Rudersberg

Tablets, Dokumentenkamera, Laptops: Wie digital sind die Schulen in Rudersberg?

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Tablets gehören mittlerweile zur Standardausstattung der Rudersberger Schulen. © Alexandra Palmizi

Ende Dezember hat Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) in den Stuttgarter Nachrichten das Ende des gedruckten Schulbuchs angekündigt. „Schülerinnen und Schüler werden bald nicht mehr mit dem Diercke-Atlas auf dem Rücken durch die Gegend rasen“, so ihr Versprechen im Interview. Ein Tablet soll künftig für alle Fächer genügen. Doch wie realistisch ist die digitale Transformation in den Schulen?

Wie ist der Stand bei den Schulen der Gemeinde? Und gibt es Fördergeld?

Rudersbergs Hauptamtsleiter Achim Laidig berichtete im Gemeinderat kürzlich über die aktuelle Situation in den Schulen der Gemeinde. Und die ist gar nicht mal so schlecht – Schuld daran ist nur zum Teil die Corona-Pandemie. Bereits im Oktober 2019 hat der Rudersberger Gemeinderat dazu nämlich einen Grundsatzbeschluss gefasst. Vor drei Jahren hat das Land Baden-Württemberg den „Digitalpakt Schule“ ins Leben gerufen. Rund 350.000 Euro, also etwa 450 Euro pro Schüler hat die Gemeinde im Rahmen des Förderprojekts bekommen (auf weitere 20 Prozent, also knapp 70.000 Euro, beläuft sich der Eigenanteil der Gemeinde).

Geld, das damals dringend notwendig war, weil die EDV-Infrastruktur an den Schulen nicht mehr dem aktuellen Stand entsprach. „Gut 60 Prozent davon haben wir bislang geschafft“, so Laidig.

Wie hat die Corona-Panemdie den Prozess beschleunigt?

Mit Beginn der Pandemie wurde Home-Schooling verordnet, Schüler brauchten Tablets, Lehrer einen PC zu Hause. Es kamen weitere Förderprogramme hinzu. Insgesamt 76.000 Euro für mobile Leihgeräte für Familien, die keine zu Hause hatten, weitere 28.000 Euro für pandemiebedingte Anschaffungen sowie 37.500 Euro für Lehrkräfte standen der Verwaltung zur Verfügung. Das Ergebnis: „Jeder hat jetzt ein eigenes Tablet zur Verfügung“, so Laidig.

Im Rahmen des Digitalpakts mussten die Schulen auch einen Medienentwicklungsplan aufstellen. Also schriftlich darlegen, wie sie Medienkompetenz im Unterricht leben und vermitteln. Alle vier Rudersberger haben mittlerweile einen solchen vom Kreismedienzentrum zertifizierten Plan.

Welche Maßnahmen wurden nun konkret an den Schulen umgesetzt?

Am Schulzentrum gibt es jetzt neue Server und ein besseres WLAN im ganzen Haus. Die drei Computerräume wurden neu ausgestattet, auch die Klassenräume haben jetzt Notebooks, eine Dokumentenkamera, Beamer und Tablets. Ein Großteil der Schüler hat diese bereits im Unterricht angewendet, so Laidig. Alle Schüler haben zudem ein Office-Paket für Microsoft bekommen inklusive Zugang zum Videokonferenztool Teams. „Unsere Schule war auf das Home-Schooling gut vorbereitet“, sagte daher Laidig. Mehr noch: „Unser Schulzentrum ist da eine Vorzeigeschule. Ein Großteil der Lehrkräfte setzt sich weit über Normalmaß ein.“

Und an den anderen Schulen?

Auch im Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) wurde der bestehende Bestand erneuert. „Im Gebäudetrakt steht aber noch eine Generalsanierung an. Hier werden wir noch 70.000 Euro investieren müssen“, berichtete Laidig.

Digitale Endgeräte haben auch die beiden Grundschulen erhalten. In Steinenberg etwa wurden für die Hälfte der Schüler bereits Tablets angeschafft (50 Stück), auch die Lehrkräfte sind mit iPads ausgestattet. Mittlerweile sind alle Klassenzimmer und Zusatzräume mit „Apple TV“ ausgestattet. Damit kann über den Beamer der Bildschirm direkt von den Lehrer- und Schülertablets auf die Wand projiziert werden.

Dieselbe Technik ist an der Grundschule in Schlechtbach installiert, auch das WLAN wurde erneuert. „Die Beschaffung der Schüler-Tablets steht allerdings noch an“, sagte Laidig.

Was ist in diesem Jahr bei der Schul-Digitalisierung noch geplant?

Neben der Sanierung an der Förderschule (70.000 Euro), werden weitere Tablets für Schlechtbach angeschafft (20.000 Euro) außerdem stehen weitere Maßnahmen am Schulzentrum in Höhe von 10.000 Euro an.

„Wir sind einen großen Schritt weiter, und haben sehr gute Grundlage geschaffen. Das kann sich sehen lassen“, befand Hauptamtsleiter Achim Laidig. „Die Schulleiter sind motiviert, diesen Weg weiter zu gehen. Und als Gemeinde können wir darauf in den nächsten Jahren aufbauen.“

Auch Bürgermeister Raimon Ahrens lobte die Bereitschaft und das Engagement an den Schulen: „An allen Schulstandorten wird gerne damit gearbeitet." Die Anschlüsse am Schulzentrum wolle man jetzt noch verbessern, die Gemeinde ist dafür ins Förderprogramm Breitband aufgenommen worden. „Wir hoffen, dass die Arbeiten für den Anschluss demnächst beginnt.“

Fazit: Auf die von Kultusministerin Schopper angekündigte digitale Wende an den Schulen scheint man in Rudersberg also ganz gut vorbereitet zu sein.

Ende Dezember hat Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) in den Stuttgarter Nachrichten das Ende des gedruckten Schulbuchs angekündigt. „Schülerinnen und Schüler werden bald nicht mehr mit dem Diercke-Atlas auf dem Rücken durch die Gegend rasen“, so ihr Versprechen im Interview. Ein Tablet soll künftig für alle Fächer genügen. Doch wie realistisch ist die digitale Transformation in den Schulen?

Wie ist der Stand bei den Schulen der Gemeinde? Und gibt es

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