Rudersberg

Tiefbauarbeiten im Bahnhofweg

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Bürgermeister Raimon Ahrens (links) und Bauamtsleiter René Schaal zeigen die großen Rohre, die künftig das Abwasser aufnehmen. © Palmizi / ZVW

Rudersberg. Da lohnt ein zweiter Blick. Denn über der Erde sieht man die gewaltigen Rohre, die derzeit im Rudersberger Bahnhofweg verbaut werden, später wohl so schnell nicht mehr. Die Baustelle dient dazu, Kanal- und Wasserleitungen zu erneuern und zu vergrößern. Die weiterführenden Arbeiten gestalten sich im nächsten Jahr ebenfalls interessant. Denn dann müssen die Leitungen die Bahnlinie unterqueren.

Spannend ist’s aber auch schon jetzt, was sich im Bahnhofweg tut. Maschinen lassen hier gewaltige Betonrohre über dem Boden schweben. Zwei Meter breit und 1,50 Meter hoch, bringt eine der massiven Röhren elf Tonnen Gewicht auf die Waage. „Die Firma hat extra einen Bagger angeschafft für den Transport“, weiß Bürgermeister Raimon Ahrens vom ausführenden Unternehmen.

Betonrohre werden Abwasser aufnehmen

Die enormen Ausmaße der Bauteile haben ihren Grund. Die Betonrohre werden künftig das Abwasser aus den Haushalten aufnehmen. Nicht nur von denen am Bahnhofweg, das wären gar nicht so viele. Sondern auch das von Häusern und Wohnungen an der Welzheimer und Backnanger Straße. „Das ganze Gebiet ist da angeschlossen“, sagt Bauamtsleiter René Schaal.

„Flaschenhals“ im Abwassersystem wird beseitigt

Bisher gab es dafür natürlich auch Abwasserrohre. Die aber stammten bereits aus den 1950er Jahren, waren wesentlich kleiner, rund und hatten einen Durchmesser von nur 1,40 Metern. Weiter unterhalb des Bahnhofwegs in Richtung Kläranlage weitet sich das Abwasserrohrsystem wieder auf und hat einen Durchmesser von 1,80 Metern. „Das war so ein Flaschenhals“, erklärt der Bauamtsleiter für den Abschnitt im Bahnhofweg.

Breitbandleitungen werden mit eingebaut

Ebenfalls erneuert wird ein gemeinsamer Kanal für den Fleckenbach, der in dem Bereich verdolt ist, und für das Regenwasser. In der Vergangenheit trat das Problem auf, dass das Wasser auf die Straße trat, wenn es stark regnete. Neue Wasserleitungen werden außerdem eingebaut. Und wenn man schon den Untergrund öffnet, bietet es sich an, gleich Breitbandleitungen mit einzubauen, wie es die Gemeinde auch tut.

„Die Beeinträchtigung für den Adventswald soll gering sein“

Die Tiefbauarbeiten werden, alles in allem, rund ein Jahr andauern. Das wäre nun nicht ganz so schlimm, wäre da nicht der Adventswald. „Die Beeinträchtigung für den Adventswald soll gering sein“, sagt der Bürgermeister. Daher bildet die Gemeinde Bauabschnitte. Ein erster Abschnitt bis zur Kurzen Straße soll vor dem Adventswald bis Ende November fertiggestellt werden. Ein zweiter Teil folgt dann im Januar unter dem Alten Rathausplatz bis zum Kanalanschluss aus dem Bereich Welzheimer und Backnanger Straße.

Leitungen müssen unter der Bahnlinie hindurch verlegt werden

Und im nächsten Jahr setzen sich die Arbeiten in einem dritten Bauabschnitt in Richtung Schlechtbach über die Neue Zumhofer Straße hinweg fort. Was einfacher klingt, als es ist, denn die Leitungen müssen unter der Bahnlinie hindurch verlegt werden. Dafür müssen sogar die Gleise abmontiert werden, ergänzt der Bauamtsleiter. Diese Arbeiten werden abgestimmt mit jenen, die ohnehin am Bahnhof erfolgen sollen. Im nächsten Jahr soll der Bahnhof barrierefrei umgestaltet werden (wie berichtet). Idealerweise werden die Umbau- und die Tiefbauarbeiten dann gemeinsam durchgeführt, und zwar in den Sommerferien.


1,5 Millionen Euro

Für alle drei Bauabschnitte kalkuliert die Gemeindeverwaltung mit Gesamtkosten von rund 1,5 Millionen Euro.