Schorndorf

400 000 Euro für Modernisierung der Künkelinschule

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Für die Ostseite der Künkelinschule gab's neue Alufenster, ob dort auch eine zweite Fluchttreppe gebaut wird, ist noch nicht entschieden. © Schneider/ZVW
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Baustellenbesuch: Die Brandschutztüren sind schon eingebaut. © Gaby Schneider
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Neuer Holzlattenzaun für die Schlosswallschule. © Gaby Schneider

Schorndorf. Seit fünf Wochen haben Schüler und Lehrer Ferien – und genauso lange schaffen in der Künkelinschule schon die Handwerker: Bis zum Unterrichtsbeginn am 10. September sollen im Haus die Brandschutztüren und an der Ostseite die neuen Fenster eingebaut sein sowie der neue Geräteschuppen stehen. Verlegt wurden auch Glasfaserkabel. Ob es eine zweite Fluchttreppe geben wird, ist ungewiss. Bisher belaufen sich die Kosten auf 400 000 Euro.

„Da ist“, sagt Bürgermeister Thorsten Englert beim Baustellenbesuch, „in den letzten Wochen viel Geld ausgegeben worden, und man sieht nicht viel“. Und so war in den Ferienwochen tatsächlich von außen nur an der Ostseite des 1847 erbauten Altbaus etwas von den Bauarbeiten zu erahnen: Die alten Fenster wurden – wie in den Vorjahren an der West- und der Südseite – ausgebaut und durch moderne Alufenster ersetzt. Kostenpunkt: 110 000 Euro – und es fehlen noch die Nordseiten-Fenster.

Die größere Baustelle befindet sich aber noch immer im Innern der Schule: Dort wurden auf allen Stockwerken Brandschutztüren eingebaut, die sich im Ernstfall automatisch schließen. Dazu kamen in alle Klassenzimmer Rauchmelder mitsamt der notwendigen Kabel und vor dem Seiteneingang der Schule wird es ein Schlüsseldepot geben, damit die Feuerwehr auch ohne den Hausmeister in die Schule kommt.

Brandschutztür fürs Lehrerzimmer und einen Chip für den Alltag

Im kommenden Jahr werden in den Sommerferien dann zwischen den Klassenzimmern in den beiden oberen Stockwerken Bypass-Türen eingebaut, damit Kinder und Lehrer im Brandfall einen weiteren Fluchtweg haben. Ob es dann auch noch eine zweite Fluchttreppe an der Ostseite der Schule geben muss, ist ungewiss: „Das wird brandschutz- und baurechtlich noch geprüft“, sagt Pascale Sonnek vom Fachbereich Gebäudemanagement der Stadt. Im Moment gibt es als zweiten Fluchtweg die Außentreppe, die vom Lehrerzimmer aus zu erreichen ist. Da aber gerade die Lehrerzimmertür aus Datenschutzgründen geschlossen sein, sie sich im Brandfall aber öffnen muss, wird es künftig eine automatische Türöffnung geben und für den Schulalltag einen Chip für die Lehrer zum Reinkommen.

Und mag der Baustellenstaub aus dem Lehrerzimmer bereits entfernt sein, im Rest der Schule sieht’s noch immer sehr nach Arbeit aus. Bis Mittwoch, 5. September, soll das Gebäude gereinigt übergeben werden, verspricht die verantwortliche Bauingenieurin Ina Mayer. Und bis dahin soll auch der neue Geräteschuppen auf der Ostseite des Schulhofes stehen.

Glasfaserkabel: Noch wartet die Stadt auf die Wanka-Millionen

Mit den Glasfaserkabeln, die beim Umbau vorsorglich mitverlegt wurden, will die Stadt für die Digitalisierung an den Schulen gerüstet sein. Dafür geht sie auch finanziell in Vorleistung: Auf die von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka für die Digitalisierung versprochenen Millionen warten die Kommunen noch immer. Und dabei ist der Brandschutz für die Städte schon eine enorme Belastung – und Schorndorf noch längst nicht durch: Erst vergangenes Jahr war die Schlosswallschule dran, in diesem Jahr die Künkelinschule – und es wird in den kommenden Jahren weitergehen, kündigt Pascale Sonnek an.

Unter altem PVC entdeckt

Im Erdgeschoss haben die Bauarbeiter dafür eine schöne Entdeckung gemacht: Dort lag unter dem alten PVC-Boden ein grau-schwarz gesprenkelter Steinboden – so ähnlich wie der, „den wir fürs Burg-Gymnasium angeschafft haben“, sagt Bürgermeister Englert. Und Schulleiter Harald Schurr, der beim Vororttermin ebenfalls dabei war, sieht im Einbau der Brandschutztüren und der neuen Fenster auch einen Lärmschutzeffekt: „Die Geräuschkulisse im Haus wird positiv beeinflusst“, ist sich Schurr sicher und hofft, dass die neuen Fenster auch den Lärm, den Autos und Busse auf der Schlichtener Straße machen, künftig weitgehend abhalten werden.

Bis zum Schuljahresbeginn haben er und sein Kollegium freilich noch ordentlich zu tun: Die Klassenzimmer, die sie noch in der letzten Schulwoche baustellenbereit gemacht haben, müssen für den Unterrichtsbeginn am Montag, 10. September, vorbereitet werden.

Märchenzaun

Für den Brandschutz in der Schlosswallschule hat die Stadt in den vergangenen Jahren eine Million Euro investiert. In diesem Sommer hat die Schule einen neuen Zaun bekommen. „Einen Märchenzaun“, wie Bauingenieurin Ina Mayer erläutert. Die groben Holzlatten sollen ein besserer Schutz sein – für die Schüler und vor herausrollenden Bällen. Kostenpunkt für die 91 Meter Zaun: 20 000 Euro.