Rudersberg

So will uns Erfinder Felix Pflieger (24) aus Rudersberg den Alltag erleichtern

Felix Pflieger
Felix Pflieger hat schon in jungen Jahren der Gründergeist gepackt. © Gabriel Habermann

„Es sind die kleinen Dinge im Leben“, heißt ein Sprichwort. Eines, das sich gut auf die Erfindung des Rudersbergers Felix Pflieger anwenden lässt. Denn eigentlich wäre es nur eine kleine Verbesserung im Alltag, wenn Menschen ihre Küchenspüle nicht mehr selbst reinigen müssten, sondern das ganz automatisch geschehen würde. Für manche aber vielleicht eine, an der sie sich sehr erfreuen würden. Das hofft zumindest der 24-Jährige, der seine Lösung zur automatischen Wasch- und Spülbeckenreinigung ab 2020 mittels mehrerer internationaler Patente angemeldet hat und seitdem an einem marktreifen Produkt arbeitet.

Patente schon während des Studiums angemeldet

„Es hat mich wirklich gestört“, erinnert der ehemalige Student sich daran, wie er seine Küchenspüle ausspülte und schließlich auf die Idee kam, nach einer besseren Lösung zu suchen. Zunächst nur für den Eigengebrauch baute er Rohre zusammen, machte sich Gedanken über die Strömungsmechanik und holte Meinungen von Freunden und Bekannten ein. Irgendwann entwickelte sich das Projekt dann zu einem Start- up weiter, Professor Sebastian Feldmann begleitete den Maschinenbaustudenten - damals absolvierte er an der Hochschule Aalen seinen Bachelor - bei der Entwicklung eines Prototyps für das selbstspülende Waschbecken.

Zusätzlich zu der automatischen Säuberung durch den Wasserstrom sollen Essensreste bei diesem nicht mehr im Sieb hängen bleiben, sondern in einen dafür eigens vorgesehenen Behälter oder direkt in den Mülleimer befördert werden. „Die Entwicklung neben dem Studium war teilweise etwas stressig“, räumt er ein. Letztendlich zahlte die Arbeit sich aber aus.

100.000 Euro Startguthaben

Felix Pflieger bekam ein „EXIST“-Gründer-Stipendium und damit circa 100.000 Euro Startguthaben, das von seiner Hochschule verwaltet wurde. Um weiterzukommen, suchte er sich Mitstreiter, was sich allerdings anfänglich schwierig gestaltete. Aktuell arbeitet er aber mit seinem Kollegen Robin Beimert zusammen und hat mit einigen großen Firmen gesprochen. Hier erfuhr er erst einmal Absagen, hat nun aber Kooperationspartner gefunden, die ihm bei der Entwicklung seiner Produkte helfen wollen.

Für die weitere Finanzierung über das EXIST-Gründerstipendium hinaus konnte sich die aus Felix Pfliegers Idee entstandene Firma Pflieger Solutions UG für das „Start-up BW Pre-Seed-Programm“ des Landes qualifizieren. Die 200.000 Euro, die das Start-up dafür bekommt, reichen für eine erfolgreiche Markteinführung allerdings nicht aus.

„Ein Hardware-Start-up zu finanzieren, ist schwierig“, erklärt Felix Pflieger. Es müsse erst einmal viel Geld in Materialien und Geräte und Anlagen investiert werden, bevor irgendwann vielleicht ein Gewinn verzeichnet werden kann. Wenn das Geld aufgebraucht ist, dann müsse sich die Firma also um eine Anschlussfinanzierung bemühen. Er glaubt aber an seine Reinigungslösung und ist motiviert davon, dass er eines Tages Menschen besucht, die seine Produkte in ihrer Küche verbaut haben.

Produkt auch für Krankenhäuser?

Doch nicht nur in der Küche könnten Produkte von Pflieger Solutions einmal unterkommen. Felix Pflieger erzählt von einer weiteren Reinigungslösung, die er momentan mit seiner Firma entwickelt. „Krankenhäuser haben erhebliche Probleme mit der Verkeimung von Siphons“, sagt er. Siphons dienen als Geruchsverschluss von Rohrsystemen und sind zum Beispiel unter Waschbecken verbaut. In Krankenhäusern können sich hier laut Pflieger antibiotikaresistente Erreger bilden und Patientinnen und Patienten gefährden oder ins Abwasser gelangen. Hier will Pflieger Solutions intervenieren. Eine Vorrichtung soll den Siphon in bestimmten Abständen automatisch mit einer Desinfektionslösung spülen. Dafür kooperiert Felix Pflieger nach eigenen Angaben mit der Firma „HyperDES GmbH“, die mittels Elektrolyse Desinfektionsmittel produzieren kann.

Die Reinigungslösung für das Küchenspülbecken soll derweil ebenso weiterentwickelt werden. Auf einer großen Messe wird Pflieger Solutions seinen Prototyp dafür am Stand eines großen Küchenherstellers präsentieren können. Felix Pfliegers Hoffnung ist, dass sein Produkt dadurch bei Fachleuten bekannt wird. Er hat es sich als Zwischenziel gesetzt, dieses Jahr hundert Küchenspülen mit seinem System an Küchenstudios zu verkaufen. So will er das Interesse von Kundinnen und Kunden wecken und das Marktinteresse abtasten. Bis zum Sommer nächsten Jahres soll dann das finale Produkt fertiggestellt sein, das Interessierte für ihre Küchen erwerben können.

„Es sind die kleinen Dinge im Leben“, heißt ein Sprichwort. Eines, das sich gut auf die Erfindung des Rudersbergers Felix Pflieger anwenden lässt. Denn eigentlich wäre es nur eine kleine Verbesserung im Alltag, wenn Menschen ihre Küchenspüle nicht mehr selbst reinigen müssten, sondern das ganz automatisch geschehen würde. Für manche aber vielleicht eine, an der sie sich sehr erfreuen würden. Das hofft zumindest der 24-Jährige, der seine Lösung zur automatischen Wasch- und Spülbeckenreinigung

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