Schorndorf

70 neue Wohnungen an der B 29

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Symbolfoto. © Benjamin Büttner

Schorndorf. Um mehr Familien bezahlbaren Wohnraum bieten zu können, will die Stadtbau auf einem 3600 Quadratmeter großen Wiesenstück zwischen Silberhalde und B 29 insgesamt 70 Wohnungen bauen. Der Technische Ausschuss hat dem Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans „Holzberg“ samt beschleunigtem Verfahren zugestimmt.

70 Wohnungen in zwei viergeschossigen, U-förmig angelegten Mehrfamilienhäusern mit einer maximalen Gebäudehöhe von 15 Metern – so will die Stadtbau die landwirtschaftliche Fläche am Schornbacher Weg bebauen. Da sich das in städtischem Eigentum befindliche Grundstück nicht nur in unmittelbarer Nähe zur B 29 befindet, sondern nördlich auch noch an Gewerbe grenzt – und eine schalltechnische Untersuchung ergeben hat, dass die Orientierungswerte tags und nachts überschritten sind – werden Schallschutzmaßnahmen notwendig sein; in Form einer entsprechenden Grundrissgestaltung, einer Schalldämmung der Außenbauteile und dem Einbau mechanischer Lüftungsanlagen, damit die Fenster geschlossen bleiben können.

Foto: Stadt Schorndorf/Grafik: ZVW

Die Erschließung soll im Südwesten über den Schornbacher Weg und über die Silberhalde im Süden erfolgen. Richtung Schornbach ist eine kleine Ausgleichsfläche geplant. Obwohl direkt am Bach gelegen, sieht Manfred Beier, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Baurecht, aber keine Hochwassergefahr für das Wohngebiet: Nach den Hochwassergefahrenkarten des Landes Baden-Württemberg liegt der Bereich größtenteils innerhalb einer Überflutungsfläche bei einem extremen Hochwasserereignis und im geschützten Bereich bei einem hundertjährlichen Hochwasser. Im östlichen Teil des Gebiets könnten geringe Teilflächen von einem zehn-, einem 50- oder einem 100-jährlichen Hochwasser betroffen sein. Sprich: Hochwasserschutzmaßnahmen müssen in diesem Fall nicht ergriffen werden.

Beschleunigtes Verfahren

Da Außenflächen einbezogen sind, strebt die Stadt beim Bebauungsplan „Holzberg“ ein beschleunigtes Verfahren gemäß Paragraf 13b Baugesetzbuch an. Wird’s für CDU-Rat Manfred Bantel, der in der Bebauung obendrein einen Schallschutzeffekt für die bestehenden Häuser in der Silberhalde sieht, in Schorndorf Zeit für solche 13b-Bauplätze, zeigte sich Grünen-Rätin Andrea Sieber im Technischen Ausschuss alles andere als glücklich: Für sie dient der Paragraf 13b des Baugesetzbuches vor allem dazu, Ausgleichs- und Naturschutzmaßnahmen zu umgehen. Als Grüne ist sie dagegen – und enthielt sich denn auch bei der Abstimmung - der Nabu habe gegen die 2017 vom Bundestag beschlossene Änderung des Baugesetzbuchs schließlich schon Beschwerde eingereicht.

Umweltschutz

Für Manfred Beier indes ist Paragraf 13b nicht dazu geeignet, den Umweltschutz komplett auszublenden. Immerhin habe die Stadt für das Gebiet ein Gutachten von einem Ingenieurbüro erstellen lassen – mit folgendem Ergebnis: „Durch die geplante Bebauung sind keine erheblichen negativen Auswirkungen auf die dabei untersuchten Schutzgüter Tiere/Pflanzen/biologische Vielfalt, Boden und Fläche, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, Mensch und Gesundheit, Kulturgüter und sonstige Sachgüter sowie deren Wechselwirkung zu erwarten.“ Und so äußerte FDP/FW-Rat Kurt Mächtlen denn auch die Hoffnung, dass sich „dort keine Eidechsen finden, die alles wieder zunichtemachen“.