Schorndorf

40 Jahre Jugendfeuerwehr Remshalden

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Mitglieder der Aktiven und der Remshaldener Jugendfeuerwehr inspizieren das Innenleben eines Einsatzwagens. Auf dem Bild von links: Betreuer Philipp Joos, Nick Palmer, Nils Hartig, Betreuerin Aline Margraf, Felix Thiele, Tim Arbogast (oben), Bernd Maier, Jugendfeuerwehrwart Rafael Kehl und Vize-Kommandant Jürgen Knauer. © Schneider / ZVW
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Umziehen für den Übungseinsatz: Die Jugendfeuerwehr hat ihre eigenen Umkleideräume. © Schneider / ZVW

Remshalden. Die Jugendarbeit ist die Nachwuchsschmiede der Feuerwehr. Hier werden die zukünftigen Rettungskräfte spielerisch und mit Spaß darauf vorbereitet, wie man Brände löscht und Menschen rettet. Fast alle Aktiven der Remshaldener Wehr waren zuvor in der Jugendfeuerwehr. Dabei hat sich gegenüber den Anfängen ziemlich viel verändert.

Video: Die Jugendfeuerwehr in Remshalden feiert ihren 40. Geburtstag.

Vor 40 Jahren, in den „wilden Siebzigern“, ging es bei der Jugendfeuerwehr noch ziemlich geordnet zu. „Es war eine reine technische Ausbildung“, erinnert sich Bernd Maier, heute 54 Jahre und als Jugendlicher einer, der ganz am Anfang dabei war. Spiele, Ausflüge oder andere spaßige Aktionen wie heute gab es damals nicht. Und: auch kein weibliches Wesen in der Truppe. Feuerwehrfrauen waren noch bis vor wenigen Jahren eine absolute Seltenheit. Vielerorts, muss man sagen, sind sie das noch heute. Die Remshaldener Feuerwehr mit elf weiblichen Mitgliedern bei den rund 140 Aktiven eine überdurchschnittliche Frauenquote, sagt Jürgen Knauer, der stellvertretende Kommandant. In der Jugendfeuerwehr sind derzeit von 25 Mitgliedern acht Mädchen.

Auch Aline Margraf, die im Gespräch mit der Zeitung neben Knauer sitzt, hat die Jugendfeuerwehr durchlaufen. Die 20-Jährige ist heute Betreuerin. Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass auch weiter Mädchen zur Truppe stoßen. „Wir hatten ja früher auch das Problem, dass wir gar keine Betreuerinnen hatten“, sagt Bernd Maier. Wichtig sind auch die räumlichen Voraussetzungen, die im Feuerwehrgerätehaus ideal sind. Die Jugendfeuerwehr hat ihren eigenen Gruppenraum mit Küche und Umkleiden – natürlich mit separatem Raum für die Mädchen. In den Umkleiden hängen Stiefel, Hosen, Jacken und Helme, gefärbt in Orange-Blau, den Farben der Jugendfeuerwehr, in knallroten Metallspinden. Wenn geübt wird, dann schmeißen sich die Jugendlichen hier in diese Kluft.

Spaß und Ernst bei der Jugendausbildung

Alle zwei Wochen am Donnerstagabend um 18.30 Uhr trifft sich die Jugendfeuerwehr. Dabei spielen die Nachwuchskräfte aber nicht nur die Einsatzmöglichkeiten der Wehr durch und lernen die Technik kennen. Schon seit einigen Jahren ist das Konzept für die Jugendfeuerwehr – nicht nur in Remshalden –, dass die allgemeine Jugendarbeit einen größeren Teil als die feuerwehrtechnische Ausbildung einnehmen soll. Das heißt: Spieleabende, Ausflüge und andere gemeinsame Aktionen gehören dazu. Ebenso das Kochen: Jeden Dienstag ist eine Gruppe dafür eingeteilt, ein gemeinsames Essen vorzubereiten.

„Es ist nicht nur stures Lernen“, sagt Jugendsprecher Tim Arbogast. In einer starken Gemeinschaft miteinander Spaß zu haben, das gefalle ihm an der Jugendfeuerwehr am besten, sagt der 16-Jährige. Er kam im Alter von zwölf Jahren dazu. Heute kann man bereits ab zehn in der Jugendfeuerwehr sein.

Ohne Jugendfeuerwehr keine Feuerwehr

Nur durch die Gründung der Jugendfeuerwehr, so hielten die Gründungsväter vor 40 Jahren fest, sei eine „kontinuierliche personelle Ausstattung“ der Feuerwehr gewährleistet. Das gilt heute mehr denn je. Seit der Wehrdienst ausgesetzt ist, kommen keine Quereinsteiger mehr, die sich statt Bundeswehr für zehn Jahre Feuerwehr verpflichten. Dazu heißt es in der alten Akte: Viele Jugendliche würden ihr Herz für die Feuerwehr erst entdecken, wenn sie zur Bundeswehr eingezogen würden, so die Klage. Und: „Oftmals sind die Jugendlichen mit 18 bereits an andere Vereine gebunden.“

Gegenüber den meisten Vereinen hat die Jugendfeuerwehr einen oft entscheidenden Vorteil. Der zwölfjährige Nils Hartig zum Beispiel war im Handball aktiv, musste das aber wegen der Nachmittagsschule aufgeben. Training war um 16 Uhr, sagt er. Die Feuerwehr liegt da mit 18.30 Uhr besser, das erzählen auch andere junge Mitglieder.

Aber bei diesem Vergleich muss natürlich auch gesagt werden: Die Feuerwehr ist kein Verein, auch wenn sie ähnliche Züge hat, sie geht auch von ihrem Zweck in eine ganz andere Richtung: „Was mich an der Feuerwehr interessiert, ist, dass man was Sinnvolles macht“, sagt Tim Arbogast. „Dass man Leuten helfen kann.“ Das hat sich nun in 40 Jahren nicht geändert.

Jubiläumsfest

Zur Feier des Jubiläums der Remshaldener Jugendfeuerwehr gibt es an diesem Samstag, 1. Oktober, einen Erlebnis- und Mitmachtag rund um das Feuerwehrhaus in der Alfred-Klingele-Straße. Beginn ist um 11 Uhr mit einer Schauübung der Jugendlichen.

Anschließend besteht bis 17 Uhr die Möglichkeit, das Feuerwehrhaus zu besichtigen oder in der Fahrzeugausstellung die Entwicklung vom Oldtimer zur modernen Drehleiter zu verfolgen. Es gibt eine Kinderspielstraße, man kann Schlüsselanhänger aus Feuerwehrschläuchen basteln und eine Fettexplosionsvorführung erleben.