Rudersberg

Straftaten auf 5-Jahres-Tief

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Symbolfoto. © ZVW/Benjamin Büttner

Rudersberg. „Rudersberg ist eine sichere Gemeinde“, sagte Markus Jatzko, Leiter des Polizeireviers Schorndorf, bei der Vorstellung der Kriminalstatistik des vergangenen Jahres im Rudersberger Gemeinderat. Er sei sehr zufrieden mit der Aufklärungsquote der Straftaten von 66,7 Prozent. „Dafür haben wir viel gemacht“, so Jatzko.

„Die Kriminalitätsbelastung in Rudersberg ist deutlich geringer als in vergleichbaren Gemeinden.“ Das ist die gute Botschaft, die Markus Jatzko in der vergangenen Gemeinderatssitzung verkünden konnte. 252 Straftaten gab es im vergangenen Jahr, ein 5-Jahres-Tiefstand. Im Jahre 2014 waren es noch 340.

Die Wohnungseinbruchdiebstähle sind im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte, von sechs auf drei, zurückgegangen. „Wir haben eine sehr hohe Streifentätigkeit und sind viel in den Wohngebieten unterwegs“, sagte Markus Jatzko. „Wir haben hier viel unternommen.“ Manches davon sichtbar, vieles aber auch verdeckt.

Ein geringer vierstelliger Betrag kann das Eigenheim schützen

Neben Aufklärungs- leistet die Polizei auch Präventionsarbeit. Siebenmal wurden die kostenlosen und neutralen sicherheitstechnischen Beratungen der Polizei von Bürgerinnen und Bürgern 2018 in Anspruch genommen. Jatzko wünscht sich, dass diese Zahl noch steigt. „Mit einem geringen vierstelligen Betrag kann man sein Eigenheim deutlich schützen“, sagt er.

Die Straßenkriminalität stagniert zwar auf dem Niveau des Vorjahres, ist aber im Vergleich mit den Zahlen vor fünf Jahren um fast die Hälfte zurückgegangen. Auch die Aggressionsdelikte sind leicht zurückgegangen. Die Rauschgiftkriminalität ist hingegen angestiegen. „Darauf sind wir aber eigentlich auch stolz“, sagte der Polizeireviersleiter. Und zwar, weil der Anstieg in der Statistik nur dadurch zustande komme, dass die Delikte inzwischen öfter aufgedeckt werden. „So etwas bleibt sonst oft im Dunkeln“, so Jatzko. „Wir haben das Dunkel in den letzten Jahren etwas aufgehellt.“ Meistens handele es sich um kleinere Deals mit Cannabis.

Auch die Diebstahldelikte sind im Gegensatz zum Vorjahr 2018 leicht angestiegen. 63 Delikte konnten die Polizisten im vergangenen Jahr feststellen, im Jahr davor waren es vier weniger. „Trotzdem ein unaufgeregter Wert“, stellte der Referent fest. Bei den meisten Diebstahldelikten habe es sich um Ladendiebstähle gehandelt.

"Nur" eine Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Anders sieht es bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aus: Eigentlich, meint Jatzko, hätte man in den vergangenen Jahren einen Anstieg vermuten können, weil der Bundestag 2016 eine Verschärfung des Sexualstrafrechts beschlossen hat. Seitdem wird eine Tat auch dann als sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung bestraft, wenn der Täter zwar keine Gewalt angedroht oder angewendet hat, sich aber über den erkennbaren Willen des Opfers – ausgedrückt zum Beispiel mit einem klaren „Nein“ – hinweggesetzt hat. Außerdem hatte die Reform den neuen Tatbestand der sexuellen Belästigung geschaffen.

Trotzdem stiegen die Zahlen in Rudersberg in den Jahren seit der Reform nicht an, im vergangenen Jahr wurde laut Jatzko „nur“ – er setzt das Wort in Anführungszeichen – eine solche Straftat aktenkundig. In den zwei vorangegangenen Jahren waren es jeweils vier.

Verstärkt vorgegangen sind die Polizisten unter Jatzkos Leitung außerdem gegen Straftaten im öffentlichen Raum. „Solche Straftaten wirken sich direkt auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung aus“, weiß Markus Jatzko. Im vergangenen Jahr gab es 75 solche Straftaten, 25 weniger als im Vorjahr. Vor fünf Jahren waren es noch 163.

Bodycam verringert Gewalt gegen Polizisten

Weniger als ein Körperverletzungsdelikt gab es 2018 pro Woche, 40 im gesamten vergangenen Jahr. „Eine äußerst geringe Belastung“, so Markus Jatzko. Sorge macht dem Polizeirevierleiter oft eher die Gewalt gegen seine eigenen Mitarbeiter. „Es vergeht kaum eine Woche, in der ich nicht einen verletzten Kollegen habe“, sagte er bedauernd zur Lage, nicht speziell auf Rudersberg, sondern auf das ganze Revier Schorndorf bezogen. Seit Einführung der Bodycam, einer Kamera, die Polizisten zu ihrer eigenen Sicherheit am Körper tragen können, habe sich die Lage aber merklich verbessert.

Wer beging die Straftaten? Von 134 Tatverdächtigen im vergangenen Jahr seien lediglich 42 nicht deutsch gewesen, gibt Markus Jatzko Antwort. Die Mehrzahl dieser 42 Tatverdächtigen hatte einen europäischen Hintergrund, nur bei 13 von ihnen habe es sich um Flüchtlinge gehandelt.

Fokus auf Verkehrsüberwachung

„Bei aller Aufgeregtheit muss man sagen, dass die Flüchtlinge in der Statistik fast nicht relevant sind“, kommentierte Jatzko die Zahlen. Er habe das Gefühl, sie seien in der subjektiven Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger auffälliger als im statistischen Wert.

Einen Fokus hat Markus Jatzko in seiner Zeit als Revierleiter auf die Verkehrsüberwachung gelegt. Bürgermeister Raimon Ahrens begrüßt das. Es hat schon mehrere Gespräche zwischen dem Schultes und dem Polizeirevierleiter gegeben. Die Zusammenarbeit laufe gut, geben sich beide zufrieden. „Es zeigt sich mal wieder, dass wir in Rudersberg gut aufgestellt sind“, kommentierte Raimon Ahrens die Statistik.