Rudersberg

Umbau des Feuerwehr-Gerätehauses Steinenberg wird deutlich teurer

Feuerwehr-Gerätehaus Steinenberg
Soll jetzt bald saniert werden: Das Feuerwehrgerätehaus im Rudersberger Ortsteil Steinenberg. © Benjamin Büttner

Die Feuerwehrgarage in Steinenberg stammt aus dem Jahr 1969 und entspricht nicht mehr den heutigen gesetzlichen Vorschriften – unter anderem fehlen nach Geschlechtern getrennte Umkleiden und WCs. Außerdem sind die Räume recht beengt. Die Sanierung und der Umbau des Gebäudes sind deshalb seit mehreren Jahren auf der kommunalen Agenda.

Was soll konkret an dem Gebäude gemacht werden?

Am bestehenden Feuerwehrgerätehaus sollen Umkleiden, Toiletten, Duschen und das Büro umgebaut werden, um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen. Außerdem ist eine zusätzliche Garage als Erweiterung angedacht. Der Anbau soll in Holzbauweise durchgeführt werden. So kann das Gebäude, wenn die Bodenplatte einmal verlegt ist, in Modulbauweise zügig erstellt werden, betont Steffen Knödler, Kommandant der Rudersberger Feuerwehr: „Das ist ein riesengroßer Vorteil.“ Aber auch aus Nachhaltigkeitsgründen habe man sich für die Holzvariante entschieden.

Die Feuerwehr-Abteilung Steinenberg will sich bei den An- und Umbauten einbringen. Die Abteilung habe bereits positive Signale gesendet, so Kommandant Knödler. „Das ist sehr zu begrüßen und soll auch die Mehrkosten etwas abmildern.“ 100 Stunden an Eigenleistungen haben die Kameraden zugesagt, die dann etwa bei den Maler- oder Abbrucharbeiten die ausführenden Firmen unterstützen.

Was soll der An- und Umbau des Gerätehauses kosten?

Bereits der Feuerwehrbedarfsplan von 2019 sah einen An- und Umbau des Gerätehauses vor. Geschätzte Kosten: 100.000 Euro. Im Haushaltsplan für das laufende Jahr waren dann 120.000 Euro dafür veranschlagt. Doch diese Kosten werden bei weitem nicht ausreichen, wie die Gemeinde jüngst berechnet hat. Laut aktueller Planung, die auf den ersten erfolgten Ausschreibungen beruht, belaufen sich die voraussichtlichen Kosten vielmehr auf 250.000 Euro. „Diese Kostenentwicklung ist schon erschreckend“, findet Bürgermeister Raimon Ahrens, der das Thema deshalb jüngst noch einmal in den Gemeinderat einbringen musste.

Denn abzüglich der voraussichtlichen Eigenleistungen der Freiwilligen Feuerwehr sowie einer Zuwendung des Landes waren unterm Strich rund 110.000 Euro nicht durch den Haushalt gedeckt.

Das Gremium hat den überplanmäßigen Ausgaben jüngst zugestimmt – auch wenn es durchaus kritische Stimmen gab, weshalb die Verwaltung mit so niedrigen Planungsansätzen an das Projekt gegangen sei.

Woran lag also diese enorme Kostensteigerung?

Bürgermeister Ahrens nennt dafür vor allem zwei Gründe. Zum einen sei bei der Berechnung für den Haushaltsplan nur die Kubatur des Gebäudes herangezogen worden und noch nicht die konkrete Planung. Zum anderen seien im Baugewerbe die Jahre seit 2019 jene mit der größten Preissteigerung gewesen. Das Projekt habe sich zudem etwas hingezogen, weil die Baugenehmigung später kam als erwartet. Diese liegt inzwischen vor. Die Arbeiten können also ausgeschrieben oder vergeben werden.

Kommandant Steffen Knödler ergänzt: „Die Ersteinschätzung stammte damals vom Sachverständigen, der den Bedarfsplan gemacht hat.“ Dieser habe die Situation vor Ort aber noch nicht im Detail geprüft. Außerdem basierte die Berechnung auf den damals gültigen Preisindexen von 2017. „Die Preisentwicklungen seitdem sind exorbitant, was leider schade ist.“ Positiv sei indes, dass sich das komplette Gremium, dem auch Knödler angehört, hinter die Feuerwehr gestellt habe. „Wir sind sehr dankbar, dass an dem Beschluss festgehalten wird.“ Denn eines sei auch wahr: „Billiger wird es in Zukunft sicher nicht.“

Wann soll die Baumaßnahme umgesetzt werden?

„Sobald wie möglich“, sagt Bürgermeister Raimon Ahrens. Zwei Gewerke müssten jetzt noch einmal ausgeschrieben werden. Liegen die Ergebnisse vor, könnte die Maßnahme starten.

Kommandant Steffen Knödler hofft, dass im kommenden Jahr der Bau begonnen und auch abgeschlossen werden kann. „Das wäre zumindest der Wunsch der Feuerwehr.“

Und wie ist der aktuelle Stand beim Gerätehaus im Hauptort?

Auch das Feuerwehr-Gerätehaus im Hauptort Rudersberg ist in die Jahre gekommen. Dass die Gemeinde hierfür Geld in die Hand nimmt, ist bereits beschlossene Sache. Eine Machbarkeitsstudie dazu liegt bereits vor. Im Moment finden interne Beratungen zur konkreten Umsetzung statt. Dabei geht es vor allem um zwei Fragen: Soll das bestehende Gebäude saniert werden oder ein Neubau entstehen? Und wenn ein Neubau kommt, soll dieser am bisherigen Standort in der Neuen Zumhofer Straße errichtet werden oder woanders?

Knödler würde einen Neubau vorziehen. Denn dann könnte die Feuerwehr auf ein Provisorium während der Bauphase verzichten. Und er findet: „Ein Alternativstandort hätte auch seine Reize.“ Allerdings sei hier noch nichts spruchreif. Erst müsse ein passendes Grundstück, Richtung Zumhof/Oberndorf, gefunden und die Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Festlegen möchte sich der Kommandant zum jetzigen Zeitpunkt aber auf keine Option. „Auch am jetzigen Standort wäre die Feuerwehr für einen Neubau bereit.“ Bürgermeister Raimon Ahrens kann sich ebenfalls verschiedene Varianten vorstellen. Eine lang geplante Besichtigungsfahrt mit dem Gremium zu beispielhaften Neubauten in der Region hat inzwischen stattgefunden. Die Rudersberger dürfen daher gespannt sein.

Klar ist indes: „Wir brauchen eine Lösung, und das nicht erst in zehn Jahren“, sagt Kommandant Steffen Knödler. Denn auch hier gelte: „Je länger wir warten, desto größer werden die Kosten.“

Die Feuerwehrgarage in Steinenberg stammt aus dem Jahr 1969 und entspricht nicht mehr den heutigen gesetzlichen Vorschriften – unter anderem fehlen nach Geschlechtern getrennte Umkleiden und WCs. Außerdem sind die Räume recht beengt. Die Sanierung und der Umbau des Gebäudes sind deshalb seit mehreren Jahren auf der kommunalen Agenda.

Was soll konkret an dem Gebäude gemacht werden?

Am bestehenden Feuerwehrgerätehaus sollen Umkleiden, Toiletten, Duschen und das

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