Schorndorf

1,0 im Abi: Valerie Müller vom Max-Planck-Gymnasium Schorndorf will nach Cambridge

Valerie Müller
Vom Abiball direkt zum Vorbereitungskurs in England: Valerie Müller zeigt stolz ihr Zertifikat für die Teilnahme an den „Oxford Summer Courses“. © Valerie Müller

Valerie Müller ist eine von zwei Schülerinnen und Schülern, die am Schorndorfer Max-Planck-Gymnasium das Abitur mit der Bestnote 1,0 abgeschlossen haben. Während einige andere 19-Jährige nach dem Schulabschluss noch nicht so recht wissen, wo die Reise hingeht, hat sie einen klaren Zukunftsplan: Die Schorndorferin will Biomedizin studieren und in die Medikamentenforschung gehen. Am liebsten an einer der englischen Eliteuniversitäten Cambridge oder Oxford (im Volksmund aufgrund ihrer Ähnlichkeit Oxbridge genannt). Das Abi mit dem bestmöglichen Notenschnitt zu schaffen, war Valerie Müllers klares Ziel. Denn sie hatte auch schon in den Schuljahren zuvor immer einen „Einserschnitt“.

Valerie Müller strebt ein Studium in Biomedizin an

„Mir hat das Abi in vielerlei Hinsicht geholfen, persönlich zu wachsen“, sagt die 19-Jährige rückblickend. Denn nach der zehnten Klasse setzte sie aufgrund eines Klinikaufenthalts ein Jahr in der Schule aus. Die Kursstufe startete für Valerie Müller also ein Jahr später als geplant. „Ich musste mich erst mal in die neue Stufe einfinden.“ Die zwei Jahre habe sie deshalb nicht nur an ihren Noten, sondern auch an sich selbst gearbeitet. „Der Fokus lag nicht nur auf dem Abi, sondern auch auf dem Gesundwerden“, sagt sie.

Ihre Leistungskurse belegte Valerie Müller in Mathematik, Englisch und ihrem Lieblingsfach Biologie. Da liegt es nahe, dass die frischgebackene Abiturientin auch etwas im biologischen Spektrum studieren möchte. Ihr Ziel könnte sie sich kaum höher setzen: Die junge Frau möchte Biomedizin studieren, am liebsten an einer der beiden Top-Adressen in Europa: der University of Oxford oder der Cambridge University in England.

Im besten Falle arbeitet sie danach in der Medikamentenforschung und kann damit anderen Menschen helfen. Das sei schon seit Jahren ihr großer Traum.

Vorbereitungskurs an der Uni von Darwin, Newton und Hawking

Um diesem Ziel direkt nach der Schule einen Schritt näher zu kommen, verzichtete die 19-Jährige gerne auf die üblichen Feierlichkeiten. Direkt nach dem Abiball, noch in derselben Nacht, ging es mit dem Flugzeug ins Vereinigte Königreich. Dort nahm sie am sogenannten „Oxford Summer Course“ im Fach Genetik und Biotechnologie teil, bekam Einzelunterricht und lernte viele andere Studenten kennen. Dafür hatte sie sich bereits zwei Jahre zuvor beworben, musste 600 Seiten Skript lesen, lernen und Essays schreiben. Und das alles für einen zweiwöchigen Vorbereitungskurs.

Doch für ihren großen Traum ist Valerie Müller kein Aufwand zu viel. Doch wer an derselben Universität wie Stephen Hawking, Charles Darwin und Sir Isaac Newton studieren möchte, muss eben besonders harte Aufnahmekriterien erfüllen.

Die Bewerbungsphase für Cambridge und Oxford beginnt aber erst im kommenden Jahr. Wenn Valerie Müller dort nicht angenommen werden sollte, hat sie auch schon Alternativen im Visier: die Unis in Tübingen, Wien und Salzburg.

Direkt im Anschluss an den Sommerkurs setzte die 19-Jährige ihre Reise fort. Es ging zurück nach Deutschland, genauer gesagt nach Mainz. Dort verbrachte sie eine Woche im Labor der Uniklinik und durfte Doktoranden über die Schulter schauen. „Das hat meinen Traum zusätzlich bestätigt“, sagt Valerie Müller.

Nach einem wohlverdienten Urlaub in Norwegen verbringt Valerie Müller noch diese Woche in Schorndorf. Danach nimmt sie sich erst mal eine Lernauszeit in Irland, wo sie für zwei Monate auf einer Farm leben und arbeiten wird. Und warum ausgerechnet Irland? „Ich mag es nicht warm, ich muss in den Norden“, erklärt die Abiturientin und grinst. Sie sagt: „Ich will etwas machen, was nichts mit Schule und Lernen zu tun hat.“

Home-Schooling in der Corona-Zeit ist Valerie Müller gelegen gekommen

Deshalb plant sie, in den Monaten nach der Irland-Reise zunächst einmal als Nachhilfelehrerin zu arbeiten. Auch in ihrem Turnverein, der SG Schorndorf, will sie aktiver werden und als Trainerassistentin und Kampfrichterin aushelfen. „Ich will mich ein Jahr lang austesten und mehr Freunde treffen. All das, was in letzter Zeit zu kurz gekommen ist.“

Valerie Müller berichtet, dass sie durchaus viel für ihr Abitur gelernt hat. Das habe sie auch getan, weil sie sich oft unsicher war, ob sie den Lernstoff auch wirklich beherrsche. Die Corona-Zeit sei ihr dabei sogar gelegen gekommen. „Die Home-Schooling-Zeit war für mich die beste“, sagt Valerie Müller. Sie hatte gerne ihre Ruhe beim Lernen und habe auch kein Problem damit gehabt, sich zu motivieren. „Da habe ich mich beinahe so gefühlt wie eine Studentin. Man musste sich viel selber erarbeiten.“ Denn eines ist der 19-Jährigen bewusst: Im Biomedizin-Studium wird der Lernstoff bestimmt nicht einfacher.

Doch wer glaubt, dass sie ihre Freizeit nur mit Büffeln verbracht hat, liegt falsch: Die Abiturientin spielt vier Instrumente, war im Leistungsturnen und Tennis und ist Jugend-Kunstpreisträgerin. Für die kommenden Abiturienten und Oberstufenschüler hat Valerie Müller einen guten Ratschlag: „Viele sagen, man soll seine Fächer nach Lehrern wählen. Ich empfehle aber, nach persönlichen Interessen zu wählen.“ Denn dass sie im Bio-LK war, habe sich für ihre Zukunftspläne definitiv ausgezahlt.

Valerie Müller ist eine von zwei Schülerinnen und Schülern, die am Schorndorfer Max-Planck-Gymnasium das Abitur mit der Bestnote 1,0 abgeschlossen haben. Während einige andere 19-Jährige nach dem Schulabschluss noch nicht so recht wissen, wo die Reise hingeht, hat sie einen klaren Zukunftsplan: Die Schorndorferin will Biomedizin studieren und in die Medikamentenforschung gehen. Am liebsten an einer der englischen Eliteuniversitäten Cambridge oder Oxford (im Volksmund aufgrund ihrer

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper