan so aufgestellt, dass es trotzdem gut starten könne.

Auch wenn es mit der Technik bisweilen noch hapert: Viel passiert ist an der Schule in den letzten Jahren beim Thema Digitalisierung – und weitere Schritte werden folgen. So gibt es seit diesem Schuljahr digitale Klassenbücher und mit ITS-Learning eine neue Online-Plattform. „Wir wollen das, was in den letzten beiden Jahren gelungen ist, weiter vorantreiben.“ Wobei im Umkehrschluss für sie „nicht alles automatisch besser ist, nur weil es digital ist“.

Kultur an die Schule bringen

Silke Nutsch, die in Rudersberg Deutsch und Französisch unterrichtet, legt als Rektorin außerdem Wert auf das kulturelle Leben am Schulzentrum. Dass mit Lizzie Doron und Maja Nielsen zwei Autorinnen demnächst für Lesungen kommen, ist ganz in ihrem Sinne. Auch privat interessiert sich die 50-Jährige für Theater und Ballett, Konzerte und Ausstellungen. Außerdem fährt sie gerne Fahrrad und verbringt Zeit in der Natur – wenn sie denn dazu kommt.

Denn es gibt viel zu tun für die neue Rektorin am Schulzentrum, das ihr Vorgänger immer mit einem Tanker verglich, und sich selbst mit einem Kapitän. Ein Bild, das auch Silke Nutsch im Gespräch verwendet. So eine Verbundschule, an der Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse begleitet werden, ist ein mächtiges Schiff, das nur dann auch ordentlich in Fahrt kommt, wenn alle zusammenarbeiten. Und das sei in Rudersberg zum Glück so. Nutsch lobt das gute Miteinander von Kollegium, Schülern und Elternschaft. „Es ist viel, was hier getan wird, und jeder bringt sich ein.“

Als neue Kapitänin will sie diesen Tanker nun auf Kurs halten.

Seit sechs Wochen ist Silke Nutsch in Rudersberg. Und noch ist die 50-Jährige vor allem damit beschäftigt, das Schulzentrum mit seinen rund 640 Schülern und 60 Lehrern richtig kennenzulernen. Der neuen Rektorin ist es wichtig, dass jedes Kind auch weiß, wer sie ist. Deshalb wird sie nach und nach alle Klassen besuchen, um sich vorzustellen. Auch alle Elternabende wird die Schulleiterin besuchen. Sie will sich bekannt machen und zugleich nahbar sein.

„Hier kann man gut das Leben

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