Schorndorf

Aktivspielplatz Schorndorf: Zerstörungswut trübt Freude über Wiedereröffnung

Aktivspielplatz
Sie fühlen sich wohl auf dem Aktivspielplatz im Aichenbach: Deborah Harfst, Tobi Fischer und Beate Irmer (von links) vom Vorstand – und natürlich die Kinder, die ab dem Grundschulalter jeden Freitagnachmittag auf das Wiesengrundstück kommen können. © ALEXANDRA PALMIZI

Das Wiesengrundstück im Aichenbach zwischen Bolzplatz und Kneipp-Becken ist ein Kinderparadies: Hier können Mädchen und Jungen ab dem Grundschulalter all das machen, was zu Hause oft nicht erlaubt ist – auf dem Aktivspielplatz aber zum festen Programm gehört: schnitzen, hämmern, zündeln und sich dreckig machen. Würden Unbekannte nicht jede Woche den Spielplatzzaun runtertreten, das ganze Brennholz klauen und wären nicht schon drei Leiterwagen in der nahe gelegenen Grillstelle verbrannt worden, es gäbe nur Schönes und Tolles zu berichten. Zum Beispiel, dass nach fast einem Jahr Corona-Zwangspause auf dem Aktivspielplatz endlich wieder was los ist. Und zwar, wie zuvor auch, freitags von 15 bis 18 Uhr.

Bauarbeiten im Hüttendorf, Saubermachen im Kneipp-Becken

In diesen drei Stunden können die Mädchen und Jungen auf dem Aktivspielplatz all das tun, wonach ihnen der Sinn steht. Deborah Harfst, Beate Irmer und Tobi Fischer – alle im Vorstand des Vereins Aktive Kinder – sind da und unterstützen, wenn’s sein muss. Ansonsten bauen die Kinder weiter an ihrem Hüttendorf, spielen im Aichenbach, helfen beim wöchentlichen Großreinemachen des Kneipp-Beckens, machen Feuer in einem der vielen Holzöfen oder kümmern sich um die Hühner, die in einer Katzenbox auf den Aktivspielplatz gebracht werden. Außerdem gibt’s jede Woche ein Kreativangebot – vom Holzmachen über Kräuterbeetanlegen bis zum Wimpelketten-Basteln. Ist die Armeepumpe wieder gerichtet, kann an heißen Freitagen sogar die Wasserrutsche wieder in Betrieb genommen werden.

Anfang Juni wurde der Vorstand des Vereins neu gewählt. Nachdem Christl Geiss im Januar verstorben ist, hat Deborah Harfst das Amt der Vorsitzenden übernommen. Beate Irmer, deren Kinder sich schon seit Jahren wohl fühlen auf dem Aktivspielplatz, ist Zweite Vorsitzende, Tobi Fischer ist Schriftführer und Thomas Irmer Kassier. Für Christl Geiss wollen sie im Herbst einen Baum auf dem Grundstück pflanzen. Der zweite Bauwagen, der für sie eine Herzensangelegenheit war, wird gerade zum Küchenwagen und Aufenthaltsraum ausgebaut.

Verein vor 14 Jahren gegründet

Das Konzept des Aktivspielplatzes ist seit Jahren bewährt: Vor 14 Jahren wurde der Verein „Aktive Kinder“ von Gabi Stäbler und Gabi Lindauer gegründet. 2005 fanden die beiden bei der Hahn’schen Mühle einen Platz für einen Aktivspielplatz, wo sie zehn Jahre lang dienstag- und freitagnachmittags Kindern ein vierstündiges Programm geboten haben. Nachdem dem Verein der Platz gekündigt wurde, haben sie mit Hilfe der Stadt das Wiesengrundstück im Aichenbach gefunden. Dort konnten sie sogar noch im Corona-Sommer 2020 ein Ferienprogramm anbieten und wollen das, wenn es möglich ist, auch wieder ins Programm nehmen. „Der Bedarf“, sagt Deborah Harfst, „ist da.“

Zunehmender Vandalismus ist ein Problem und schmerzt

Eigentlich wäre also alles prima, die „Aktiven Kinder“ fühlen sich wohl im Aichenbach – wenn sie nicht mit zunehmendem Vandalismus zu kämpfen hätten: Jede Woche, berichtet Tobi Fischer, wird der Zaun runtergetreten. Regelmäßig wird Feuerholz geklaut. Kürzlich sind sogar große Holzbalken, die unterm Bauwagen lagerten, weggekommen. Am meisten aber schmerzt die Aktiven Kinder, dass mittlerweile schon drei Leiterwagen vom Grundstück geklaut wurden. Die Reste ihrer „Rakete“ haben sie Anfang Juni in der nahe gelegenen Grillstelle oberhalb des Kneipp-Beckens entdeckt. Dort stand kürzlich auch eine ihrer Bänke – zum Glück noch heil. Das schmerzt. Große Sprünge kann der Verein mit seinen elf Mitgliedern nicht machen. Der Kostenbeitrag beläuft sich pro Nachmittag und Kind auf zwei Euro. Ohne Spenden – und die können auch gerne größer sein - geht es nicht.

Info

Weitere Informationen zum Aktivspielplatz und zum Verein „Aktive Kinder“ gibt es im Internet unter www.aktivekinder.info. Dort ist auch das Wochenprogramm abrufbar.

Das Wiesengrundstück im Aichenbach zwischen Bolzplatz und Kneipp-Becken ist ein Kinderparadies: Hier können Mädchen und Jungen ab dem Grundschulalter all das machen, was zu Hause oft nicht erlaubt ist – auf dem Aktivspielplatz aber zum festen Programm gehört: schnitzen, hämmern, zündeln und sich dreckig machen. Würden Unbekannte nicht jede Woche den Spielplatzzaun runtertreten, das ganze Brennholz klauen und wären nicht schon drei Leiterwagen in der nahe gelegenen Grillstelle verbrannt

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